Technik – Gummihund https://www.buckelpistenfahren.de Kompendium zum Buckelpistenfahren Thu, 25 Jun 2026 08:47:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4.19 Die Füße https://www.buckelpistenfahren.de/die-fuesse/ https://www.buckelpistenfahren.de/die-fuesse/#respond Sat, 20 Aug 2016 20:13:02 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=91 .flex_column.av-av_one_full-6126cab7d8fab8d08143dd2dacdf673c{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Konzentration auf die Füße

Wir bemühen uns beim Buckelpistenfahren ums Gleichgewicht. Ausgeprägt erfahren wir Gleichgewichtsänderungen natürlich in den höheren Bereichen des Körpers. Das ist wie bei einem Stock, den wir mit den Händen ausbalancieren: Wir schauen auf seine Spitze, um ihn in der Schwebe zu halten.

Aber verursachend für alle Kräfte, die oben wirken, ist das Geschehen unter den Skiern. Also sollten wir uns definitiv mal auf die Füße statt auf den Körper konzentrieren. Mit Unterschenkeln und Füßen werden in jeder Sekunde die maßgeblichen Entscheidungen getroffen. Wenn die Dinge unten ständig in die falsche Richtung laufen, können wir das schlecht mit Bewegungen oberhalb der Gürtellinie korrigieren. Wir bestimmen, in welche Richtungen unsere Fußsohlen sich bewegen und das ist definitiv wirksamer, als mit dem Oberkörper herum zu wackeln.

Es bringt überhaupt nichts und ist auch unschön, wenn wir mit dem Oberkörper nach Gleichgewicht „ringen“. Was können wir da oben auch machen: Mit den Armen rudern, nach vorne, hinten oder zur Seite beugen. Das ist der suboptimale Weg. Die Aufgabe, das Gleichgewicht zu halten, müssen die Beine übernehmen. Wenn wir spüren, dass wir kippen, müssen wir unten reagieren. Konzentriert euch mal auf die Füße, und Ihr seht, welche Möglichkeiten sich mit dieser Herangehensweise ergeben. Wer auf die Füße schaut, kann leichter bestimmen, wie die Fahrt ordnungsgemäß weitergeht.

Aber nicht nur auf die Füße kucken, sonst knallt Ihr gegen eine Tanne und ich bin schuld.
Haha, sehr witzig

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Springen https://www.buckelpistenfahren.de/springen/ https://www.buckelpistenfahren.de/springen/#respond Sat, 20 Aug 2016 20:03:23 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=83 .flex_column.av-2j2ov-21d035c216f27884dc5db7eadeb3b142{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Springen

Dieses Kapitel zu akrobatischen Manövern in der Luft ist das vielleicht  angestaubteste in diesem Blog – abgesehen von einigen Vintage-Filmempfehlungen.

Ich kenne weder Rotationen in der Vertikalen (Salto), noch kombinierte Rotationen horizontal-vertikal. Dafür sitzt mein Kopf noch stabil auf meiner Schulter fest. Ich behaupte  aber, dass ein langsam rotierender Heli auch heute noch eine kulinarische Spezialität darstellen kann.

Seit dem Winter 2002/2003 sind im Wettkampf übrigens Sprünge gestattet, bei denen der Kopf unter die Beine gelangt. Mit anderen Worten: Da sind alle Formen von Salti erlaubt. Dazu braucht man natürlich einen Schanzentisch, der bei nativen, natürlich gewachsenen Buckelpisten erst mal nicht vorhanden ist.

Hier also die Beschreibung von einigen relativ einfachen und entsprechend auch ungefährlichen Sachen.

Der Duffy

Ein Bein geht nach vorne, das andere nach hinten – ein Schritt in der Luft. Ihr könnt das hinteren Knie anwinkeln oder einen ambitionierten Spagat machen. Zunächst übt Ihr mit wenig Schrittlänge, dann immer doller. Praktischerweise habt Ihr eine Bindung, die an der Vorderbacke diagonal auslöst, denn dann bleibt Ihr nicht hängen, falls sich eine Skispitze im Boden verhakt. Bei ausreichender Flughöhe lässt sich ein weiterer Schritt in der Luft vollführen, also zwei komplette Duffys miteinander kombinieren.

Der Rückenkratzer

Hier kippen die Ski in der Flugphase nach hinten. „Rückenkratzer“ heißt dieser Sprung, weil man sich dann mit den Ski-Enden am Rücken kratzen kann, falls es einen dort juckt. Eine Kombination mit dem sogenannten „Kosacken“ ist möglich, wo die Ski vorne nach oben gehen.

Euch sollte klar sein, dass der Oberkörper in der Flugphase nach vorne kippt. Das ist anders, als beim Duffy, bei dem ein Ski nach vorne und der andere nach hinten geht und alles insgesamt stabil bleibt. Ihr müsst die Brust also aktiv nach hinten beugen. Sonst gibt es keinen Rückenkratzer, sondern einen Kopfüber in den Schnee. Das ist dann auch lustig, aber nicht für Euch.

Den Rückenkratzer könnt ihr verschieden springen. Mal kreuzt Ihr die Ski an der Spitze, mal an den Enden. Wenn Ihr die Ski hinten zur Seite neigt, habt Ihr einen schrägen Rückenkratzer.

Der Twister

Ihr dreht die Ski in der Flugphase quer zum Hang. Dazu macht der Oberkörper eine Gegenbewegung. Es ist möglich, mehrere Twister in einer Flugphase unterzubringen. Der Sprung wird bis zu drei- oder vierfach ausgeführt.

Der Kosacke

Nicht ganz so leichter Sprung. Ist verwandt mit dem Rückenkratzer, nur dass die Ski nach vorne anstatt nach hinten bewegt werden. Ihr beugt die Beine nach vorne und drückt die Arme zwischen den Beinen nach unten. Die Bewegungen von Bein – und Oberkörperbewegung müssen einander ausgleichen, sonst kippt ihr nach hinten. Der Kosacke wird, wie gesagt, oft mit dem Rückenkratzer kombiniert.

Der Helikopter

Mittelschwerer Sprung. Ihr dreht euch um die eigene Achse. Der Name „Helikopter“ kommt daher, dass die Ski wie die Rotorblätter eines Hubschraubers durch die Luft bewegen. Man nennt ihn auch „threesixty“, aus mathematischen Gründen.

Im Grunde genommen sind Buckelpistenfahren und Helispringen zwei gegensätzliche Angelegenheiten. Wir bemühen uns auf der Piste darum, stabil aufrecht zu bleiben und jede Eventualität zu meistern. Wir geben unser Gleichgewicht nie auf, bleiben auf den Skiern stehen, haben den Blick und den Oberkörper immer ins Tal gerichtet.

Ganz anders die Rotation. Hier verzichten wir auf diese Sicherheit, drehen uns in der Luft und haben kurzzeitig den Rücken zur Fahrtrichtung. Wir müssen also für einen Moment die Kontrolle über das, was mit uns geschieht, aufgeben und vertrauen, dass die Ski während der Flugphase nicht den Boden berühren. Dumm wird es, wenn der Flug endet, ohne dass die Drehung beendet werden konnte.

Der Heli ist ein eleganter Sprung und braucht sich nicht zu verstecken vor den Mehrfachsalti mit x-facher Schraube auf der Trickskischanze. Er sieht beeindruckender aus, als alle „threesixtys“ der Snowboarder, und ist wohl auch schwieriger zu lernen. Den klassischen Heli können wir mit einem Rückenkratzer kombinieren oder mit einer Grätsche, was ihm noch eins drauf setzt, diese Kombination ist aber nicht zwingend notwendig. In Wettkämpfen zeigen uns einige Idioten die doppelte Drehung, was meiner Meinung nach der Hammer ist.

Problematisch ist die letzte Viertelumdrehung, denn wenn ihr die nicht sauber zum ende durchzieht,  habt Ihr die Ski quer zum Hang stehen und fallt respektabel auf Euer Kreuz. Ich habe zum Beispiel diesen fehlenden 90 Grad nicht nur ein Paar kaputte Sonnenbrillen zu verdanken. Ihr schafft die letzte Viertelumdrehung nicht, wenn ihr nicht hoch genug fliegt oder nicht bereit seid den abschließenden Winkel konsequent zu überwinden.

Den Helikopter lernen

Zunächst übt ihr es im stehen. Ihr nehmt Schwung mit den Armen, dreht Euren Oberkörper und springt ab. Auf diese Art werdet ihr vielleicht eine dreiviertel Umdrehung hinbekommen, aber das reicht auch schon.

Dann geht ihr auf einen Hang, wo ihr seitlich auf einen ausgewählten Buckel zufahrt, hinter dem ihr gut landen könnt. Wenn ihr linksherum springt, fahrt Ihr von rechts aus auf den Buckel zu, sonst entsprechend umgekehrt. Einen Buckel seitlich anzufahren hat seinen Grund: Schon nach einer dreiviertel Umdrehung steht Ihr ungefähr in der Falllinie und könnt weiterfahren. Ihr solltet euch auch anfangs mit dem Stock abdrücken. Den ganzen Sprung über schaut der Kopf nach vorne in Drehrichtung. Ihr dürft während der Drehung nicht in der Hüfte umknicken, sondern müsste aufrecht stehen bleiben.

Am Anfang dreht der Oberkörper schneller als die Beine. Dann holen die Beine auf, und am Ende sind die Beine dem Körper voraus – außer bei wirklich großen Helis, wo Ski und Körper die ganze lange Flugphase über in die gleich Richtung zeigen und der Springer sich gemütlich das Rundum-Bergpanorama anschauen kann.

Dann geht es zur Schanze. Schöne Absprunghilfen sind die, bei denen der Anlauf steil nach oben geht, wie z.B. Schneewächten, die der Wind hergestellt hat. Denn dann bekommt Ihr viel Höhe und wenig horizontale Geschwindigkeit mit und es haut Euch nicht so stark um, wenn ihr die Drehung vorzeitig abbrechen müsst. Wer sich sicher ist, dass nicht so viel daneben gehen kann, der traut sich auch eher.

Grundsätzlich könnt ihr mit kurzen Skiern schneller drehen und einen möglichen Sturz leichter auffangen. Je länger die Ski, desto eleganter sieht das Manöver aus.

Wenn ihr den Heli gut hinbekommt, dann versucht ihn auch in die andere Richtung zu springen und sobald ihr den Heli auf der Schanze beherrscht, wagt euch in die Buckelpiste damit. Aber nicht ärgern, denn in der Buckelpiste springen nicht viele den Heli und in voller Fahrt nur die Allerwenigsten. Das ist ja auch der Reiz aller Akrobatik: Nicht alle können es.

Aktuelle Trainingsmöglichkeiten

Neue Trainingsmöglichkeiten sind Wasserschanzen und Luftkissen auf der Piste, in die man sich hinein fallen lassen kann.

Ich habe einmal eine Sache gesehen: Da hat einer in die Mulde vor einem Hügel eine Schanze gebaut und auf der Spitze des Hügels befand sich der Landebereich. Man hatte beim Landen fast keine Fahrt mehr und so wurde ein möglicher Sturz komfortabel abgefangen. Ein schicker Einfall war das und wir hätten auch vor Jahren, als wir Bedarf hatten, auf dieses Konstrukt kommen können – reflektierte ich, als ich diese Lösung das erste Mal gesehen hatte.

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Ausrüstung https://www.buckelpistenfahren.de/ausruestung/ https://www.buckelpistenfahren.de/ausruestung/#respond Sat, 20 Aug 2016 20:00:21 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=80

Ausrüstung

In diesem Beitrag sprechen wir über Ski, Schuhe, Skistöcke, Helme –  also über das, was es alles so braucht für möglichst gutes Handeln in der Buckelpiste.

Skischuhe

Ihr nehmt Rennschuhe mit harter Plastikhülle. Je höher der Stiefel, desto besser. Ich hatte früher Bedenken, es sei nicht optimal, wenn der Schaft steif angelegt ist, denn man kann bei harten Schuhen den Fuß nicht im Sprunggelenk beugen, und verzichten dadurch auf ein Scharnier, welches zur Federung dient. Genauere Tests ergaben, dass ein versteiftes Sprunggelenk Vorteile bietet. Ihr könnt natürlich selber prüfen und testen. Nehmt einem harten Schuh und lasst die Schnallen vorne offen und das Ergebnis ist ein weicher Schuh.

Der besonders weich fahrende Dale Begg Smith hatte übrigens einen Raichle-Schuh mit niedrigerem Flex und fuhr mit ausgeprägten Beugebewegungen im  Sprunggelenk.

Ein feines Detail bieten Stiefel, bei denen sich der Winkel des Schafts über eine Schraube nach vorne hin verstellen lässt. Mit hoher Vorlage lässt sich durchaus experimentieren. Derzeit heißt es unisolo, die Vorlage der Skischuhe  sei mit der der Flachhangfahrer identisch – das könnte auch tatsächlich so sein, aber ich weis nicht so recht. Eine große Vorlage ist meiner Meinung nach einer Untersuchung wert.

Jetzt aber Moment mal: Dürfen wir derzeit über neues Material nachdenken, wo doch die weltbesten Buckelsportler die aktuelle Ausrüstung wählen? Ich sage: Warum denn nicht? Wir hätten vor 20 Jahren eindeutig die Spur aktiv und eigenständig verfolgen sollen, den Skiern auf flacher Piste eine Taillierung zu verpassen, statt uns mit dem vorhandenen Material zufrieden zu geben – denn damals lag ein Wechsel in der Luft. Dass wir nicht konsequent weiterdachten, ärgert mich heute noch.

Zur Info für die Jüngeren unter Euch: bis zum Jahr 1990 hatten die Ski keine nennenswerte Taillierung, die sogenannten „Carver“ existierten damals nicht, was aus heutiger Sicht verdächtig ist. Wie kann man etwas so Simples so spät erfinden?

Ein gewichtsmäßig leichter Schuh ist einem schweren vorzuziehen. Der wichtigste Grundsatz beim Schuhkauf gilt auch für’s Variantenfahren: Nur der Schuh ist gut, der sitzt und der Fußform entspricht. Das ist manchmal leichter gesagt als getan.

Ski

Die Bretter sollen was daher machen, weich und unzerbrechlich sein.

Aber: Allgemeiner Konsens in der aktuellen Diskussion scheint zu sein, dass die Ski hart sein sollen und zwar aus folgendem Grund: Mit stabilen Skiern könnt ihr leichter aus einer Rücklageposition nach vorne kommen. Harte Latten verbiegen sich nicht und geben einen besseren Halt. Dieses Argument zählt primär für den Abschnitt hinter der Bindung. Wenn wir in einen Buckel reinfahren, wissen wir es zu schätzen, wenn die Ski vorne elastisch angelegt sind. Vielleicht wird es eines Tages Buckelpistenski geben, die beide Eigenschaften vereinen, nämlich Weichheit vorne und Härte hinten, vielleicht gibt es diese Ski heute schon.

Es existiert eine Abhängigkeit zwischen dem Eindruck, den Ihr schindet und dem Einkaufspreis der Latten, die Ihr benutzt. Teure Modelle sprechen die Leute emotional an. Selbstbemalung der Oberflächen mit Pinsel und Sprühdose – lasst das! Es wirkt nicht und sieht aus wie angemaltes Sperrholz.

Wenn Ihr aber die Kohle nicht habt – ist egal. Nehmt einen gebrauchten Ski und macht einen auf Bettelstudent. Das ist dann euer eigener Film. Ihr braucht für die Buckelpiste sowieso kein ausgesuchtes  Material. Habe ich mich da gerade widersprochen?

Ich empfehle, wenn es möglich ist, die Besorgung von Rennskiern, weil Ihr ja nicht den ganzen Tag durch Gelände fahrt und auch auf flacher Piste gut dastehen wollt. Ski fertigt man in der sogenannten Sandwitchbauweise. Verschiedene Schichten werden in der Fabrik aufeinandergelegt und dann miteinander verklebt und manchmal fächern sich diese einzelnen Schichten nach einer gewissen Belastungszeit wieder auseinander. Mit Latten zu fahren, die sich in Auflösung befinden, weil eine Schicht nach der anderen abplatzt, bringt einen besonderen Gag: Du demonstrierst, dass sie nicht mehr können, Deine Ski und dass sie aufgeben. Es ist sozusagen der Sieg Deines Geistes über die Materie.

Je länger die Ski sind, desto ruhiger verhalten sie sich bei hohen Geschwindigkeiten, kürzere Bretter ermöglichen aus der gleichen Abhängigkeit heraus frequentere Schwünge. Ich habe einmal Ski der Länge 210 cm in den Buckeln ausprobiert – funktioniert hat das zu meiner Überraschung schon, aber gehalten haben sie nicht lange, die armen Dinger. Heutzutage könnt Ihr euch für einen Tag geliehene Skier nehmen und verschiedene Modelle ausprobieren. Der Buckelpistenfahrer bevorzugt derzeit, so habe ich gehört, Ski in Körpergröße. Taillierte Ski benötigen für einen schnellen Kantenwechsel länger als untaillierte – das habe ich auch gehört. Diese Aussage überzeugt aber nicht ganz.

Persönlich habe ich bei 150 cm Länge angefangen und bei – wie gesagt – 210 cm aufgehört. Große Anpassungen in der Fahrweise waren bei all diesen Aktionen nicht  nötig. Die Ski sind also beinahe schnuppe und irrelevant – würde ich sagen und auch der Einkaufspreis entscheidet nicht über Eure Performance-Fähigkeiten.

Ist Buckelpistenfahren oder alpines Rennfahren finanziell aufwendiger?

Bei alpinen Rennen kommt es auf intakte Kanten an, die wollen jeden Abend präpariert werden, beim Hot-Doggen ist das nicht der Fall. Die Kanten der Buckelski müssen nicht täglich geschliffen und damit abgetragen werden. In den Mulden verwendete Ski haben aus einem anderen Grund eine kürzere Lebenszeit – sie werden häufiger durchbrochen oder gestaucht. Wobei fortgeschrittene Gummihunde wiederum weicher schwingen und dadurch das Material nicht so belasten.

Ihr könnt gebrochene oder gestauchte Ski übrigens an den Hersteller schicken, mit dem Beisatz, sie hätten doch anscheinend, wie man sehen kann, einen Materialfehler. Ob der Austausch klappt, hängt von dem Sachbearbeiter ab, der die Reklamationen in dieser Firma annimmt. Das ist von Marke zu Marke ein anderer, das müsst Ihr halt testen. So könnt Ihr die Kosten niedrig halten, aber nicht weitersagen.

Ein anderer Finanzierungsweg ist der über die Skiversicherung. Im ersten Jahr erhält man respektable 100% des Einkaufspreises der Ski zurückerstattet. Es steht ja in der Policen nicht geschrieben, dass die keine Deppen versichern. Die Händler in den Sportläden freuen sich sogar und klatschen heimlich in die Hände, wenn sie auf fremde Rechnung ein weiteres Paar Ski verkaufen können. Aber ein Skibruch pro Saison sollte die Obergrenze bleiben, sonst wird man rausgeschmissen und muss sich eine andere Versicherung suchen.

Skistöcke

Die Skistöcke sind in der Buckelpiste kürzer und das hat einen Grund: Der Stockeinsatz wird gemacht, wenn wir uns im Buckeltal befinden und die Knie anhocken. Verkürzt also die Länge um 10- 15 Zentimeter.

Stöcke lassen sich problemlos beim Skibasar des örtlichen Skiclubs besorgen oder von der Freundin oder dem kleinen Bruder ausleihen. Wer einmal ordentlich gebrezelt (= gestürzt) ist, der weiß, dass die Dinger im Ernstfall weit weg fliegen sollten, also haben wir keine Schlaufen an den Stöcken. Der Griff hat oben eine breitere Fläche, damit sich die Stöcke nicht in den Körper oder in Teile des Gesichts bohren.

Brille

Der Schnee spritzt ins Gesicht, also müssen wir die Augen schützen. Die Brille ist befestigt und darf nicht herunterfallen, daher werden meist Skibrillen mit Gummiband getragen, und keine Sonnenbrillen. Scheint die Sonne, haben die Gläser eine braune Tönung. Wenn Ihr den Augenschutz den Tag über anbehaltet, bekommt ihr eine helle Schablone um die Nase herum – ein untrügliches Zeichen für exzessives Hot-Dogging.

Kleidung

Da gibt es keine Vorgaben. Ganz praktisch sind Overalls, da sie keine Hosenträger haben. Trägergummis komprimieren nämlich den Oberkörper. Sehr gute Fahrer/innen lieben mitunter das Unterstatement, ziehen sich also bewusst schlicht an. Das Gegenteil, eine Art Papageienkleidung, war auch schon da. Ich habe eine alte, bunte Jacke im Schrank, die ich heute für kein Geld der Welt mehr anziehen würde, aus heutiger Sicht ist derartiges eher zu vermeiden.

Ein Buckelpistenfahrer kleidet sich entsprechend der aktuellen Skimode und variiert nur ein wenig damit. Er möchte nicht durch äußere Faktoren beeindrucken, sondern auf seine Weise.

Bindung

Am besten sind elastisch gehaltene Bindungen, bei denen die Vorder- und Rückbacken nicht fest mit dem Ski verschraubt, sondern auf einer elastischen Schiene befestigt sind. Gut finde ich auch Halterungen, bei denen die Vorderbacke leicht diagonal auslöst, so dass Ihr bei misslungenen Aktionen zuverlässig vom Material befreit werdet.

Als Buckelpistenfahrer schraubt Ihr eure Bindungen etwas fester zu, als der Normalskifahrer, weil Ihr sonst bei jeder Gelegenheit aussteigen würdet – aber übertreibt es nicht damit. Es sieht zwar toll aus, wenn der rote Skalenteil der Stahlfeder ausgefahren ist, und ihr mit damit die Buckel herunterrast. Aber ihr habt hoffentlich viele Skifahrten vor euch liegen und besitzt nur einen, schlecht zu reparierenden Körper.
Aus diesem Grund solltet Ihr z.B. jedes Jahr am Anfang mit 2 Einstellung weniger loslegen als im Vorjahr.

Helme

Helme schützen nicht nur vor einem Sturz, sondern auch davor, dass man auf den „Autobahnen“, zu denen die Pisten heutzutage geworden sind, zusammen gefahren wird. In der Buckelpiste passiert sowas seltener, aber wenn Ihr über Schanzen springt, solltet ihr Helme verwenden. Diese Kopfbedeckungen gelten heutzutage als schick und werden nicht mehr als Attraktrivitätsbremsen gesehen – aber wem sage ich das.

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Kondition https://www.buckelpistenfahren.de/kondition/ https://www.buckelpistenfahren.de/kondition/#comments Sat, 20 Aug 2016 19:57:05 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=78 .flex_column.av-1vkgu-46b8098964244561d9eacd17447efad6{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Kondition

Eine Buckelpistenfahrt dauert mehrere Sekunden und in seltenen Fällen bis zu einer halben Minute. In dieser kurzen Phase müsst Ihr Eure Kräfte mobilisieren, die Muskel übersäuern und arbeiten nicht mehr aerob – so hat man das mir mal gesagt, in einem Kurs für Trainer.

Das heißt, ihr müsst eine Fähigkeit trainieren – den sogenannten Kurzzeit-Kreislauf. Die diesbezügliche Trainingsform nennt sich Intervalltraining und sie ist nicht ganz einfach durchzuführen und strengt doch etwas an. Ihr solltet eine halbe Minuten maximale Leistung regelmäßig üben, d.h. im Schwimmbecken ein paar mal hintereinander 50 Meter schwimmen, im Sportstadion 200 Meter laufen oder irgendwas vergleichbares tun. Seid keine Einzelkämpfer, sondern meldet Euch im Sommer in einem Verein welcher Art auch immer an, wo das Niveau einigermaßen intensiv ist. Mit Konkurrenz und eingebunden in einer Trainingsgruppe treibt man sein eigenes Fleisch verlässlicher an als unter Eigenregie – ein paar ausgebildete Leiter mit Trainingsplänen in den Händen, die bei Euch herumstehen und euch beraten, sind auch nicht schlecht. Aus nahe liegenden Gründen empfehle ich Schwimmen als Vorbereitungssport für den Winter.

Ich selbst war bei unseren örtlichen Wasserballern dabei, einer bemerkenswerten Truppe, konnte mich aber nicht integrieren, denn eine Sache habe ich nicht abgeliefert: Ich habe nicht an den Spielen teilgenommen und damit zum Teilnehmer an den Wettkämpfe gemacht – die Mannschaft war immerhin in der Bundesliga aktiv. Dafür hatte ich die dicksten Oberschenkel von allen – was den Wasserballern aber auch sowas von egal war.

Der Zustand meiner Beine war auch ein Thema, wenn ich mir Jeans kaufen wollte, denn die Hosen in den Kleidergeschäften waren immer zu eng. Heute ist die Suche einfacher geworden und der Einkauf macht mir keine Schwierigkeiten mehr.

Wasserball in der Bundesliga ist übrigens kein Karnevalsverein. Als Spieler musst du dich klar entscheiden und deine Energie voll in diese Tätigkeit investieren – und nicht sowas nebenher machen wollen. Im Schwimmbecken war ich also eher die untergeordnete Nummer. Den Unterschied von Sommer und Winter hat man auch am Verhalten einiger hübscher Teenagerinnen nachverfolgen können, was dann Rückschlüsse auf deren charakterliche Dispositionen zur Folge hatte.

Man ist doch der gleiche Junge, ob man jetzt unkoordiniert Bälle durch das Wasser wirft und viel Wasser dabei schluckt oder flüssig Ski fährt, oder? Suchten diese Mädchen tatsächlich die Nähe meiner betroffenen Person oder folgten sie bloß einem sozialen Status, den sie unbewusst wahrnehmen? Vielleicht hat dieses Verhalten auch mit der biologischen Evolution zu tun, die ja schon seit Millionen von Jahren erfolgreiche Lebewesen hervorbringt. Keine Ahnung.

Das Phänomen poppt auch bei anderen Gelegenheiten auf: Das Ansehen eines ausgebildeten Buckelpistenfahrers kann tatsächlich so groß werden, dass er alleine durch seine Präsentationen bis in die oberen Posten von wichtigen Unternehmen hinein gehievt wird – und zwar ohne irgend eine Zusatzqualifikation. Das behaupte ich einfach mal an dieser Stelle. Auch die Manager von Unternehmen haben nämlich Ideen und freuen sich, wenn diese vor Ihren Augen verwirklicht und sogar übertroffen werden.

Gut, wir sind ein wenig abgeschweift. Zurück zum Thema:

Für unseren Sport wichtig sind die Oberschenkelmuskeln, die Gesäßmuskel und der lange Rückenstrecker. Wenn Ihr euren Kreislauf trainiert habt und die Möglichkeit findet, z.B. als Instruktoren ein paar Wochen im Jahr auf dem Schnee zu verbringen und auch jeden Tag in den Pausen die Buckelpisten besucht, dann wachsen diese Muskel sozusagen von alleine. Sobald Ihr eine Grundkondition besitzt, ist der Rest ganz einfach: Ihr könnt Euren Körper dadurch trainieren, dass Ihr ins buckelige Gelände rein fahrt. Wenn das mal keine Ansage ist.

Je leichter ihr seid, desto weniger Gewicht müsst Ihr auffangen, Muskel mildern Stöße. Wenn Ihr eine gute Rumpfmuskulatur besitzt, entlastet dies das Rückgrat, voluminöse Beinmuskel schonen die Knie.

Wenn Ihr beweglich werden wollt, solltet Ihr wirklich was tun. Ein Training verschiebt die Leistungsgrenze nur dann nach oben, wenn ihr in die schmerzhafte Zone reingeht. Wirksames Training ist also unangenehm – aber dann kommt das Resultat: Ihr marschiert nach hause und erlebt im Körper, Euren Muskeln, eurem Kreislauf und bis in die Fingerspitzen hinein, dass sich da etwas getan hat. Das deckelt dann das Ganze in positiven Sinne. Ihr erlebt ein angenehmes Kribbeln – und nimmt das wahr als Euren persönlichen Unterschied zwischen der großen Langweile, die sich einstellt, wenn man keine Ideen hat, was man so tun soll den ganzen Tag über – und brauchbaren Momenten in jungen Jahren.

Ein potentieller Buckelpistenexperte hat also keinen Zeitmangel im Training, aber zwei Stunden am Tag genügen dann doch für das, was ihr an Grundausstattung benötigt.


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Der Klebeschwung https://www.buckelpistenfahren.de/der-klebeschwung/ https://www.buckelpistenfahren.de/der-klebeschwung/#respond Tue, 07 Mar 2000 07:00:53 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=64 .flex_column.av-212g8-99689a348fdc7a2c5b07ed9ddf6abf4a{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Die Steigerungen der Ausgleichstechnik

Es gibt zu vielen Dingen eine Steigerung und zu dieser Steigerung manchmal noch weitere Steigerungen. So auch in der Buckelpiste.

Wir fahren in der Buckelpiste die sogenannte Ausgleichstechnik. Unebenheiten gleichen wir aus, indem wir in die Knie gehen. Wenn wir die Knie passiv beugen, dann wollen und dürfen wir den Vorgang „klassische Ausgleichstechnik“ nennen.

Schön und gut. Ab einer gewissen Geschwindigkeit – einer Marke, die gar nicht mal so weit hinten in den Lehrbüchern zu finden ist – können wir mit diesem passivem Ausgleich den Kontakt zum Boden nicht mehr halten. Nun ist es schlecht, wenn wir Kontakt verlieren, denn Kontaktverlust bringt Schläge mit sich. Schläge, die Ihr vermeiden werden solltet  – es sei denn, Ihr habt kein Interesse an eurer Zukunft.

Obwohl: Da existiert eine Technik, die man ungefähr so beschreiben kann: Man springt von Buckelspitze zu Buckelspitze und kümmert sich einen Dreck um den Rest. Gar nicht mal so übel, diese Vorgehensweise, aber ich habe keine Erfahrung damit. Ich begnüge mich, wie gesagt, mit stetigem Bodenkontakt, da ich meine, dass dies dann doch vernünftiger ist, vorzuziehen aus Gründen der Nachhaltigkeit.

Wenn wir eine bestimmte Geschwindigkeit überschreiten, müssen wir nicht nur passiv, sondern auch aktiv die Beine anhocken, bevor wir sie wieder von uns strecken. Diese Variante heißt „Anhocktechnik“, ich habe in dem Zusammenhang auch die Bezeichnung „Kompressionstechnik“ ausgesprochen gesehen. Beide Knie werden aktiv angehockt oder komprimiert. Wenn wir diesen Vorgang einigermaßen gut beherrschen, dann sieht es aus, als seien unsere Knie aus Gummi hergestellt. So eine Präsentation kommt bei den Zuschauern und Zuschauerinnen ganz passabel an. Wir können den Ausführenden getrost den Namen „Gummihund“ geben.

Wenn wir die Beine aktiv anziehen, so hat das einen weiteren Vorteil: Die Oberschenkelmuskel und die Muskel am Gesäß können sich für den Bruchteil einer Sekunde entspannen. Versorgungsblut fließt nach und die Muskeln erholen sich – wir realisieren längere Fahrten, ohne müde zu werden.

Vielleicht denkt manch einer jetzt: Oha, gut geschlussfolgert, interessante Perspektive – das ist es, diese eben erwähnten Gummiknie seien das maximal Erreichbare und die Grenze des Machbaren: So ging es mir jedenfalls, bis ich merkte, dass es noch weiter geht. Die soeben beschriebene Vorgehensweise lässt sich noch entwickeln – ich konnte einen entsprechenden Fahrer mit eigenen Augen sehen. Keine Sorge: Ich beherrsche das nicht, was ich nun ausformulieren möchte. Ich werde es auch nicht mehr lernen – keine Chance, aber möglicherweise kann ich es beschreiben und vielleicht wird einer von Euch etwas damit anfangen. Das wäre doch was.

Das Reich der Freiheit

Die Bewegungsabfolge, von der wir sprachen, die von den Gummiknien, lernen und üben wir eine Zeit lang. Zuerst versuchen wir es auf einfachen und nicht allzu abschüssigen Hängen. Hier eine Information gegen Ehrgeiz an der falschen Stelle: Wenn die Buckel vereist sind, wie zu Ostern in den Morgenstunden, dann fährt niemand in Buckelpisten rein sondern man macht Pause und chillt ein wenig.

Sobald wir diese Dinge gut hinbekommen, fahren wir in ordentliche Hänge hinein. Wir üben es lieber 10 mal langsam und vorsichtig, als einmal zu schnell. Wenn nichts dazwischen kommt, beherrschen wir die Anhocktechnik nach einigen Jahren auf zufrieden stellende Weise. Die Stabilität unter Stress wächst, was wir auch außerhalb der Buckelpisten realisieren können. Wer sich in den Buckeln behaupten kann, für den gibt es auch auf gewalzter Piste wenige Situationen, in denen es ihn aus den Halterungen wirft. Wir steigern anschließend unser Tempo soweit, dass uns eigentlich alle Übungen, die der menschliche Körper auf Skiern machen kann, zugänglich sind.

Wobei wir sagen müssen, dass es einigen Buckelpistenfahrern mit dem Druck auf den Außenski ein bisschen hapert, aber dieser Text stammt aus dem Jahr 2000. Mitlerweile haben sich die Vorgaben der offiziellen Lehrplände doch ein wenig bewegt.

Aber egal, beim Buckelpistenfahren handelt es sich ja um sogenannten freien Stil, in englischer Sprache: „Freestyle“. Wobei es eine offene, desorientierte Freiheit nur solange gibt, bis uns jemand eine Sache zeigt, die wir unbedingt nachvollziehen wollen. Dann lichtet sich der Nebel unserer Ahnung, was Buckelpistenfahren eigentlich sein kann. Wir staunen zunächst und denken anschließend darüber nach, ob wir auch sowas hinbekommen können.

Die Gummihunde des vergangenen Jahrhunderts hatten Glück und sie hatten Pech in einer Sache: Sie verfügten zunächst über den Vorteil der frühen Tage, konnten ihren Sport noch „Freestyle“ nennen, wo es tausend Dinge zu entdecken galt und man noch frei von jeglicher Vorgabe – wie z.B. der zwingenden Außenskibelastung – herumexperimentieren konnte. Sie hatten andererseits das Problem, dass sie die gegenwärtigen Möglichkeiten noch nicht alle kannten.

Ein junger Hund entwickelt die Anhocktechnik weiter: Wenn er sie über längere Zeit ausprobiert und anwendet, bekommt er ein Feingefühl für den Untergrund und baut die Angst gegenüber brenzligen Situationen ab. Er hat nun die Kraft und die Erfahrung, seine Skier permanent auf dem Boden zu halten.

Irgendwann macht es ihm vielleicht auch nichts mehr aus – aus einer Laune heraus – in gerader Linie den Hang herunter zu fahren, einfach so. Wenn das funktioniert, dann ist es nicht schwierig, auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten konstant den gleichen Fersendruck auf den Boden abzugeben. Wenn Du jedes Gelände im Schuss bewältigst, kannst Du alles. Du wechselst aus dem freien Fall ins Schwingen und dann wieder zur Beschleunigung. Du befindest dich in einem Reich der Freiheit. Alle Fahrtricks funktionieren – jederzeit. Deine Ideenkraft ist nicht mehr durch etwaige Mängel in Deiner Kondition eingeschränkt und auch die Angst vor dem Sturz hast Du fast aus Deinem Kopf entfernen können.

Ein wesentlicher Vorteil des Eindringens in diese Freiheit ist, dass Du nun den Aufwand reduzieren kannst und  ökonomischer zu schwingen vermagst. Du kannst also nicht nur beliebige Kombinationsabfolgen fahren, sondern verkleinerst auch die grundlegende Kraftanstrengung – wobei du selten, aber immer wieder, zur Sicherung Gewalt benötigst, wenn brenzlige Situationen entstehen, bei denen es an die Ressourcen zu gehen gilt, um dann sofort wieder frei zu sein. Der Buckelpistenfahrer schafft es, im Reich der Freiheit ohne besondere Anstrengung zu fahren, benötigt aber nach wie vor Reservekräfte.

Langfristige Entwicklung

Was passiert, wenn ein Buckelpistenfahrer über längere Zeit diesen gehobenen Unsinn durchführen kann? Nun, er schafft es wie gesagt, die Körperlast während des gesamten Schwungs so zu verteilen, dass der Druck konstant bleibt. Es sieht für einen Betrachter nicht mehr aus, als könnten Knie aus Gummi die Unebenheiten ausgleichen, nein, die Ski kleben sozusagen autonom auf dem Boden. Die Beine scheinen wie eine Nähmaschinennadel die Bodenbeschaffenheit abzulesen – wie eine Nadel ohne Eigenmasse.

Dem soeben gefundenen Phänomen sollten wir einen Namen geben: Ich möchte das präzise Halten der Ski auf dem Boden Klebetechnik nennen. Die Klebetechnik ist die Konsequenz einer ausgereiften Anhocktechnik.

Diese Klebetechnik habe ich vor einiger Zeit beobachtet, und sie ist eine Fahrweise, die sich wahrscheinlich kaum verbessern lässt – bis irgendwann mal einer auf die Idee kommt, uns noch etwas hundsmäßigeres vorzuführen.

Weitere Entwicklung

Ein Gummihund senkt seinen Aufwand und kann spielerische Manöver ausführen, die nicht unbedingt zur Verteidigung gegen die ankommenden Buckel notwendig sind. Er beginnt zu tanzen.

Die Buckel verlieren einen Teil Ihrer Gefährlichkeit. Statt einem harten Terrain voller unangenehmer Kanten und Untiefen, erinnert sich der Fahrer daran, dass der Schnee weich ist. Er streichelt mit seinen Gleitflächen liebevoll und sanft – aber mit fixen Reflexen – über den befahrenen Grund. Die grundsätzliche Feindschaft gegen das Gelände entspannt sich, sie wird zu einer Partnerschaft. Die Oberschenkelmuskeln wechseln elastisch zwischen Anspannung und loszurren. Virtuose Zuckungen kehren den persönlichen Charakter des Sportlers nach außen und das sieht bei jedem Fahrer anders aus und bildet in der Gruppe eine abwechslungsreiche Mixtur. Das spielerische Element tritt gegenüber dem sportlichen in den Vordergrund – natürlich nur, solange keine Wettkämpfe anstehen. In Konkurrenzsituationen klotzen die Aktiven brav, was das Zeug hält.

Der Athlet oder die Athletin backt die Oberschenkelmuskel seltener zu einem festen, unelastischen Klumpen, er kann große Anteile seiner Muskelmasse locker und unbenutzt belassen, er fordert vor allem seltener die äußeren Körpermuskel an. Die Arbeit erledigen innere Muskel, welche sich nahe am Rumpf, Zentimeter unter der Hautoberfläche befinden.

Eine besondere Macht-Demonstration ist das Aufperlen von gleichen Schwüngen, exakt gleichen – und zwar in natürlich gewachsenen Buckelpisten, die immer auch unregelmäßig sind. Wie zwei Scheibenwischer schieben die Ski links-rechts, links-rechts in konstanter Ausführung, wie ein Schweizer Uhrwerk, den kompletten Hang hinunter. Ein jeder Schwung entspricht dem vorhergehenden, unabhängig davon, was die Buckel unter den Füßen gerade machen. Dann fragt sich der Betrachter, warum ein solcher Hund seine Schwünge nicht dem Gelände anpasst. Der Verwunderung folgt dann die Feststellung, dass das Gelände den Akrobaten anscheinend nicht mehr einschränken kann. Ein Könner sucht nicht nach einer Passage, der Weg ist ihm einerlei und er kann die Richtungen frei wählen. Mit seiner regelmäßigen Fahrt amüsiert sich ein Aktiver über jene Lernenden, die an der Schwelle zur Anhocktechnik stehen. Einen Schwung immer so aussehen zu lassen wie den Vorhergehenden, scheint zunächst überflüssig, aber wer dies aus der Westentasche heraus kann, lacht damit über jene Jungs und Mädels, die es nicht einmal schaffen, unter regelmäßigen Bedingungen einen Lauf zu produzieren.

Es geht nicht  nur darum, die Gesetze der Körpermechanik zu überwinden – sondern auch darum, sich aus einer beglückten Haltung heraus über die annullierten Schwierigkeiten zu amüsieren.

Das war das Buckelpistenfahren, wie man es im Jahr 2000 erleben konnte – wenn man zufälligerweise den richtigen Taktgeber vor Augen hatte.


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Der Druckpunkt https://www.buckelpistenfahren.de/druckpunkt-versus-druckphase/ https://www.buckelpistenfahren.de/druckpunkt-versus-druckphase/#respond Sat, 08 Mar 1997 20:05:28 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=1448 .flex_column.av-4lz954-0549cd285891126073ef49c2a0c6734d{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Der Druckpunkt

Wenn Ihr bis vor kurzem noch nicht einmal wusstet, was Buckelpistenfahren ist, dann ist dieses Kapitel wahrscheinlich nichts für Euch. Wenn Ihr Euch für das Thema Skitechnik nicht interessiert, dann könnt Ihr die Ausführungen überspringen, sie werden Euch wahrscheinlich auch nicht weiter bringen.

Eine Technik wird durch die Lande getragen

Wenn ein neuer Stil durch die Lande getragen wird, so kommt er in der Regel vom alpinen Rennlauf, hat sich dort entwickelt und durchgesetzt. Logisch, so ist das, aber ich habe noch nie gehört, dass wir Buckelpistenfahrer auch ein wenig Ski fahren können und dass da etwas durchsickern könnte in Richtung Allgemeinheit. Da haben wir also eine Lücke, die wir füllen können – wenn wir einen entsprechenden Impuls verspüren, den habe ich natürlich, sonst gäbe ich dieses ganze Kompendium nicht. Dann machen wir einfach mal weiter.

Alte Skibücher

Das mit der Skitechnik ist immer gleich und doch irgendwie anders. Gäbe es heute nur die eine einzige, durchdachte Fahrmethode, dann wäre das schade, denn uns fehlte etwas: Die historische Vielfalt an Möglichkeiten. Dennoch gibt es ein Konzentrat, das gefunden werden will, eine letztendliche Skitechnik, ein Gral der Erkenntnis sozusagen.

Wenn Ihr ein altes Ski-Buch findet, und in der Hand hält, braucht Ihr es nicht wegwerfen, sondern könnt es bei Lust und Laune an mich senden. Es muss auch nicht in deutscher Sprache verfasst sein. Ich interessiere mich für diese alten Bücher. Ich untersuche die Texte, vergleiche und suche nach Fehlschlüssen. So bekommt man ein Gefühl dafür, dass manchmal heute noch der Unsinn erzählt wird, der in den Anfängen des Skifahrens erzählt wurde, nur eben in anderer Verpackung.

Und ich meine, dass ein paar Sachen aus den vergangenen Zeiten, die mal als sinnvoll erkannt wurden, nicht verloren gegangen sind und bei Gelegenheit reaktiviert werden können.

Ein Satz, der in Erinnerung blieb

Am Start eines Slalomlaufes hat mein Trainer im Jahr 1987 zu mir gesagt: „Wir fahren jetzt Slalom. Also folgendes: Du machst einen kurzen und knackigen Kanteneinsatz, kapiert?“
Natürlich. Aber klar. Wenn der Trainer einen entschlossenen Gesichtsausdruck macht, dann sollte man seine Präferenzen neu ausrichten, sonst kann man Ärger bekommen. In der Regel sollte man sich ja auf Traineraussagen verlassen, davon kann man ausgehen. Das kann man festhalten. Wenn man sich das so überlegt … oder …

Aber nein: An dieser Stelle war nicht alles klar.

Ein Kantendruck, der kurz und knackig ist wäre der bei genauer Betrachtung vergleichbar mit einem Schlag oder einem Hammerschlag auf den Untergrund – und dabei geht doch sicher Fahrtenergie verloren. Wäre es nicht schlauer, anders vorzugehen? Vielleicht mit einem kontinuierlichen Kanteneinsatz, um dann weicher zu gleiten?

Diese Aufforderung blieb eine Aussage ohne klärenden Abschluss und sowieso: woher nahm der Trainer diese Idee?

Es ist keine schwarz-weiß Malerei. Manchmal kann man einen Bewegungsablauf unterschiedlich zum Ausdruck bringen und trotzdem die gleiche Idee haben. Zum Beispiel ergibt es das Gleiche, wenn Du mit bestimmendem Ton sagst: „Gehe nach vorne in die Knie, Du Dachlatte, sonst öffnet sich ein Riss im Boden und Du fällt für alle Zeiten hinein und ich hole Dich nicht wieder heraus“, oder anders, etwas zuvorkommender: „Mache doch bitte eine Bewegung im Fußgelenk“. Der zweite Satz ist seit kurzem in Gebrauch und ich kann bestätigen, dass er wirkt. Mit dem ersten Ansatz kann man als Skilehrer schon mal scheitern. Man hört: „Tue ich doch, ich bin doch in den Knien…“ – und muss dann sagen: „Ja wirklich? Wo denn bitte?“

Eine einfache Erkenntnis

Der Ski liegt auf dem Boden. Und der Mensch, der auf diesem Ski steht, steht auf der Mitte des Skis. Wenn er vorne oder hinten steht, dann liegt der Ski nicht, sondern verbiegt sich – mehr oder weniger, was aber unnötig ist. Wenn die Ski quer zur Fahrtrichtung stehen, dann rutschen sie seitwärts, anstatt zu kanten. Das macht man, wenn die Sache anfängt unangenehm zu werden und irgend ein Gedanke Alarm schlägt. Den Unterschied zwischen einem geschnittenen und einem gerutschten Schwung kann man an der Spur sehen, die man hinterlässt.

Das Stehen auf der Mitte der Ski bedeutet, dass man in einem steilen Hang dafür sorgt, die Spitzen nach unten zu drücken. Dies läuft der anfänglichen Angst zuwider, der Furcht vor der Tiefe und der Angst vor dem freien Fall. Ein Anfänger möchte bremsen und unternimmt viele Aktionen – vielfach auch unnötige Aktionen – nur zum Zwecke des Bremsens, kommt aber nie auf die simple Idee, die Skispitzen mal ins Tal zu führen und sich dann wohler zu fühlen.

Unnötiger Druck auf die Vorder- oder Hinterseite des Stiefelschaftes sollte also nicht unterrichtet werden. Wir sollen mittig stehen in jeder Phase des Schwunges und der ausgebildete Fahrer hält die Balance.

Taillierung

Heutige Ski sind tailliert. An der Spitze und hinten sind sie breit, in der Mitte etwas enger. Wenn wir die Ski einkanten, also halbseitig auf den Boden legen, machen sie einen Bogen und zwar von alleine. Wenn wir auf der Mitte des Skis stehen, laufen die Bretter schön an dieser Kante entlang – wie auf kleinen, vorgelegten Schienen. Wir kennen keinen Grund, warum die Ski vorne oder hinten belastet werden sollen. Die Mittelposition ist vorzuziehen. oder existieren Ausnahmen?

Gibt man vorne Druck, so erreicht man einen kleineren Schwungradius, aber erzeugen bereits eine Art von Bremsschwung. Manchmal ist das notwendig. Möchten wir  jedoch allen unseren Schwüngen einen kleineren Schwungradius geben, dann gehen wir in eine Skifabrik, reden mit den Verantwortlichen und lassen uns andere Ski pressen. Carvingski haben einen natürlichen Schwungradius, also einen Radius, der konstant ist. Und wenn man Carvingski entsprechend ihrer Bestimmung nutzt, kann man immer mittig über der Bindung stehen, in jeder Phase.

Ein Grund für die Aussage des Trainers lag wohl in der damaligen Skikonstruktion. Wenn man einen Bogen fuhr, so stand der Ski nur einen Moment lang in der richtigen Richtung, Ansonsten fuhren diese alten Ski geradeaus – ohne Taillierung.
Das heißt, man musste den richtigen Moment finden, um die Ski in den Schnee zu drücken. Man tat dies, um an Höhe zu gewinnen und die geforderten Wege einzuhalten. Man stemmte dazu den Außenski kurz in den Boden. Dies bezeichnete man als Stemmschritt. Einen vergleichbaren Schritt machen Hochspringer, als letzte Aktion vor dem Sprung.

Eleganz

Eine richtige Vorgehensweise ist übrigens kraftsparend. Die dazugehörige Aussage lautet: Setze nur so viel Aufwand ein, wie nötig ist und verzichtet ansonsten auf Albernheiten. Warum soll man sich anstrengen, wenn man die gleiche Sache mit weniger Aufwand durchführen kann? Man sollte schauen, dass die Muskeln nicht ohne Grund beansprucht werden, etwa indem man z.B. – und das geschieht leider häufig – in der Hocke fährt. Beuge- und Steckmuskeln sollen abwechselnd belastet werden, so dass sich jeder Muskel ausruht, und sei es nur eine halbe Sekunde lang. Ein permanentes Fahren in der Hocke macht die Muskel müde, blau und schlapp.

Bleibt also, sofern möglich, in einer Phase eures Schwunges spannungsfrei. Die Kraftorgane öffnen sich, die Blutgefäße expandieren und frisches Blut kommt nach. Wer nur in der Hocke sitzt, sei es auf einer flachen Wiese oder einer Buckelpiste, bekommt irgendwann dünnen Atem und keine Lust mehr, wo das Gegenteil doch so einfach zu erreichen ist.

Elastizität

Ein Schwung ist elastisch auszuführen. Der Muskel ist eine Art Gummiband und er kann sich dehnen. Da soll sich auch nichts verklemmen. Das Muskelband steckt und dehnt sich. Unser Skelett ist grundsätzlich nicht so aufgebaut, dass ein Muskel sich verklemmen muss, in dem Sinne, dass er über eine Richtungsänderung wuchtet oder gegen ein anderes Körperteil drückt. Es erscheint uns manchmal nur so.

Druckpunkt versus Druckphase

Seit die Taillierung der Ski flächendeckend Verbreitung gefunden hat, konnte man länger auf der Kante stehen. Der Druck auf die Kante verteilte sich auf mehrere Meter Fahrstrecke. Eine schöne Sache, wie wir finden. Ursprünglich gab man aber diesen kurzen Kantendruck. Davon sprachen wir ja eben.

Ein Gegenargument lautet: Der Mensch ist von Natur aus für das Laufen geschaffen. Beim Laufen oder Joggen, haben wir – man überprüfe das bitte – einen kurzen Moment der Kontraktion. Wir laufen eben. Das Gegenteil wäre das Laufen durch den Tiefschnee oder durch eine Sanddüne, wo die Muskeln länger unter Krafteinfluss stehen. Könnt Ihr euch das vorstellen? Es ist anstrengender durch den Tiefschnee zu gehen, als über einen harten, stabilen Weg?

In den Buckelpisten verhält es sich nicht anders. Wir sehen dort mächtig viele Leute, ganze Kompanien von Individuen, die hinten aufsitzen. Sie haben die Oberschenkelmuskel immer angespannt. Die Könner hingegen geben nur einen kurzen Druckpunkt, der sich sofort wieder auflöst. Es ist also Teil der Kunstfertigkeit, einen kurzen Druckpunkt zu haben. Und eine noch größere Kunst ist es, den Druckpunkt weich zu halten. In der Buckelpiste fährt man mit Druckpunkteinsatz.

Auf diesen Druckpunkt verzichten heute die Carver, soweit ich das sehe. Die Oberschenkelmuskel stehen ständig unter Spannung. Mit Druckpunkt zu fahren ist jedoch entspannter. Wenn Du im Schwung einen Druckpunkt setzt, dann sind in der restlichen Zeit die Muskeln locker. Die Gesamtanstrengung nimmt ab und die Bewegung kommt dem Joggen nahe.

Die Hocke der Wettkampfskifahrer

In Torläufen wird ein Weg gesucht, der möglichst am Limit liegt und man fährt nur ein bis zwei Minuten lang, dann ist der Hang abgefahren und das Rennen beendet. Die Wettkämpfer müssen den Luftwiderstand also als eine Teilkomponente ihrer Aufgabe beachten. Sie beugen den Oberkörper nach vorne, und gehen in die Hocke, manchmal sogar bis in die sogenannte ‚Eiform‘, um der Eile genüge zu tun, was ohne Stoppuhr nicht in dem Maße notwendig wäre. Wenn man frei Schnauze fährt, kann man sich seinen Weg suchen und man darf anhalten, wenn einem danach ist.

Klebetechnik

Könnten wir uns einen Schwung vorstellen, bei dem wir während des ganzen Schwunges Druck auf die Kante geben? Wir müssten uns dazu aber aktiv strecken und beugen. Wir strecken uns zuerst und ziehen die Beine wieder an. Das heißt, wir versuchten, den Fersendruck in allen Phasen des Schwunges gleich zu dosieren. Zuerst strecken wir uns aktiv, dann ziehen wir die Beine an. Ich wiederhole: Wir strecken und beugen uns aktiv.

Kennen wir das nicht irgend wo her? Ist das nicht jenes, was wir schon mal „Klebetechnik“ genannt haben? Genau. Darauf wollte ich auch hinaus. Es geht darum, dass die „Klebetechnik“, eine Technik, bei der es aussieht, als würden die Ski von alleine auf dem Boden kleben, ins Flache übertragen wird. Das kann natürlich nur bei kurzen Schwüngen klappen. Das Verfahren, von dem ihr hier hört, gilt also nur für kurze Schwünge. Bei langgezogenen Schwüngen soll man die Beine nicht anziehen, und wenn doch, dann macht es keinen Sinn.

Wenn Ihr einen Druckpunkt anwendet beim Fahren, dann ist das über den Tag hinweg entspannter. Im Torlauf verliert Ihr durch ein Fahren mit Druckpunkten Zeit. In der Buckelpiste wird mit Druckpunkten gefahren.

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Flache Piste und Buckelpiste https://www.buckelpistenfahren.de/vergleich-von-carven-und-buckelpiste/ https://www.buckelpistenfahren.de/vergleich-von-carven-und-buckelpiste/#respond Wed, 22 Feb 1995 22:23:05 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=1782 .flex_column.av-11zfd0m-994a34bfa59f747c47012eefcee19d79{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Flache- und Buckelpiste

Wir vergleichen die Spuren auf der flachen Piste mit denen der Buckelpiste. Wir sehen hier einige Unterschiede.

Der Vergleich

Die linke Bildhälfte zeigt die ungefähren Spuren eines Skifahrers im Tiefschnee beziehungsweise auf flacher Piste. Die Bewegungen sind gleichmäßig. Sie laufen entlang einer Pendelbewegung, gleichen den Bewegungen von Scheibenwischern und sehen durchaus aus wie eine grob gezeichnete  Sinuskurve. Der Skifahrer zeigt hier fließende Bewegungen. Solche fließenden Bewegungen machen wir auch in einer Buckelpiste. Nur gilt hier: Buckelpisten sind stufenförmig. Da ist es etwas schwieriger mit der erhofften Sanftheit. Also müssen wir uns anpassen. Dies versuche ich in der rechten Bildhälfte im folgenden Bild darzustellen.

Die rote und die gelbe Phase.

Wir unterteilen den Schwung in Phasen und markieren diese. Wir haben zunächst eine rote und dann eine gelbe Phase. Am Anfang, in der roten Phase, werden die Ski in Stellung gebracht. In der gelben Phase stehen wir zentral auf den Skiern  und geben Druck auf den Schnee.

Wir sehen hier die Unterschiede zwischen flacher Piste und Hügeln. Wie sehen, dass die rote Phase auf flachen Piste über eine längere Fahrstecke geht. Buckelpistenfahrer beeilen sich also zunächst. Sie haben aber dann mehr Zeit, um gerade aus zu fahren, also die anschließende und hier gelb markierte Phase zu durchlaufen.

Horizontale Bewegung

Wir betrachten die Sache wie gesagt aus der Vogelperspektive. Von dort aus gesehen werden in der roten Phase die Ski gedreht. Das geht schnell und sieht manchmal sogar aus, als würden die Enden der Ski wie eine Peitsche ausschlagen. Danach wird gerade aus gefahren. Ganz einfach.

Weitere Unterteilung

Schauen wir uns das noch etwas genauer an. Am Punkt „A“ kommen wir an. Wir erreichen sozusagen die Oberseite der Buckel. Möglicherweise sind wir zuvor seitwärts etwas abgerutscht, um langsamer zu werden und an Fahrt zu verlieren. Das kann man durchaus machen, wenn man ungeübt ist. Die Beine sind nun ausgestreckt aber werden beim Ankommen auf dem Untergrund schon zurückgenommen. Wir ziehen die Knie bereits an, bevor wir Bodenkontakt erreichen. Warum tun wir das? Ganz einfach: Es kracht dann nicht so im Gebälk.

Dann kommt der Druckpunkt. Der Punk „D“ bezeichnet den Druckpunkt. Wir stehen zentral auf den Skiern. Unser Gewicht drückt auf die Gelenke. Hier gehen wir weiter in die Hocke. Wichtig ist hier, dass wir nicht hinten aufsitzen.

Hinter dem Buckel kippen die Skispitzen nach unten. Am Punkt „K“ kippen die Spitzen also nach unten,  „K“ steht für „Kippen“. Wir stehen quasi wieder auf. Auch hier ist es wichtig, dass wir nicht hinten aufsitzen, sondern vorne bleiben.

Wenn wir das Ganze zusammen setzen, sehen wir eine einfache Bewegung. Der Oberkörper beugt sich während der Bewegung von Punkt A bis K – von hinten nach vorne.

Hier können mitunter Probleme auftreten: Manche Fahrer stehen bei „K“  weit hinten in der Hocke und beugen den Oberkörper zum Ausgleich zu weit nach vorne. Das ist nicht gut für das Kreuz und die Lendenwirbel. Wir können das Abhocken reduzieren und zwar auf folgende Weise:

  • Über die Hardware: Wir manipulieren den Skischuh. Die Vorlage des Schaftes lässt sich bei einigen Modellen mit Hilfe einer Stellschraube erhöhen.
  • Alternativ – und dies wird gegenwärtig unterrichtet in den Skischulen – über eine Bewegung im Sprunggelenk: Wir machen eine Beugebewegung in eben diesem Sprunggelenk. Am Punkt „A“ schieben wir unsere  Fersen nach hinten. Dies verbessert die Körperlage. Dazu brauchen wir einen flexiblen Skischuh-Schaft, damit wir das Schienbein nach vorne drücken können.

Druckverteilung

Wenn man es richtig anstellt, dann verteilt man den Druck auf dem Untergrund gleichmäßig über den gesamten Schwung. Es treten geringere Belastungsspitzen auf –  wie die folgende Grafik darstellt. Der gelbe Strich in der Grafik zeigt die Druckbelastung. Über die grün gezeichnete Schwelle soll es nicht hinaus gehen. Ein optischer Genuss …

… und ressourcenschonend. Leider haben das nicht alle parat und „treten“ in die Oberseiten der Buckel hinein. Nicht gut, denn man macht so etwas nicht sehr lange, nicht über Jahrzehnte. Irgendwann tut es weh und der Schaden ist da.

Bei diesen Grafiken müsst Ihr natürlich von rechts nach links gehen. So habe ich es versucht darzustellen.

Wettrennen

Ich sehe diese „Schmiedetätigkeiten“, also inkorrekten Druckverteilungen – in Wettkämpfen und häufig auch im Weltcup und ich sehe sie manchmal bei den Gewinnern, die die Pokale erhalten. Leider ist das so. Und das ist blöd und führt zu einem schlechten Ruf für unseren Sport. Die zuständigen Trainer sollten erst mal eine Pause verordnen, die Betroffenen aus dem Geschehen herausnehmen und Grundsatzarbeit leisten. Lernbar ist eine nachhaltige Technik allemal. Sonst passieren die unguten Dinge: Kräfte werden angefordert, die die gesunde, grüne Schwelle durchbrechen. Nicht nur einmal durchbrechen sie sie, sondern hundert mal am Tag und ich möchte auch das Argument nicht gelten lassen, dass die Geschwindigkeiten im Wettkampf hoch sind, und eine saubere Druckverteilung kaum realisiert werden kann bei diesen Geschwindigkeiten. Kaum realisierbar,  ja –  aber nicht unmöglich. Zum Glück sehen wir Athleten, die sich in dieser Beziehung Mühe geben. Was für ein Glück.

Olympia Finale 2006

Bei dem folgenden Video macht es einer von drei Teilnehmern richtig. Könnt Ihr sehen, wer das ist?

Finale 2006 Turin

Fazit

Man kann nicht sofort Buckelpiste fahren wie ein österreichischer Indianer. Man muss es lernen. Und man soll sich vorsichtig herantasten.

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Vorausschauend fahren https://www.buckelpistenfahren.de/vorausschauend-fahren/ https://www.buckelpistenfahren.de/vorausschauend-fahren/#respond Sat, 05 Mar 1988 20:56:45 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=1399 .flex_column.av-44j1d3-c2ca7510fdd2bbfbcd781e2c4f1da6d9{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Grob statt fein

Für forgeschrittene Fahrer

Ihr könnt mittlerweile in die relevanten Hänge einsteigen? Ihr fürchtet Euch nicht, die Sache ist flüssig anzusehen und es sieht emotionsgeladen aus? Sehr schön, prima.

Dann probiert doch mal folgendes: Lenkt die Aufmerksamkeit ins Tal hinein. Fixiert die Buckel weiter vorne, vielleicht in 10 Metern Entfernung. Konzentriert Euch auf das Kommende, nicht auf die aktuellen Ereignisse. Versucht also grob zu Handeln.

Die Vorgehensweise ist schließlich bei allen Buckeln ungefähr gleich und wozu soll man sich jede Sekunde neu aufregen. Ihr wisst ja mittlerweile, was Ihr zu tun habt. Löst die Aufmerksamkeit vom aktuellen Geschehen weg und ins Tal hinein.

Das ist wie das Wandern. Wir können diese Bewegungen vergleichen mit dem Gehen über weiten Strecken in der freien Natur, aber auf Trassen, wo der Untergrund stark mit Steinen und Felsen durchsetzt ist.

Leute ohne Erfahrung gehen langsam vorwärts. Sie setzen einen Schritt an den anderen, stoppen häufig, denken über ihre Schritte nach und weichen Kanten und Löchern aus und wissen nicht, wozu ihr Schuhwerk nütze ist: Wanderschuhe sind nämlich so konstruiert, dass man in ihnen nicht einknicken kann im Sprunggelenk. Man kann mit Wanderschuhen auch mal in eine kleine Spalte oder auf einen eckigen Stein treten, ohne dass ein größeres Malheur passiert. Die Wanderer, die das nicht wissen nutzen ihr Schuhwerk nicht aus und kommen auf eine tägliche Distanz von 20 km. Fortgeschrittene Geher schaffen in der Zeit etwa die doppelte Strecke und stampfen an Ihnen entlang. Ihnen ist egal, wo der einzelne Schritt genau stattfindet.

Umgesetzt für unseren Bereich heißt das: Wozu sich auf jeden einzelnen Beuge-, Streckvorgang in der Piste konzentrieren? Die Bewegungen sind ungefähr alle identisch – mehr oder weniger. Wir federn die Buckel ab. Wir sind unter der Hüfte beweglich und wissen, wann die Beine angezogen werden und wann die Muskeln auch mal keine Anweisungen vom Willen erhalten und den Boden einfach ablesen dürfen. Das ist klar und in uns automatisiert. Was sich dann im Detail abspielt, ist Nebensache und bringt uns nicht aus der Fassung. Das automatische Reagieren ist aktiviert, der Modus der Reflexe ist angeworfen. Man konzentriert sich nicht mehr auf den einzelnen Schwung.

Zeichnen

Nicht anders ist es übrigens beim Zeichnen. Auch dort focussiert man sich nicht auf den einzelnen Strich – den man eh nicht perfekt hin bekommt – sondern auf das Endergebnis. Auf das Produkt, welches gar nichts dagegen hat, wenn es über holprige Wege gefunden wird.

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Der Peitschenschlagschwung https://www.buckelpistenfahren.de/peitschenschlagschwung/ https://www.buckelpistenfahren.de/peitschenschlagschwung/#respond Thu, 20 Mar 1986 21:18:15 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=95

Peitschenschlagtechnik

Wir beschreiben eine Technik, die man vielleicht noch nicht ganz als ausgereift bezeichnen kann, aber es geht schwer in diese Richtung. Wie Ihr seht, lautet die Bezeichnung: „Peitschenschlagtechnik“. Ein mutig angelegter Name, aber was soll ich sagen, die Technik hält tatsächlich den Ansprüchen stand.

Hier eine erste Beschreibung:
Die Bewegung geht vom Rumpf in die Beine. Der Rumpf oberhalb des Gürtels bleibt stabil und bildet eine ruhige Masse. Diese Masse wird als Ausgangsgewicht verwendet, um die Beine zur Seite zu drücken. Gleichzeitig wird gebremst. Der aufgenommene Fahrtimpuls wird zur Seite gelenkt und abgegeben.

Wenn wir mit einer Peitsche schlagen, haben wir den Griff in der Hand. Wir machen die Bewegung so, dass es am Griff nicht sehr beweglich zugeht, aber, auf welche ausgeklügelte Art auf Weise auch immer, an der Spitze der Peitsche enorm knallt.

Diese Peitschenbewegung übertragen wir nun auf den Körper. Der Oberkörper wirkt als „Griff“ oder Halterung und die Beine als das „Ende“ der Peitsche. Aus dem Oberkörper heraus werden die Füße so angetrieben, dass es aussieht, als würden diese zur Seite ausschlagen.

Der Fisch an der Angel

Zur weiteren Erklärung nehmen wir einen Vergleich: Wir wählen einen Fisch, der an der Angelschnur hängt. Das Tier beißt an und wird in die Höhe gezogen. In der Luft zappelt der Fisch mit dem Schwanz. Sein Oberkörper und Kopf bleiben relativ ruhig, am weitesten schlägt der Schwanz aus, denn die Flosse eines Fisches ist nicht so schwer, wie sein Rumpf.

Dieses Modell übertragen wir jetzt auf unseren Bereich. Die Beine schlagen aus und der Oberkörper bleibt ruhig – gerade so, wie bei einem Fisch an der Angel. Das klingt einigermaßen nachvollziehbar, denke ich.

Die Muskel, die diese Bewegung antreiben, sind jene am Oberkörper, die das Becken seitlich mit den Rippen verbinden.  Hier entsteht ein Bogen. Eine Biegung zur Seite unseres Körpers mit einer ausgeprägten Hüftbeugung. Bei der Peitschenschlagtechnik beugen wir uns nach links und rechts. Und genau dadurch entstehen weite, die Falllinie querende Schwungverläufe.

Ausgleichstechnik

Wir erinnern uns: Wie hatten wir die klassische Ausgleichstechnik nochmals definiert? Ach ja, Bodenunebenheiten fangen wir auf, indem wir uns beugen und strecken. Die Ausgleichstechnik funktioniert also beugend und streckend. Beim Peitschenschlag agieren wir hingegen links-rechts, nicht vor und zurück. Dadurch leiten wir die Bewegungsenergie zur Seite hin.

Wir sind in dem Moment am meisten zur Seite gebeugt, wenn wir die obere Flanke des Buckels erreichen. Dabei touchieren wir die Buckeloberseite mit der Aussenkante des Talskis, wenige Zentimeter hinter der Bindung. Normalerweise ist es ja so, dass wir mit der Oberkante des Skis auf einem abschüssigen Hang stehen. In einer Buckelpiste stellen Buckel aber mikroskopische Gegenhänge dar. Somit ist es erlaubt nun festzustellen, dass sich die Kanten plötzlich tauschen. Wer das erkannt hat, ist in der Buckelpiste einen entscheidenden Schritt weiter.

(1) Wenn wir am weitesten zur Seite gebeugt sind, ist der Moment für den Stockeinsatz. Stockeinsatz und das letzte Raushauen der Beinpeitsche erfolgen dabei gleichzeitig. Beim Peitschenschlagschwung wird der Fahrtimpuls durch einen Schlag zur Seite abgeleitet , im extremsten Fall sogar über die Außenkante des Außenskis – eine Kante, die, wie gesagt, in dieser Schwungphase normalerweise keine Bodenberührung hat.

Steigerung

Falls Ihr lange Haare habt, könnt Ihr dem noch eins draufsetzen, indem Ihr mit dem Stockeinsatz und dem Peitschenschlag die Haare nach außen werft. Falls ihr das einigermaßen umzusetzen könnt, wird es sicher beeindruckend aussehen.

Wie kann man das üben?

Die soeben eingeführte Peitschenschlagtechnik erproben wir zunächst, wenn der Hang nicht allzu steil ist. Ist ja logisch.

Am besten beginnt Ihr auf einer flachen Buckelpiste mit nicht allzu großen Buckeln. Versucht bitte in allen Schwungphasen gestreckt zu bleiben. Die Buckel werden nicht aus den Knien heraus aufgefangen, sondern ihr macht die „Peitsche“. Der Oberkörper und die Beine werden zur Seite geneigt, die Hüfte geht nach innen. Der Oberkörper ist dabei um Nuancen früher dran als die Beine, genau wie es auch bei einer Peitsche der Fall ist. Denn dort beginnt ja auch die Bewegung mit dem Griff der Peitsche die Bewegung, die dann zum Schlag an der Spitze führt.

Die Peitschenschlagmethode unterstützt bei:

1. der Skidrehung
2. dem Ableiten der kinetische Energie zur Seite.

Am Ende des Schwungs haut ihr die rechte Außenkante des rechten Skis kurz hinter der Bindung zur Seite und macht den Stockeinsatz. Im Moment des Stockeinsatzes seid ihr gebückt. Danach stehen die Ski in der neuen Richtung.

Drei Meter mal nichts machen

Wer frühzeitig die Ski in die richtige Richtung dreht, kann die Ski anschließend geradeaus fahren lassen. Es entspannt nun, ein Stück geradeaus zu fahren. Man kann die Strecke zwischen den Peitschenschlägen auf dem Grund der Buckel ausfahren, oder hüpfen. Dann trippelt man von Buckelflanke zu Buckelflanke und hat dazwischen keinen Bodenkontakt.

Ich wiederhole: In dem Moment, wo man meisten zur Seite gebeugt ist, wird die kinetische Energie zur Seite geschoben.

Ihr könnt die Phasen des Schwunges mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ausführen. Wenn zu Ende des Schwungs, also kurz bevor Ihr die andere Seite ansteuert, noch mal stark zur Seite schlagt, und die schwungäußeren Ski mit der Außenkante gegen die obere Flanke des kommenden Buckels rammt, sieht das aus, als würdet Ihr euren Beinen den letzten Peitschenschlag geben.

Im Anschluss könnt ihr euch den Luxus leisten mal kurz nichts zu machen – das ist angenehm. Euch quälen keine Probleme mit der Geschwindigkeit, der Richtung und ihr könnt aufrecht zwei Meter fahren oder hüpfen, ohne irgendwas zusätzliches zu machen. Das ist verblüffend, dass man tatsächlich dort, wo andere den Geschwindigkeitstod sehen, sich entspannen kann.

Ich hoffe, damit habe ich nun einigermaßen klar gemacht, was ich mit der Peitschenschlagtechnik meine.

Ist das, was wir beschreiben, ein glatter Innenskischwung?

Wir stehen auf der Außenkante des Außenskis , weil der Buckel einen kurzen Gegenhang darstellt. Wir vergleichen nun Innenskischwünge mit dem Peitschenschlagschwung.

Also versuchen wir uns an einer kurzen Beschreibung des Innenskischwungs:

Bei einem Innenskischwung stehen wir zunächst auf der Oberkante des Bergskis. Kurze Zeit, nachdem wir die Ski ein wenig zum Tal gedreht haben, stellen wir uns aufs andere Bein und belasten die Talkante des Talskis, die jetzt langsam zur Innenkante und zum Bergski wird. Auf diese – nicht zu empfehlende – Art wuchten wir uns um die Falllinie und bleiben auf dieser Innenkante stehen. Später geben wir die Ski wieder ein wenig zum Tal frei und stellen uns erneut auf die Innenkante des Innenskis.

Jetzt kommt auf ähnliche Weise die Beschreibung des Peitschenschlagschwungs:

Wir fahren oder fliegen zentral auf den Buckel zu. Dieser Teil des Schwungs befindet sich in der Entlastungsphase, oder gar in der Luft, so dass die Kanten keine Rolle spielen. Den Oberkörper und die Beine beugen wir anschließend zur Seite (siehe oben). Wir landen auf der Außenkante des Außenskis und drehen die Ski in die neue Richtung. Dies machen wir die ganze Landungsphase hindurch. Sobald wir den Peitschenschlagpunkt hinter uns haben, führen wir die Skispitzen wieder Richtung Tal. Es geht weiter zum nächsten Buckel.

Wenn wir die Fahrspur beider Schwünge von oben betrachten würden und darauf die benutzten Kanten eintragen, wären beide Kanteneinsätze einander sehr ähnlich. Hier eine grafische Darstellung:

Die grüne wie die blaue Linie stellen wohl die gleiche Kante dar. Die Außenkante des Außenskis berührt zu einem ähnlichen Punkt des Schwungs den Boden wie die Innenkante beim Innenskischwung.
Im grauen Bereich haben beide Kanten Schneekontakt.


Wenn wir die gleiche Kante an der gleichen Schwungposition mal als Außenkante des Außenskis, mal als Innenkante des Innenskis interpretieren, zeigt das, dass wir den gleichen Schwungabschnitt (grauer Bereich) mal als Schwunganfang, mal als Schwungende bezeichnen.
Es gibt also grundsätzliche Unterschiede zwischen dem Innenskischwung und dem Peitschenschlagschwung.

Irgendwie ähnelt der Peitschenschlagschwung schon einem Innenskischwung. Einem legitimen allerdings. Nicht einem aus der Ratlosigkeit heraus, weil man es nicht besser hinbekommt.

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Weichheit https://www.buckelpistenfahren.de/weichheit/ https://www.buckelpistenfahren.de/weichheit/#respond Mon, 20 Jan 1986 21:14:30 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=93

Analyse der Weichheit beim Fahren

In einer Buckelpiste kann es – nicht nur in seltenen Fällen – Schläge auf die Gelenke setzen, das wollen wir nicht in Abrede stellen. Die Stöße sind aber keinesfalls härter, als die Schläge beim klassischen Stangen-Fahren. Wer mal probeweise durch eine vereiste Mulde in einem ausgeflaggten Lauf gefahren ist – durch einen Abschnitt, den schon 50 Rennfahrer genommen haben, sei es beim Training oder beim Wettkampf – ist ganz anderen Belastungen ausgesetzt. Eine erfolgreiche Buckelpistenfahrerin aus Deutschland, ihr Name war irgendwas mit „Mittermeier“ erklärte mal in die Kamera, dass ihre Knieprobleme eigentlich sofort verschwunden sind, nachdem sie mit dem Buckelpistenraining begonnen hatte. Eine klare Aussage.

Ich wurde auf den Buckeln allerdings schon Zeuge von „Schmieden“, und wollte lieber wegsehen, die von einem Schlag zum nächsten hämmerten. Sie müssen wohl gedacht haben, ihr Skelett sei aus einer Art von Edelstahl gebaut.

Buckelpistenfahren kann beides sein: Gelenke verschleißend oder relativ ungefährlich.

Als ich ein vielversprechendes Level erreicht hatte, strapazierte ich das Material doch stark und habe starke Kräfte freigesetzt. So habe ich im Alter von 16 Jahren ständig neue Ski benötigt, denn diese Dinger hielten aber auch nichts aus. Die Ski verabschiedeten sich oft nach wenigen Tagen – unabhängig davon, welches Modell ich aus dem Regal zog. Das war nervig. Teilweise habe ich die Ski eingepackt und an die Hersteller zurückgeschickt – mit dem Beisatz, sie hätten einen Materialfehler usw.. Als ich dann älter und sonstwas wurde, hielten mir die Bretter die ganze Saison über. Wenn ein Gummihund eine erste, gewaltige  Phase mal hinter sich lässt, produziert er seltener Spitzenbelastungen, geht elastischer und weicher mit Problemsituationen um. Der Kraftaufwand für jeden Schwung und in den „Rettungssituationen“ sinkt. Anders gesagt: Ein sehr guter Gummihund bleibt gelassener. Alle Eventualitäten liegen in seinem Repertoir. Statt nur auf schiere Kraft angewiesen zu sein, nutzt er wie eine Wildkatze die verschiedensten, bereits eingeübten Schwung-Varianten.

Die Wildkatze

Ich möchte die Analogie mit der Wildkatze weiter ausbauen. Katzen sind eine Gattung des Tierreichs, die auch dem ignorantesten Nichtsportler etwas sichtbar machen können: Katzen, oder noch mehr Panther, bewegen sich im Verhältnis zu uns menschlichen Grobmotorikern weich und elastisch.

Nun untersuchen wir, was katzenhaftes Buckelpistenfahren von klotzigem, festen unterscheidet – auch dies ist ein nie enden wollendes Thema.
Versuchen wir doch folgendes: Eine Katze springt von einer Mauer hinab. Sie stoppt den Sprung und fängt ihn auf. Die Katze landet zuerst auf den Fußspitzen und gibt dann stufenweise, mit aufeinanderfolgenden Körperteilen nach.  Das Stoppen bei Bodenkontakt erfolgt nicht auf ein mal, wie bei einem monolithischen Brocken, der augenblicklich zum Stillstand kommt und dann in Stücke bricht. Sie gibt den kinetischen Impuls zeitlich gestreckt ab. Die Katze fängt ihr Gewicht elastisch auf.

Vorspannung

Dabei ist wichtig, dass sie vor dem Ausführen der Bewegung die Muskeln vorspannt und dann im richtigen Moment diese Spannung wieder verringert. Gleichermaßen sollte ein Buckelpistenfahrer zunächst die Muskel vorspannen und sie beim Beugen dosiert wieder loslassen.

Wenn Du von einem Tisch auf den Boden springst und dann in die Hocke gehst, so sind die Muskeln wahrscheinlich dann an stärksten gespannt, wenn Du im tiefsten Punkt der Hocke sitzt. In der Buckelpiste ist es aber umgekehrt, glaube ich. Dort sind die Muskeln im gesteckten Zustand am stärksten gespannt und verlieren im laufe der Hockbewegung ihren Widerstand. Nicht einfach, das zu realisieren. Aber immer daran denken: Die Muskeln werden vorgespannt.

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