Gummihund https://www.buckelpistenfahren.de Kompendium zum Buckelpistenfahren Thu, 25 Jun 2026 08:47:27 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4.19 Mal was anderes https://www.buckelpistenfahren.de/mal-was-anderes/ https://www.buckelpistenfahren.de/mal-was-anderes/#respond Wed, 02 Jun 2021 22:01:51 +0000 https://www.buckelpistenfahren.de/?p=3668

Mal was anderes

Wahrscheinlich hat jeder Mensch, der 40 Jahre alt ist, ein paar Sachen gefunden, die außer ihm keiner kennt. Derartiges kann man kommunizieren. Ein paar lustige Ausrutscher mitten im Getöse von vielen Themen, die immer was zu erzählen haben, die einen aber nicht wirklich interessieren. Das Ganze hat jetzt erst mal nichts mit dem Buckenpistenfahren zu tun. Ihr werdet also ungewalzte Pisten nicht elastischer herunter fahren können, wenn Ihr ein Buch gelesen oder den einen oder anderen Film angeschaut habt.

Ignaz oder die Verschwörung der Idioten

[Buch, 1963]

Hier geht es um einen Typen … ach lest es einfach selber. Mein Mitschüler hat das Buch zufällig in der Stadtbücherei gefunden. Ich kann mir vorstellen, dass die Übersetzung von Herrn Maringter aus dem Klett Verlag besser ist als das amerikanische Original. So wie Klaus Völker auch ein wunderbarer Übersetzer von Boris Vian ist.

Subway

[Film, 1985, Luc Besson]

Dieser Film hat eine ganz eigene Logik, der man folgen kann oder auch nicht. Am Schluss wird sogar die Existenz des Todes in Frage gestellt. Alles Falschspieler? Man weiß es nicht.

Z.B. Otto Spalt

[Film, 1988]

Große Dichte an Ideen, handwerklich hervorragend gemacht und die Schauspieler sind umwerfend – nur die Handlung vielleicht etwas holprig, aber das stört nicht wirklich. Man kann den Film nicht bei Amazon bestellen. Der Regisseur brennt die DVDs seines Filmes selbst und verschickt sie dann per Post. Verbessert ihm die Rente, er hat es sich verdient.

Blade Runner

[Film, 1982]

Lebensfreude haben wir Menschen durchaus, aber manchmal nur in beschränktem Umfang. In dem Film sehen wir künstlich erzeugte Wesen, die so intensiv leben und uns so überlegen sind, dass sie den kurzen Rahmen ihrer Existenz unbedingt sprengen wollen. Am Schluss sagt der beeindruckend manische Roy: „I’ve seen things you people wouldn’t believe“. Er spricht hier vom Tannhäuser Tor in der Nähe des Saturn.

Truman Show

[Film, 1998]

Man mag von Jim Carrey sagen was man will, aber er kann auch. Dieser Film baut sich kontinuierlich auf und wir können das Verhalten der Figuren problemlos nachvollziehen.

Im höchsten Grade fantastisch

[Buch, 1963]

Vintage- Buch zum Thema Zukunftsforschung von Arthur C. Clarke. Hier wird prognostiziert, dass man Satelliten in einer geostationären Umlaufbahn halten kann und dass „hochentwickelte Technik von Magie nicht zu unterscheiden“ ist. So sieht es aus, wenn die Sonne aufgeht.

Enki Bilal

[Comiczeichner]

Enki ist in der Lage, Utopien zu imaginieren. Er hat sich seine Finger wund gezeichnet, ist mit der Zeit besser geworden und hat kein bisschen nachgelassen.

Zur Sache Schätzchen

[Film, 1968]

Es gibt nur eine Art und Weise, um an Frauen ran zu kommen: Du musst sie zum Lachen bringen. Die Macherin dieses Films ist weiblich und heißt May Spils.

Che

[Film, 1972]

Erotikfilm mit Humor. Hier wird die Realität komplett aus den Angeln gehoben. Als der Geldgeber der Produktion das Ergebnis sah – oder sehen musste – hat er nur ein Wort gestammelt „Che“? Was? Das ist alles? Er wollte doch einen richtigen Film haben und nicht sowas …

Zukunft

[Buch, Herausgeber Gööck]

Ein Buch vom Bertelsmann Verlag aus dem Jahr 1972. Manche der Vorhersagen sind eingetreten, manche auch nicht. Auf Seite 130 findet ein Wissenschaftler heraus, dass wir Menschen auch Wasser atmen können. Ich habe intensiv nach einem Buch gesucht, das dieses fortführen könnte – aber da kam nichts mehr.

Das war es. Mehr habe ich im Augenblick nicht, was ich empfehlen kann.

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firstime new https://www.buckelpistenfahren.de/firstime-new/ https://www.buckelpistenfahren.de/firstime-new/#respond Sat, 05 Dec 2020 18:47:34 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=1534 Erste Begegnung

Kükenreport aus dem Jahre 1975.

Was trieb ein Küken wie Frank damals im Hühnerstall? Noch nicht viel sinnvolles jedenfalls. Statt mittelalterliches Skilatein zu üben, wie verlangt – also so einen „Stemmbogen“ zu machen, einen Hochschwung zu fahren und wie das Zeug hieß etc. – konnte man ganz andere Dinge tun. Zum Beispiel gab es einen Fuzzi-Schwung. Fuzzy Garhammer war ein Name, den  Kinder damals nicht unbekannt war. Dieser Mann erfand einen Schwung, der heute noch unter dem Synonym „Klammerschwung“ ein Begriff ist. Man geht in die Hocke und bleibt den ganzen Schwung über unten.

Manchmal ließ sich Frank auf der Piste den Boden fallen und machte anschließend einen Purzelbaum. Das konnte man von jungen Skilehrer lernen, fall diese auch noch Flausen im Kopf hatten. Kleine Jungs springen gerne über Hindernisse. Schneewächten können einfache Sprungschanzen sein und die Grätsche ein erster praktischer Trick. Na ja fast, man muss vielleicht noch lernen, dass bei der Landung die Beine wieder geschlossen sein sollten. Das muss man wirklich ein paar Mal üben, bis man es hin bekommt. Kinder balancieren auf einem Ski und nehmen dabei manchmal ohne Grund das hintere Bein nach oben, wie eine Ballerina. Auf einer Piste rum stehen, einem rot angezogenen Erwachsenen zuhören – damals trugen die Skilehrer ausschließlich rotes Zeug (bald jedoch wurde die Farbe ‚Rot‘ als unmodisch erkannt und abgeschafft) – und komplizierte Übungen auszuführen, das war langweilig, eine Verschwendung von Zeit, fanden viele Kinder, damals.

Und Buckelpistenfahrer? Buckelpistenfahrer spielten keine Rolle. Bis dann jemand zustach, und zwar im Dezember auf 2000 Metern Höhe – und danach war alles besser.

Folgendermaßen: Frank saß in einem Sessellift. Es war zunächst ein normaler Sessellift, aber dennoch: Er befand sich neben dem Nova-Hang in Gaschurn in der Silvretta Nova. Frank blickte unkonzentriert auf eine Gruppe von etwa 5 Männern. Heute würde man sie als junge Vollidioten bezeichnen, ohne einen Rest von Verstand im Schädel, mit hundsmiserablen Zukunftsperspektiven – für Frank gehörten sie aber nicht mehr zur Gruppe der Kinder und Heranwachsenden, waren also Männer für ihn. Die Typen standen am Hang herum. Der Sessel transportierte Frank herauf und an ihnen vorbei. Die Typen standen da, wie unbewegliche Marmorfiguren und rührten sich nicht. Sie steckten in Overalls. Das lag wahrscheinlich daran, dass Overallbekleidung damals aktuell war. Die Typen hatten Skibrillen mit Gummibändern an. Auch die trug damals fast jeder, obwohl sie modern waren. Niemand vermutete, dass sie etwas vor hatten.

Bis einer seine Fahrt begann. Wobei „Fahren“ vielleicht noch nicht der richtige Ausdruck ist: Der Hund hob ab – er dopste über die Piste, wie ein flacher, rotierender Stein über das Wasser springt. Sein Stehen und sein Fahren hatten wenig miteinander zu tun. Dort, wo alle Skifahrer irgendwie losrutschten, um ja die Kontrolle nicht zu verlieren, machte der Typ erst mal gerade aus.

Aha. Schuss in der Buckelpiste.

Er wurde schnell und Frank schaute ihn an, ohne jeglichen Gesichtsausdruck. Die Schussfahrt ging über etwa dreißig Meter. Die Vorgehensweise bestand nicht darin, die Täler zwischen den Buckeln mittels Federung auszugleichen. Nein, er hüpfte von Spitze zu Spitze. Die Beine blieben dabei geschlossen, er ließ keinen Spalt zwischen den Knien zu. Hm. Na sowas.

Dann kam ein Sprung. Der Typ machte einen „Twister“. Heute weiß man bis in das kleinste Dorf in Schleswig-Holstein, wie dieser Sprung genannt wird, man hat ihn ja schon so oft gesehen – aber damals kannte Frank derartiges nicht. Und der Sprung wurde durchaus sauber durchgeführt –  ein fahrendes Uhrwerk hätte nicht präziser sein können. Der Typ sprang den Twister eine handbreit über dem Boden. Jeder Skifahrer wäre elendig verreckt und hätte sich den Körper verletzt bei einem unglaublichen Sturz. Aber der Stein, der da hüpfte, blieb nicht hängen.

Den Ritt beendete der Typ nicht anders, als er ihn begonnen hatte: ohne sichtbare Zweifel. Das wars. Jedenfalls für ihn. Die Zuschauer erwarteten nun, dass er seine Arme hoch werfen würde, um diesem Triumph, dem Trommeln auf den Buckeln irgendwas folgen zu lassen. Nö – er stand unten, regte sich nicht und fertig. Frank drehte sich wieder nach vorne. Sowas gab es doch nicht. So eine Sache. Eigentlich gar nicht so schlecht. Man hörte irgendwelche komischen Geräusche vom Pistenrand und vom Sessellift.

Der Rodeotyp schwieg. Er schwieg nach seiner Fahrt – oder wie wir neudeutsch sagen: er blieb cool. Die Zuschauer waren ihm nicht wichtig. Mittlerweile schrien einige sogar verzweifelt herum. Das Echo prallte von ihm ab – denn Frank war nicht der Einzige gewesen, der ihm zugeschaut hatte und nun Geräusche machte. Der Typ hatte sie alle flach gelegt. Später sah man solche Fahrten noch häufiger, denn die anderen fuhren dem ersten Taktgeber hinterher. So ging es dann tagelang weiter. Richtig gewöhnen konnte man sich nicht daran.

Gesund sahen die Schläge, die der Typ da aufgesammelt hatte, nicht aus. Aber anscheinend kümmerten den Typen solche Gedanken nicht. Im Verhältnis zu ihm waren alle bescheiden. Ach was, sie konnten noch nicht einmal mit dem beginnen, was der da flüssig demonstriert hatte.

Eine vergleichbare Aktion hatte Frank schon mal erlebt, und zwar beim Tennis. Im Fernsehen gab es damals einen gewissen Björn Borg zu sehen. Er war ein Tennisspieler schwedischer Nation. Der Schwede fiel dadurch auf, dass er immer gefasst blieb. Er schaute in jeder Situation, egal wie praktikabel oder ungünstig sie für ihn war, gleich drein. Ein Zuschauer konnte an seinem Gesichtsausdruck nicht ausmachen, ob er gerade einen guten Lauf hatte oder einen Ballwechsel vor der Niederlage stand. Mit seinem Stirnband hatte Björn Borg das Äußere eines Indianers. An diese Fernsehübertragungen von englischem Rasen dachte Frank dann, als der Typ so stoisch seine Fahrt beendet hatte.

Es gab für Frank zwei Arten von Herangehensweisen: Es gab diejenigen, die mitmachten und diejenigen, die nicht mitmachen wollten. Erstere suchten ihren Erfolg in der Realität – wie beschränkt er auch sei, dem Motto gemäß, nutze bitteschön alles, was Du kannst, es gibt sowieso keine Alternativen. Die anderen zogen sich zurück. Beide Gruppen hatten ihre Namen: Die „Cowboys“ und die „Indianer“.  Die Cowboys strömten vorletztes Jahrhundert aus Europa auf den nordamerikanischen Kontinent und nahmen die Verlockungen des „niederen“ Lebens an und nutzten alle ihnen zugänglichen Möglichkeiten: Dem Geld hinterher rennen, es verprassen, grob zueinander sein, sich einen Dreck scheren um alles, etc..  Die Indianer verstanden das nicht. Sie positionierten sich außerhalb dieses – für sie unzivilisierten – Treibens. Sie wollten nichts mit den importierten Verhaltensweisen zu tun haben. Der Ritt auf der Buckelpiste war ein Kontrast zu dem, was „man“ üblicherweise so tat. Buckelpiste war anders. Der Hund hatte ein Ausrufezeichen gesetzt und er stand damit in der indianischen Tradition. Und Frank fand das ok. Man konnte also auch in Europa indianisch sein. Kann man das ungefähr nachvollziehen?

Habt Ihr mal die Sinfonie „von der neuen Welt“ von Antonin Dvorak gehört? Aber bitte von einem ordentlichen Dirigenten eingespielt? Ich bin mir vielleicht nicht ganz sicher, aber ich habe so die Vermutung, dass die Europäer da nicht allzu positiv wegkommen. Außerdem hat Dvorak Amerika nahezu fluchtartig verlassen, als er fertig war mit seiner Sinfonie. Alles Zufälle? War Dvorak ein Gummihund? Und was hat Alma Mahler damit zu tun? Hä?  Egal.

Seit damals ist das Buckelpistenfahren für Frank und unsere Gruppe jedenfalls ein interessantes Thema geworden. Ein Kind will 20 Jahre alt werden, um sich zu amüsieren. Aber es will nicht die Altersgrenze von 35 Jahren überschreiten, weil dann vielleicht Knochen, Sehnen und Muskeln die Rechnung für eine coole Zeit zahlen müssen. Bis uns dann, Jahre später, von dem gleichen, gar nicht mal betagten Gummihund, erneut die Rahmenbedingungen verrückt wurden. Kann man, wenn man einigermaßen vorsichtig ist, auch mit 60 Jahren noch beschleunigt durch das Gelände fahren? Diese Frage wird langsam aktuell für den Autor dieses Blogs und seine Gruppe.

Jaja, sie sollte nicht mehr aktuell sein. Es liegen noch Aufgaben der altersgerechten Verhaltensanpassung vor uns.

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Kommentar von Eva https://www.buckelpistenfahren.de/2872-2/ https://www.buckelpistenfahren.de/2872-2/#respond Fri, 17 Apr 2020 14:18:25 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=2872 .flex_column.av-3x17zs-e454adc941c341325eec4e0fd3909f00{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Kommentar von Eva

Dann gab es noch diese Eva in unseren Kursen, die immer so interessiert aus der Wäsche kuckte. Mittlerweile ist aus der kleinen Eva B. eine Universitätsabsolventin und Mutter von vier Kindern geworden und sie hat einen Kommentar geschrieben. Den Beitrag habe ich vor kurzem erhalten. Der Text ist etwas dick aufgetragen, zugegeben, aber man merkt auch nach dieser langen Zeit, wie lustig die Fahrten unseres Skiclubs für die jungen Teilnehmer waren. Uns Betreuern war das gar nicht so bewusst. Ich war also nicht nur ein eigenständiger Skifahrer sondern habe auch Kurse betreut, um die Zeit in den Alpen ein wenig zu verlängern.


Das Internet Kompendium „Gummihund“ ist eine Seite  zum Thema Buckelpiste. Geschrieben von einem ehemaligen Buckelpistenfahrer. Ehemalig, weil er keine Buckelpisten mehr findet – der technische Fortschritt hat diese Pistenform anscheinend verdrängt.

Die Seite erzählt von den Techniken des Buckelpistenfahrens und beschreibt das damalige Lebensgefühl mit Hilfe satirisch anmutender Anekdoten.

Offensichtlich erlebte der Autor die Zeit seiner Jugend, in der er mit seinen Weggefährten die Buckelpisten erkundete – als dermaßen intensiv und anregend, dass seine Gedanken noch Jahre später um das Thema kreisten. Gefesselt von der Thematik, hat er jedes Detail immer und immer wieder reflektiert. Es wurde ihm zum Bedürfnis, seine Gedanken schriftlich zu fassen. Die Worte sprudelten heraus und mussten nur niedergeschrieben werden. Dabei schien es ihm weniger wichtig, dass Außenstehende den Blog lesen- oder gar kommentieren würden. Und erst recht sollte kein Lehrbuch über die Technik des Buckelpistenfahrens daraus werden. (Technik Lehrbücher wurden bereits von anderen geschrieben und nicht gelesen – siehe z.B. „Ski Mental“ von Wolf Hellwig und Ulrich Fischer, erschienen 1976).

Entstanden ist ein Werk, welches ein gewisses Lebensgefühl widerspiegelt und kleine Ausflüge in die Gedankenwelt eines tiefsinnigen, philosophieaffinen, geistreichen und intelligenten Übriggebliebenen des 1966er Geburtenjahrgangs unternimmt. Der Autor gibt einen Einblick in sein Seelenleben, ohne auch nur das geringste über sich selbst zu offenbaren. Er zeigt keinerlei Eitelkeit und verzichtet auf selbstdarstellerisches Gehabe in Form von Videos oder eigener Geschichten.

Lediglich der Vergleich von sich selbst mit dem Schönheitsideal der 90er Jahre, personifiziert durch einen „Baywatch“ – Star lässt Rückschlüsse auf seine Selbstwahrnehmung zu.

Die sprachliche Präzision der Texte reicht zwar nicht an die Sprachkunst eines Peter Handkes heran, doch diesen Anspruch sollte sie auch nicht erheben – Ziel ist doch die authentische Wiedergabe von gelebten Erfahrungen. Dies gelingt durch eine fast kindlich naiv wirkende Art der Erzählweise mit einer humoristischen Form der Selbstironie. Der Leser wird behutsam abgeholt, ohne überfordert zu sein. Durch gelegentliche Einwürfe in andere Bereiche des Lebens offenbart sich der eigentliche Tiefgang des Geschriebenen. Der Leser wird so zum Querdenken angeregt. Ein stilistisches Hilfsmittel das seinesgleichen sucht. Mitteilungsbedürftige Philosophen der Gegenwart werden bei einer Konfrontation mit dem Text vielleicht sogar schlucken müssen und aus innerer Sorge heraus nervöse Bewegungen machen.

Beim Lesen der Seiten stellt sich dem Leser die Frage, was wohl heute aus den damaligen Gummihunden geworden ist. Gibt es denn wirklich keine Weiterentwicklung der Buckelpistenidee, keinen Aufbruch mehr in neue Zeiten? Macht es Sinn, auf ein Revival der Buckelpiste zu hoffen, oder sollte man sich nicht lieber anderen Themen zuwenden? Statt den planierten oder weggeschmolzenen Buckelpiste nachzutrauern, könnte man doch z. B. aktiv werden und sich eigene Buckelpisten erschaffen.

Da ich selbst als Jungteenie- Mädchen das Privileg haben durfte, ein paar Buckelpistenfahrer live zu erleben kann ich die Euphorie und Faszination doch nachempfinden.

Damals – wie auch heute noch – gab es in unserer Kleinstadt eine Jugend- Skifreizeit nach Obertauern, an der ich im Alter von 12 bis 15 Jahren jährlich teilnahm. Dort lernte ich Skifahren und noch einiges mehr. Obertauern war immer etwas Besonderes und Legendäres. Auf diese Skifreizeit freuten wir uns das ganze Jahr. Geleitet wurde die Freizeit von ein paar Übungsleitern, die selbst noch grün hinter den Ohren waren. Das Schicksal einer Truppe von etwa 60 pubertierenden Kindern wurde von unserem Skiclub in die Hand von ein paar Gummihunden gelegt, deren Gedanken primär darum kreisten, wie sie selbst im Verlaufe der Woche in den Genuss von spektakulären Abfahrten kommen konnten.

Diese Jungs wurden dann unsere Lehrer. Was sollte dabei nur rauskommen …

Schon beim Einsteigen in den Bus auf dem Parkplatz gab es bei den Teilnehmern ein vorherrschendes Thema, über das alle redeten. Den “Gamsleiten II“, die große Buckelpiste von Obertauern, den Klassiker an sich.

An jedem Morgen des Aufenthalts dann die entscheidende Frage: „ist er, der Gamsleiten II, heute offen oder gesperrt?“ Es gab immer wieder Wetterbedingungen, Nebel, Wolken und Stürme, die dafür sorgten, dass der nicht ungefährliche Lift geschlossen bleiben musste. Natürlich steckte auch mich die Faszination des Hanges an. Etwa bei meiner dritten Teilnahme an der Freizeit in Obertauern durfte ich diese Buckelpiste herunter fahren. Ich konnte zwar mittlerweile ein wenig Skifahren – aber definitiv noch keine Buckelpisten. Jeder Buckel erschien mir 2 Meter hoch und ich kämpfte mich auf meinen langen Skiern Buckel für Buckel herunter. Mit viel Glück schaffte ich etwa 3 Exemplare am Stück, aber ich kam trotz der Mühen immer unten an und das machte mich ordentlich stolz.

Und manchmal flogen sie vorbei – die Gummihunde. Ein Traum, ihnen zuzusehen. Elegant, eins mit sich, der Welt und ihrem Körper. Es schien so, als wäre ihnen die Umwelt egal. Aber ich gehe davon aus, dass sie die bewunderten Blicke von uns Mädels doch wahrnahmen – insgeheim und ohne sich dabei ertappen zu lassen.

Es kam selten vor, dass ein echter Gummihund auftauchte. Aber wenn wir einen sahen, war er das Thema der nachfolgenden Stunden bis in den Abend hinein.

Mein Fazit: Für mich war der Blog „Buckelpistenfahren.de“ interessant und kurzweilig zu lesen. Überraschend war für mich der philosophische Teil, der zwischen den Zeilen eine enorme Tiefe offenbart. In mir hat es etwas berührt, ein Zurückerinnern in eine längst vergangene Zeit. Eine Zeit, in der die Ideen im Kopf nur so gesprudelt haben, in der ich mit meinen Weggefährten die ganze Welt verändern wollte und in der ich diese Energie hatte – diese unbändige, sorglose Jugendfreude. Und in der ich so voller Leidenschaft von einem Thema besessen war, dass nichts anderes mehr zählte.

Und ich vermisse sie heute diese Gummihunde, die Abenteurer und Querdenker. Es ereignet sich ja immer seltener, dass man einem von Ihnen begegnet. Gerade darum hat mich dieser Blog gefreut.

Die Leidenschaft des Autors und die Identifikation mit seinem Thema sind faszinierend und können möglicherweise sogar eine Ideenquelle für andere werden. Für die Zukunft wünsche ich mir weitere Blogbeiträge und ihm, dem Autor, dass er das Vergangene wiederfindet, alle autistischen Züge ablegt und seine Gedanken teilt mit uns, mit Euch und mit der Außenwelt.

Ich werde den Blog weiterempfehlen, wenn mir irgendwo mal ein Mensch über den Weg läuft, dem ich zutraue, ihn zu lesen.

Eure Eva

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Anwendungen von „Gummihund“ https://www.buckelpistenfahren.de/anwendungen-von-gummihund/ https://www.buckelpistenfahren.de/anwendungen-von-gummihund/#respond Sun, 18 Sep 2016 10:01:35 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=392 .flex_column.av-er2cw-dc73764df40abf8c1c67cee01faa9cc6{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Sechs Erkennungsmerkmale von Gummihund

Habt Ihr hier schon ein paar Beiträge gelesen und Euch ein paar Seiten angeschaut? Das ist formidabel. Dabei ist Euch vielleicht aufgefallen, dass für den Begriff „Gummihund“ insgesamt sechs Kriterien gelten. Falls diese Euch noch nicht ganz klar sind und Ihr sie nicht nennen könnt, dann zählen wir sie hier nochmal auf:

  1. Das Spektakel spielt sich auf einem Niveau weit oberhalb des Üblichen ab.
  2. Die Sichtbarkeit des Könnens ist da.
  3. Das Können ist begehrenswert.
  4. Die Tätigkeit muss Spass beim Ausführen machen.
  5. Wenn man eine gewisse Leistungsgrenze erreicht hat, sollte man aufhören weiter nach Unterschieden zu fragen.
  6. Jeder macht es so, wie nur er es macht. Man sieht die individuelle Persönlichkeit des Ausübenden.

Wir schauen nun über den Tellerrand unseres Themas hinaus und versuchen ein paar andere Bereiche auf die soeben genannten Eigenschaften von „Gummihund“ abzuklappern. Mir, der ich diese Webseite mache, fallen da ein: Wellenreiten, Tischtennis, Klavierspielen, die Computer von Apple, Wirtschaftswissenschaften und die Genesis aus der Bibel. Ja, auch ein Bibeltext ist in dieser Liste enthalten, das klingt zunächst überraschend.

Wellenreiten

Wir kennen nicht viele Sportarten, die dem Buckelpistenfahren so nahe kommen, wie das Surfen. Statt auf zwei Brettern steht man auf einem. Die eine Aktivität findet im Sommer statt, die andere wird im Winter, bei Minusgraden. Auch ein Wellenritt dauert nicht lange. Die Fähigkeiten der Ausübenden sind kaum bewertbar, ein objektiver Wettkampf gestaltet sich schwierig. Jede Welle verläuft anders. Jeder Surfer hat seine eigenen Ansätze.

Manch ein Junge und Mädchen hat das brennende Bedürfnis, diesen Sport auszuüben, nachdem sie ihn einmal gesehen hat – so wie das Buckelpistenfahren. Aber wer schafft es schon in jungen Jahren bis nach Kalifornien oder Hawaii? Wellenreiten dauert nicht lang, es ist intensiv und ohne einen gewissen Aufwand an Training und Anfahrtskosten nicht zu realisieren.

Tischtennis

Beim Tischtennis werden die Bälle so fix über den Tisch gedroschen, dass ein Auge ohne Übung nicht nachvollziehen kann, was da gerade passiert. Bei Leuten, die das gut machen, werden die Bälle auf die gleiche Weise beantwortet, so dass tatsächlich Ballwechsel entstehen. Da sind Reflexe am Werk, mit denen ein normaler Mensch, wenn er ehrlich ist, nichts mehr zu tun hat. Auf einer Tischtennisplatte im Hinterhof eines Hauses kann man schon einmal mit Kraft dem kleinen Ball eine Ohrfeige geben und dann landet der Ball sogar ab und zu auf die Platte – aber dieser Schlag ist damit noch lange nicht beantwortet. Im Profisport aber drischt es sich hin und her.

Hier ergeben sich Ballwechsel, die die Wahrnehmungsfähigkeit der Zuschauer darüber, was man mit Händen und Schlägern machen kann, signifikant erhöhen. Somit ist der Punkt eins, der von der Sichtbarkeit des Könnens, ohne Einschränkung erfüllt.

Allerdings wird bei Tischtenniswettkämpfen nach Siegern gesucht. Also wird im Sinne von „Gummihund“ dem „Aufhören der Suche nach Unterschieden“, nicht entsprochen. Dieses Kriterium wird nicht erfüllt. Somit ist Tischtennis kein „Gummihund“, es ist etwas anderes. Es ist ein Wettkampfsport mit seinen Vor- und seinen Nachteilen.

Elvis Presley

Wir möchten nun Elvis Presley ansprechen, einen Sänger, der als junger Mann Dinge gemacht hat, die den Eindruck erwecken, ihn hätte jemand angetickt, mit einem vitalisierenden Zauberstab. Es ist der Elvis der Musikstücke „Jailhouse Rock“ und „Hount Dog“. Schaut es Euch die Videos bei Gelegenheit mal an und wundert euch über das, was Ihr seht – falls Ihr das nicht bereits getan habt.

Das was wir da sehen, ist ausgereift und es ist für jeden sichtbar. Man möchte es imitieren. Und genau hier kommt die Schwierigkeit: Dieser Elvis lässt sich nun mal überhaupt nicht nachstellen. Ich habe eine Imitation – also eine, die gut war – noch an keinem Ort auf diesem Planeten entdecken können. Diese Fähigkeiten scheinen nicht öffentlich freigegeben zu sein. Somit ist Elvis kein ‚Gummihund‘ sondern etwas anderes, vielleicht sogar besser. Der Rock’n Roll von Elvis Presley ist lebendiger als Gummihund und fällt damit aus dem Rennen heraus. Er ist wirklich enorm gut.

Der junge Elvis unterscheidet sich so von uns Menschen, wie der Mensch sich von einem mechanischen Roboter unterscheidet. Meiner Meinung nach. Der Amerikaner konnte seine Beine und Hüfte beschleunigen wie Feuerwerkskörper. Keine Ahnung wie er derartiges gemacht hat. Er präsentierte bis dato unbekannte Bewegungsabläufe und besaß nicht nur eine, sondern genau genommen zwei Stimmen: eine hohe und eine tiefe Stimme. Er konnte ohne Anlaufschwierigkeiten mit all diesen Fähigkeiten umgehen, der junge Elvis, damals.

Irgendwann hat auch ihn das allgemeine Elend eingefangen. Dieses Elend kennt so viele Wege, um zu uns Menschen zu dringen und sich zu bedienen und auf einige von uns scheint es einen ganz besonderen Appetit zu haben.

Der Fairness halber noch ein Link zu den afroamerikanischen Originalen dieser Musik, die Elvis Presley so gut angewendet hat.

Klavierspielen

Bleiben wir beim Musik machen und suchen uns jetzt ein Instrument aus. Welches Instrument suchen wir uns aus? Das dürfte eigentlich egal sein, aber nehmen wir doch zum Beispiel das Klavier.

Auch Klavierspieler agieren weit oberhalb dessen, was ein Normalbürger so für möglich hält und das Können ist zweifelsohne auch anzuhören. Wir kennen keine Weltmeisterschaften im Klavierspielen – jedenfalls habe ich solche Wettbewerbe nicht wahrgenommen. Ein Klavierspieler ist für das geübte Ohr individuell erkennbar. Also passt einiges in Bezug auf die fünf Punkte.

Nur eine Sache fehlt noch: Die Sichtbarkeit fehlt. Viele Musiker arbeiten sich intensiv und auch erfolgreich daran ab, die Musik im gewünschten Sinne, also den Absichten des Komponisten gemäß, aufzuführen. Aber im Publikum sitzen – grob geschätzt – zwei Drittel an Leuten, die das nicht hören und ehrlich gesagt froh sind, wenn sie den Konzertsaal wieder verlassen dürfen. Ein Klavierspieler wirft irgendwelche Perlen vor die Säue. Er hat Menschen im Publikum sitzen, die aus gesellschaftlichen Gründen in Konzerte gehen, und die sich langweilen und denen der musikalische Anschluss fehlt. Daher würde ich sagen: Das Können ist nicht sichtbar und wir streichen somit Definition Nummer 2 aus unserer Liste.

Slalomlauf

Klar, der Slalomlauf ist ein Wettkampfsport und somit wird ein Punkt in unserer Liste verletzt. Ich möchte aber folgendes zu bedenken geben: Alle Weltcupläufer unter den ersten dreißig Startern sind meiner Meinung nach radikal gut. Jeder Einzelne davon. Da man sie international auftreten lässt, beherrschen sie ihr skifahrerisches Handwerk, und zwar ordentlich. In einem Slalom auf Weltniveau kommen die ersten zehn Läufer oft innerhalb von zwei Sekunden ins Ziel. Wisst Ihr wie wenig Abstand zwei Sekunden auf dieser Strecke sind? Es ist ein Wimpernschlag. Ich würde all diesen Läufern den Weltmeistertitel geben und hätte noch nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei.

Die Apple – Computer

Nun ein ganz anderer Bereich, die High-Tech Spielzeuge des 20. Jahrhunderts. Eine Leidenschaft von jungen Männern – und möglicherweise auch Millionen von Frauen – sind technische Geräte bei der Markteinführung. Ältere Apparate sind dann nicht mehr so interessant. Alles so schön bunt hier im High-Tech-Laden. Wir beziehen uns nun auf die Geräte der Firma Apple in den letzten Jahrzehnten. Wer es nicht weis: Apple ist eine Firma, die Computerhardware und Betriebssysteme herstellt.

Stand der Dinge war lange Zeit: Man musste als Interessierter oder Student der Informatik in ein Rechenzentrum gehen, damals, in den 70-er Jahren, als es los ging, und bekam dann ein paar Stunden Zugang an einem Institutsrechner verabreicht – zumeist nachts – und konnte so ein Gerät in einem Schrank in einem Institut für Informationsverarbeitung ausprobieren. Eine zähe Angelegenheit.

Auf einmal stand so ein Ding auf dem Tisch und es sah sogar ordentlich aus. Ich selbst habe als Schüler einen frühen Tischrechner namens „Apple IIe“ anschalten und bedienen dürfen. Das Ding verstand sogar eine Programmiersprache namens „Pascal“, eine höhere Programmiersprache, bei der man die Probleme auf einem schönen Abstraktionsniveau angehen konnte. Eine Sensation. Die ersten Apple-Geräte waren eine Befreiung aus der Enge. Man konnte endlich Dinge tun, die man noch nie zuvor machen konnte und von denen man ehrlich gesagt auch gar nicht wusste, dass man sie auch machen wollte. Ein schönes Spielzeug eben.

Später, in den 80-er Jahren, gab es aufgrund von grundsätzlichen Problemen beim Arbeitsspeicher, dem sogenannnten RAM oder auch Random Access Memory, eine neue, noch nicht zu überwindende Hürde. Der Arbeitsspeicher war nämlich auf 1 Megabyte begrenzt, was eine Million Speichereinheiten sind. Da brachte die Firma Apple einen Apparat heraus, der das Problem vernichtete. Auch er konnte das, was man sich bisher nur erträumen konnte. Er nannte sich MacIntosh, was übrigens der Name einer englischen Apfelsorte ist. Die Computer wurden grafisch. Neben diesem Kubus lag jetzt eine Maus auf dem Tisch. Der Macintosh war aus einem Guss hergestellt. Er war begehrenswert, hatte ein Design, das ohne Frage ein Alleinstellungsmerkmal war und somit sehen wir: auch Punkt 5 (von der individuellen Persönlichkeit) ist erfüllt.

Das Gleiche geschah später mit iPods, tragbaren Musikabspielgeräten, die unzählige Lieder abspielten. Auch iPhones, fingerbedienbare Geräte mit Bildschirm, die zum Telefonieren geeignet waren, waren zu ihrer Zeit ein Aufreger. Dann kamen Tablets, wir kennen das heute ja. Derzeit gibt es das alles für geringe Kosten (z.B als Einplatinenrechner Raspberry Pi für 30 Euro), aber damals wie gesagt: Eine Sensation.

Immer, wenn Apple ein Gerät herausbrachte, kamen andere Firmen, die etwas lieferten, was „sehr gut“, besser oder billiger war: schnellere Prozessoren, bessere Grafikauflösung, mehr Speicher. Aber die Geräte von Apple waren ein rundes Produkt, eines, das „gut“ war. Gut waren die Software, gut die Hardware und alles harmonierte miteinander – und das ist Punkt 4 unserer Definition von Gummihund: Man erzeugt eine extrem hohe Messlatte und fragt nicht mehr nach den Unterschieden.

Somit war Apple eine Zeit lang „Gummihund“. Heute ist diese Firma vielleicht anders am Markt positioniert, aber damals war das definitiv so. Heute gibt es keinen tyrannischen Chef namens Steve Jobs mehr, der keine Gnade mit seinem Personal kennt und sich eine Freude daraus machte, neue Produkte so zu präsentieren, dass junge Männer sie – und wie gesagt natürlich auch Frauen – erwerben wollen.

Allerdings brauchen wir heute keine Firma wie „Apple“ mehr, würde ich sagen und wozu auch? Um autonome Autos zu bauen? Oder Roboter? Wer wünscht sich denn sowas?

Eine ganz normale Katze ist doch auch autonom. Ich kenne eine Katze, die klettert mir sofort auf die Schultern und beginnt dann, wie eine Verrückte zu schnurren. Ich weis nicht, warum die Katze das macht.

Die automatisierte Wirtschaft

Die automatisierte Wirtschaft könnte das werden, was die Apple Computer einst waren: Eine Befreiung.

Auch diese umorganisierte Wirtschaft hätte die Aufgabe, eine Warenmenge zu erzeugen, die weit oberhalb des gegenwärtigen Niveaus liegt (Punkt 1 unserer Definition), wo alle Bedürfnisse komfortabel aufgefangen sind, aber dann ist es gut. Übersetzt heißt das: Wer ein schönes Paar Skischuhe hat, braucht nicht zwei, wer ein Mittagessen auf der Skihütte bekommt, braucht nicht zweimal oder dreimal zu essen. Wer eine Million Euro besitzt, muss nicht 100 Millionen haben. (unser Punkt 4). So wie die Tiere im Wald. Wenn ein Tiger eine Antilope verspeist hat, liegt er auf seinem fetten Bauch und schläft. Die anderen Tiere haben in dieser Zeit keine Angst mehr vor ihm. Wenn man eine Million auf dem eigenen Konto liegen hat, dann sollte man sich ausruhen dürfen und nicht noch mehr Energie in die Beschaffung von zusätzlichem Reichtum investieren müssen.

In einer Wirtschaft, die „Gummihund“ ist, existiert jedes lebensnotwendige Konsumgut in hoher Qualität und kostenfrei. Aus welchem Grund sollten wir auch Sachen produzieren, die nicht brauchbar und robust sind? Der Betriebsmodus der Wirtschaft braucht nicht weiter beschleunigt zu werden (Punkt 4).

Es wird dann so sein (Punkt2): Wenn jemand an einen Zwetschgenkuchen denkt und Hunger hat, so wird er feststellen, dass dieser Kuchen aus unbekannten Gründen bereits seit Stunden im Kühlschrank liegt – wer dieses Szenario nicht für realistisch hält, jeder passable Programmierer schreibt gerne den Algorithmus dafür. Die Wissenschaft, die sich um solche Belange kümmert, nennt sich übrigens Verwaltungswissenschaft und nicht Volkswirtschaft, wie man denken könnte. Das Studienfach Volkswirtschaftslehre analysiert vor allem die Fließrichtung des Informationsmittels Geld und derartige Vorlesungsrunden muss man erst einmal durchstehen. Das ist manchmal schwierig, würde ich sagen.

Auch die Industrie soll „Gummihund“ werden. Sie produziert oberhalb des gegenwärtigen Niveaus, muss aber nicht weiter beschleunigt werden, in dem Sinne, dass es mehr und technologischer und billiger wird. Und dann können wir schauen, dass es aus einem Guss wird, nicht verzettelter Firmen- und Nationenwettbewerb. Jede Region der Welt bekäme eine eigene Persönlichkeit (Punkt 5). Die Gegenwart hat doch heute – außer in der Medizin und Raumfahrt – alles Know-How bereit liegen, das wir brauchen. Viel gesellschaftliches Wissen liegt brach, aus welchen Gründen auch immer – und könnte doch in wenigen Jahren reaktiviert werden. Zum Beispiel das Wissen darüber, wie man Buckelpiste fährt.

Die Genesis

Am Ende unserer Untersuchungen gelangen wir zur Genesis, dem Entstehungsbericht der Bibel. Das erscheint etwas überraschend. Aber es ist einigermaßen folgerichtig. Ich versuche auch zu erklären, warum.

Vielleicht hat der eine oder oder andere ein Exemplar der Bibelgeschichte im Haus herumliegen, das soll vorkommen. Wir erfahren gleich zu Anfang des Textes, was sich ereignet hat, oder haben könnte, damals, im Laufe der Weltentstehung:

  • Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und Gott sah das Licht, dass es gut war;

Aha. Das Licht. Gott schuf Meere, und Tiere und Bäume und Berge und Schnee usw. und – eine erste Einschätzung – es war gut. Wir kennen das ja. Und am Schluss heißt es:

  • Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut

Merkt Ihr was? Da muss sich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen haben. Der Erfasser des Ursprungstextes dachte möglicherweise, dass, wenn so dermaßen viele Sachen als „gut“ zu bewerten sind, dann sei die Zusammenstellung all dieser Dinge etwas „sehr Gutes“. Ich sehe das nicht so. Die ursprüngliche Ansage war meiner Meinung, dass das Ergebnis, der fertige Planet, „gut“ sei oder „richtig gut“. Aber eben nicht „sehr“ gut. Wir sehen das an der anschließenden Aussage:

  • Und am siebten Tag ruhte Gott.

Das heißt, es war gut und brauchte nicht verbessert zu werden, um „sehr gut“ zu werden. Sonst hätte der Schöpfer ja weiter „geschöpft“ – oder wie sollen wir die Arbeit eines Gottes bezeichnen? Und trotzdem sprengt das Ergebnis jeden Rahmen. Oder etwa nicht? Habt Ihr Euch schon mal eine Stubenfliege angeschaut? Habt Ihr die Fähigkeiten dieser simplen Fliege mal mit den technischen Kennzahlen eines Formel-1 Rennautos  verglichen?

Wer den Umstand nicht kapiert, dass unsere Hemisphäre eine ausgefeilte Sache ist, der sollte mal im französischen Les Arcs auf 1600 Metern Quartier beziehen, am besten im März – dann zur Abenddämmerung hin einen Balkon in westlicher Richtung suchen und finden, mit dunkel bebrillten Augen einen Platz auf einer Holzbank einnehmen, auf den richtigen Moment warten und die zunehmend rotfarbene Scheibe in geschätzten 300 Kilometern Entfernung am Ende des Isère-Flusstals zum Horizont hin fallen lassen und anschließend immer noch der Meinung sein, dies sei keine hervorragende Sache.

Man kann von der Bibel halten, was man möchte. Wenn am Ende herauskommt, dass unsere Gummihund-Ideen bereits vor Jahrtausenden angewendet wurden, dann können wir dem Text doch eine gewisse Legitimation geben.

Das war’s

An diesem Punkt enden unsere Gummihund-Überlegungen, denn dies ist der letzte Beitrag des Kompendiums, diesen gesammelten Überlegungen zu der Fragestellung, was sich hinter der Tätigkeit des Buckelpistenfahrens alles verbirgt. Nun werde ich nichts mehr hinzufügen. Hier haben wir einen sauberen Schlussschwung gemacht und Ihr habt Euch sogar die Mühe gemacht, ein wenig darin zu lesen. Nicht schlecht. Jetzt ist es erzählt und Ihr könnt was anderes machen. Vielleicht ist jetzt einer von Euch dran, mir zu erklären, was für ein Anfängerprodukt „Gummihund“ doch ist, und der mir alles auf den Kopf stellt.

Ich habe mir im Lift sagen lassen, dass bald eine Umbenennung stattfinden soll. Der Ausdruck „Busenpiste“ passe besser zu unserem Sport als der aktuelle Name. Habt Ihr das verstanden? Busen statt Buckel. Feminine Schönheit statt Verkrüppelung.

Nur zu. Habt keine falschen Hemmungen. Das Buckelpistenfahren scheint sowieso anfällig zu sein für Umbenennungsbemühungen. Ich verabschiede mich und habe die Ehre.

Neben dem Nova-Hang in Gaschurn befindet sich bekanntlich ein Sessellift, und unser altes Team wird bald wieder in diesen Lift einsteigen und hochfahren, die Würfel fallen lassen und mit einer kontrollierten Aktion auf dem Hang alle Krähen in der Umgebung aufscheuchen. Das ist so sicher wie sonst was.

Wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja mal bei so einer Gelegenheit.

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Die Füße https://www.buckelpistenfahren.de/die-fuesse/ https://www.buckelpistenfahren.de/die-fuesse/#respond Sat, 20 Aug 2016 20:13:02 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=91

Konzentration auf die Füße

Wir bemühen uns beim Buckelpistenfahren ums Gleichgewicht. Ausgeprägt erfahren wir Gleichgewichtsänderungen natürlich in den höheren Bereichen des Körpers. Das ist wie bei einem Stock, den wir mit den Händen ausbalancieren: Wir schauen auf seine Spitze, um ihn in der Schwebe zu halten.

Aber verursachend für alle Kräfte, die oben wirken, ist das Geschehen unter den Skiern. Also sollten wir uns definitiv mal auf die Füße statt auf den Körper konzentrieren. Mit Unterschenkeln und Füßen werden in jeder Sekunde die maßgeblichen Entscheidungen getroffen. Wenn die Dinge unten ständig in die falsche Richtung laufen, können wir das schlecht mit Bewegungen oberhalb der Gürtellinie korrigieren. Wir bestimmen, in welche Richtungen unsere Fußsohlen sich bewegen und das ist definitiv wirksamer, als mit dem Oberkörper herum zu wackeln.

Es bringt überhaupt nichts und ist auch unschön, wenn wir mit dem Oberkörper nach Gleichgewicht „ringen“. Was können wir da oben auch machen: Mit den Armen rudern, nach vorne, hinten oder zur Seite beugen. Das ist der suboptimale Weg. Die Aufgabe, das Gleichgewicht zu halten, müssen die Beine übernehmen. Wenn wir spüren, dass wir kippen, müssen wir unten reagieren. Konzentriert euch mal auf die Füße, und Ihr seht, welche Möglichkeiten sich mit dieser Herangehensweise ergeben. Wer auf die Füße schaut, kann leichter bestimmen, wie die Fahrt ordnungsgemäß weitergeht.

Aber nicht nur auf die Füße kucken, sonst knallt Ihr gegen eine Tanne und ich bin schuld.
Haha, sehr witzig

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Springen https://www.buckelpistenfahren.de/springen/ https://www.buckelpistenfahren.de/springen/#respond Sat, 20 Aug 2016 20:03:23 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=83 .flex_column.av-2j2ov-21d035c216f27884dc5db7eadeb3b142{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Springen

Dieses Kapitel zu akrobatischen Manövern in der Luft ist das vielleicht  angestaubteste in diesem Blog – abgesehen von einigen Vintage-Filmempfehlungen.

Ich kenne weder Rotationen in der Vertikalen (Salto), noch kombinierte Rotationen horizontal-vertikal. Dafür sitzt mein Kopf noch stabil auf meiner Schulter fest. Ich behaupte  aber, dass ein langsam rotierender Heli auch heute noch eine kulinarische Spezialität darstellen kann.

Seit dem Winter 2002/2003 sind im Wettkampf übrigens Sprünge gestattet, bei denen der Kopf unter die Beine gelangt. Mit anderen Worten: Da sind alle Formen von Salti erlaubt. Dazu braucht man natürlich einen Schanzentisch, der bei nativen, natürlich gewachsenen Buckelpisten erst mal nicht vorhanden ist.

Hier also die Beschreibung von einigen relativ einfachen und entsprechend auch ungefährlichen Sachen.

Der Duffy

Ein Bein geht nach vorne, das andere nach hinten – ein Schritt in der Luft. Ihr könnt das hinteren Knie anwinkeln oder einen ambitionierten Spagat machen. Zunächst übt Ihr mit wenig Schrittlänge, dann immer doller. Praktischerweise habt Ihr eine Bindung, die an der Vorderbacke diagonal auslöst, denn dann bleibt Ihr nicht hängen, falls sich eine Skispitze im Boden verhakt. Bei ausreichender Flughöhe lässt sich ein weiterer Schritt in der Luft vollführen, also zwei komplette Duffys miteinander kombinieren.

Der Rückenkratzer

Hier kippen die Ski in der Flugphase nach hinten. „Rückenkratzer“ heißt dieser Sprung, weil man sich dann mit den Ski-Enden am Rücken kratzen kann, falls es einen dort juckt. Eine Kombination mit dem sogenannten „Kosacken“ ist möglich, wo die Ski vorne nach oben gehen.

Euch sollte klar sein, dass der Oberkörper in der Flugphase nach vorne kippt. Das ist anders, als beim Duffy, bei dem ein Ski nach vorne und der andere nach hinten geht und alles insgesamt stabil bleibt. Ihr müsst die Brust also aktiv nach hinten beugen. Sonst gibt es keinen Rückenkratzer, sondern einen Kopfüber in den Schnee. Das ist dann auch lustig, aber nicht für Euch.

Den Rückenkratzer könnt ihr verschieden springen. Mal kreuzt Ihr die Ski an der Spitze, mal an den Enden. Wenn Ihr die Ski hinten zur Seite neigt, habt Ihr einen schrägen Rückenkratzer.

Der Twister

Ihr dreht die Ski in der Flugphase quer zum Hang. Dazu macht der Oberkörper eine Gegenbewegung. Es ist möglich, mehrere Twister in einer Flugphase unterzubringen. Der Sprung wird bis zu drei- oder vierfach ausgeführt.

Der Kosacke

Nicht ganz so leichter Sprung. Ist verwandt mit dem Rückenkratzer, nur dass die Ski nach vorne anstatt nach hinten bewegt werden. Ihr beugt die Beine nach vorne und drückt die Arme zwischen den Beinen nach unten. Die Bewegungen von Bein – und Oberkörperbewegung müssen einander ausgleichen, sonst kippt ihr nach hinten. Der Kosacke wird, wie gesagt, oft mit dem Rückenkratzer kombiniert.

Der Helikopter

Mittelschwerer Sprung. Ihr dreht euch um die eigene Achse. Der Name „Helikopter“ kommt daher, dass die Ski wie die Rotorblätter eines Hubschraubers durch die Luft bewegen. Man nennt ihn auch „threesixty“, aus mathematischen Gründen.

Im Grunde genommen sind Buckelpistenfahren und Helispringen zwei gegensätzliche Angelegenheiten. Wir bemühen uns auf der Piste darum, stabil aufrecht zu bleiben und jede Eventualität zu meistern. Wir geben unser Gleichgewicht nie auf, bleiben auf den Skiern stehen, haben den Blick und den Oberkörper immer ins Tal gerichtet.

Ganz anders die Rotation. Hier verzichten wir auf diese Sicherheit, drehen uns in der Luft und haben kurzzeitig den Rücken zur Fahrtrichtung. Wir müssen also für einen Moment die Kontrolle über das, was mit uns geschieht, aufgeben und vertrauen, dass die Ski während der Flugphase nicht den Boden berühren. Dumm wird es, wenn der Flug endet, ohne dass die Drehung beendet werden konnte.

Der Heli ist ein eleganter Sprung und braucht sich nicht zu verstecken vor den Mehrfachsalti mit x-facher Schraube auf der Trickskischanze. Er sieht beeindruckender aus, als alle „threesixtys“ der Snowboarder, und ist wohl auch schwieriger zu lernen. Den klassischen Heli können wir mit einem Rückenkratzer kombinieren oder mit einer Grätsche, was ihm noch eins drauf setzt, diese Kombination ist aber nicht zwingend notwendig. In Wettkämpfen zeigen uns einige Idioten die doppelte Drehung, was meiner Meinung nach der Hammer ist.

Problematisch ist die letzte Viertelumdrehung, denn wenn ihr die nicht sauber zum ende durchzieht,  habt Ihr die Ski quer zum Hang stehen und fallt respektabel auf Euer Kreuz. Ich habe zum Beispiel diesen fehlenden 90 Grad nicht nur ein Paar kaputte Sonnenbrillen zu verdanken. Ihr schafft die letzte Viertelumdrehung nicht, wenn ihr nicht hoch genug fliegt oder nicht bereit seid den abschließenden Winkel konsequent zu überwinden.

Den Helikopter lernen

Zunächst übt ihr es im stehen. Ihr nehmt Schwung mit den Armen, dreht Euren Oberkörper und springt ab. Auf diese Art werdet ihr vielleicht eine dreiviertel Umdrehung hinbekommen, aber das reicht auch schon.

Dann geht ihr auf einen Hang, wo ihr seitlich auf einen ausgewählten Buckel zufahrt, hinter dem ihr gut landen könnt. Wenn ihr linksherum springt, fahrt Ihr von rechts aus auf den Buckel zu, sonst entsprechend umgekehrt. Einen Buckel seitlich anzufahren hat seinen Grund: Schon nach einer dreiviertel Umdrehung steht Ihr ungefähr in der Falllinie und könnt weiterfahren. Ihr solltet euch auch anfangs mit dem Stock abdrücken. Den ganzen Sprung über schaut der Kopf nach vorne in Drehrichtung. Ihr dürft während der Drehung nicht in der Hüfte umknicken, sondern müsste aufrecht stehen bleiben.

Am Anfang dreht der Oberkörper schneller als die Beine. Dann holen die Beine auf, und am Ende sind die Beine dem Körper voraus – außer bei wirklich großen Helis, wo Ski und Körper die ganze lange Flugphase über in die gleich Richtung zeigen und der Springer sich gemütlich das Rundum-Bergpanorama anschauen kann.

Dann geht es zur Schanze. Schöne Absprunghilfen sind die, bei denen der Anlauf steil nach oben geht, wie z.B. Schneewächten, die der Wind hergestellt hat. Denn dann bekommt Ihr viel Höhe und wenig horizontale Geschwindigkeit mit und es haut Euch nicht so stark um, wenn ihr die Drehung vorzeitig abbrechen müsst. Wer sich sicher ist, dass nicht so viel daneben gehen kann, der traut sich auch eher.

Grundsätzlich könnt ihr mit kurzen Skiern schneller drehen und einen möglichen Sturz leichter auffangen. Je länger die Ski, desto eleganter sieht das Manöver aus.

Wenn ihr den Heli gut hinbekommt, dann versucht ihn auch in die andere Richtung zu springen und sobald ihr den Heli auf der Schanze beherrscht, wagt euch in die Buckelpiste damit. Aber nicht ärgern, denn in der Buckelpiste springen nicht viele den Heli und in voller Fahrt nur die Allerwenigsten. Das ist ja auch der Reiz aller Akrobatik: Nicht alle können es.

Aktuelle Trainingsmöglichkeiten

Neue Trainingsmöglichkeiten sind Wasserschanzen und Luftkissen auf der Piste, in die man sich hinein fallen lassen kann.

Ich habe einmal eine Sache gesehen: Da hat einer in die Mulde vor einem Hügel eine Schanze gebaut und auf der Spitze des Hügels befand sich der Landebereich. Man hatte beim Landen fast keine Fahrt mehr und so wurde ein möglicher Sturz komfortabel abgefangen. Ein schicker Einfall war das und wir hätten auch vor Jahren, als wir Bedarf hatten, auf dieses Konstrukt kommen können – reflektierte ich, als ich diese Lösung das erste Mal gesehen hatte.

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Ausrüstung https://www.buckelpistenfahren.de/ausruestung/ https://www.buckelpistenfahren.de/ausruestung/#respond Sat, 20 Aug 2016 20:00:21 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=80

Ausrüstung

In diesem Beitrag sprechen wir über Ski, Schuhe, Skistöcke, Helme –  also über das, was es alles so braucht für möglichst gutes Handeln in der Buckelpiste.

Skischuhe

Ihr nehmt Rennschuhe mit harter Plastikhülle. Je höher der Stiefel, desto besser. Ich hatte früher Bedenken, es sei nicht optimal, wenn der Schaft steif angelegt ist, denn man kann bei harten Schuhen den Fuß nicht im Sprunggelenk beugen, und verzichten dadurch auf ein Scharnier, welches zur Federung dient. Genauere Tests ergaben, dass ein versteiftes Sprunggelenk Vorteile bietet. Ihr könnt natürlich selber prüfen und testen. Nehmt einem harten Schuh und lasst die Schnallen vorne offen und das Ergebnis ist ein weicher Schuh.

Der besonders weich fahrende Dale Begg Smith hatte übrigens einen Raichle-Schuh mit niedrigerem Flex und fuhr mit ausgeprägten Beugebewegungen im  Sprunggelenk.

Ein feines Detail bieten Stiefel, bei denen sich der Winkel des Schafts über eine Schraube nach vorne hin verstellen lässt. Mit hoher Vorlage lässt sich durchaus experimentieren. Derzeit heißt es unisolo, die Vorlage der Skischuhe  sei mit der der Flachhangfahrer identisch – das könnte auch tatsächlich so sein, aber ich weis nicht so recht. Eine große Vorlage ist meiner Meinung nach einer Untersuchung wert.

Jetzt aber Moment mal: Dürfen wir derzeit über neues Material nachdenken, wo doch die weltbesten Buckelsportler die aktuelle Ausrüstung wählen? Ich sage: Warum denn nicht? Wir hätten vor 20 Jahren eindeutig die Spur aktiv und eigenständig verfolgen sollen, den Skiern auf flacher Piste eine Taillierung zu verpassen, statt uns mit dem vorhandenen Material zufrieden zu geben – denn damals lag ein Wechsel in der Luft. Dass wir nicht konsequent weiterdachten, ärgert mich heute noch.

Zur Info für die Jüngeren unter Euch: bis zum Jahr 1990 hatten die Ski keine nennenswerte Taillierung, die sogenannten „Carver“ existierten damals nicht, was aus heutiger Sicht verdächtig ist. Wie kann man etwas so Simples so spät erfinden?

Ein gewichtsmäßig leichter Schuh ist einem schweren vorzuziehen. Der wichtigste Grundsatz beim Schuhkauf gilt auch für’s Variantenfahren: Nur der Schuh ist gut, der sitzt und der Fußform entspricht. Das ist manchmal leichter gesagt als getan.

Ski

Die Bretter sollen was daher machen, weich und unzerbrechlich sein.

Aber: Allgemeiner Konsens in der aktuellen Diskussion scheint zu sein, dass die Ski hart sein sollen und zwar aus folgendem Grund: Mit stabilen Skiern könnt ihr leichter aus einer Rücklageposition nach vorne kommen. Harte Latten verbiegen sich nicht und geben einen besseren Halt. Dieses Argument zählt primär für den Abschnitt hinter der Bindung. Wenn wir in einen Buckel reinfahren, wissen wir es zu schätzen, wenn die Ski vorne elastisch angelegt sind. Vielleicht wird es eines Tages Buckelpistenski geben, die beide Eigenschaften vereinen, nämlich Weichheit vorne und Härte hinten, vielleicht gibt es diese Ski heute schon.

Es existiert eine Abhängigkeit zwischen dem Eindruck, den Ihr schindet und dem Einkaufspreis der Latten, die Ihr benutzt. Teure Modelle sprechen die Leute emotional an. Selbstbemalung der Oberflächen mit Pinsel und Sprühdose – lasst das! Es wirkt nicht und sieht aus wie angemaltes Sperrholz.

Wenn Ihr aber die Kohle nicht habt – ist egal. Nehmt einen gebrauchten Ski und macht einen auf Bettelstudent. Das ist dann euer eigener Film. Ihr braucht für die Buckelpiste sowieso kein ausgesuchtes  Material. Habe ich mich da gerade widersprochen?

Ich empfehle, wenn es möglich ist, die Besorgung von Rennskiern, weil Ihr ja nicht den ganzen Tag durch Gelände fahrt und auch auf flacher Piste gut dastehen wollt. Ski fertigt man in der sogenannten Sandwitchbauweise. Verschiedene Schichten werden in der Fabrik aufeinandergelegt und dann miteinander verklebt und manchmal fächern sich diese einzelnen Schichten nach einer gewissen Belastungszeit wieder auseinander. Mit Latten zu fahren, die sich in Auflösung befinden, weil eine Schicht nach der anderen abplatzt, bringt einen besonderen Gag: Du demonstrierst, dass sie nicht mehr können, Deine Ski und dass sie aufgeben. Es ist sozusagen der Sieg Deines Geistes über die Materie.

Je länger die Ski sind, desto ruhiger verhalten sie sich bei hohen Geschwindigkeiten, kürzere Bretter ermöglichen aus der gleichen Abhängigkeit heraus frequentere Schwünge. Ich habe einmal Ski der Länge 210 cm in den Buckeln ausprobiert – funktioniert hat das zu meiner Überraschung schon, aber gehalten haben sie nicht lange, die armen Dinger. Heutzutage könnt Ihr euch für einen Tag geliehene Skier nehmen und verschiedene Modelle ausprobieren. Der Buckelpistenfahrer bevorzugt derzeit, so habe ich gehört, Ski in Körpergröße. Taillierte Ski benötigen für einen schnellen Kantenwechsel länger als untaillierte – das habe ich auch gehört. Diese Aussage überzeugt aber nicht ganz.

Persönlich habe ich bei 150 cm Länge angefangen und bei – wie gesagt – 210 cm aufgehört. Große Anpassungen in der Fahrweise waren bei all diesen Aktionen nicht  nötig. Die Ski sind also beinahe schnuppe und irrelevant – würde ich sagen und auch der Einkaufspreis entscheidet nicht über Eure Performance-Fähigkeiten.

Ist Buckelpistenfahren oder alpines Rennfahren finanziell aufwendiger?

Bei alpinen Rennen kommt es auf intakte Kanten an, die wollen jeden Abend präpariert werden, beim Hot-Doggen ist das nicht der Fall. Die Kanten der Buckelski müssen nicht täglich geschliffen und damit abgetragen werden. In den Mulden verwendete Ski haben aus einem anderen Grund eine kürzere Lebenszeit – sie werden häufiger durchbrochen oder gestaucht. Wobei fortgeschrittene Gummihunde wiederum weicher schwingen und dadurch das Material nicht so belasten.

Ihr könnt gebrochene oder gestauchte Ski übrigens an den Hersteller schicken, mit dem Beisatz, sie hätten doch anscheinend, wie man sehen kann, einen Materialfehler. Ob der Austausch klappt, hängt von dem Sachbearbeiter ab, der die Reklamationen in dieser Firma annimmt. Das ist von Marke zu Marke ein anderer, das müsst Ihr halt testen. So könnt Ihr die Kosten niedrig halten, aber nicht weitersagen.

Ein anderer Finanzierungsweg ist der über die Skiversicherung. Im ersten Jahr erhält man respektable 100% des Einkaufspreises der Ski zurückerstattet. Es steht ja in der Policen nicht geschrieben, dass die keine Deppen versichern. Die Händler in den Sportläden freuen sich sogar und klatschen heimlich in die Hände, wenn sie auf fremde Rechnung ein weiteres Paar Ski verkaufen können. Aber ein Skibruch pro Saison sollte die Obergrenze bleiben, sonst wird man rausgeschmissen und muss sich eine andere Versicherung suchen.

Skistöcke

Die Skistöcke sind in der Buckelpiste kürzer und das hat einen Grund: Der Stockeinsatz wird gemacht, wenn wir uns im Buckeltal befinden und die Knie anhocken. Verkürzt also die Länge um 10- 15 Zentimeter.

Stöcke lassen sich problemlos beim Skibasar des örtlichen Skiclubs besorgen oder von der Freundin oder dem kleinen Bruder ausleihen. Wer einmal ordentlich gebrezelt (= gestürzt) ist, der weiß, dass die Dinger im Ernstfall weit weg fliegen sollten, also haben wir keine Schlaufen an den Stöcken. Der Griff hat oben eine breitere Fläche, damit sich die Stöcke nicht in den Körper oder in Teile des Gesichts bohren.

Brille

Der Schnee spritzt ins Gesicht, also müssen wir die Augen schützen. Die Brille ist befestigt und darf nicht herunterfallen, daher werden meist Skibrillen mit Gummiband getragen, und keine Sonnenbrillen. Scheint die Sonne, haben die Gläser eine braune Tönung. Wenn Ihr den Augenschutz den Tag über anbehaltet, bekommt ihr eine helle Schablone um die Nase herum – ein untrügliches Zeichen für exzessives Hot-Dogging.

Kleidung

Da gibt es keine Vorgaben. Ganz praktisch sind Overalls, da sie keine Hosenträger haben. Trägergummis komprimieren nämlich den Oberkörper. Sehr gute Fahrer/innen lieben mitunter das Unterstatement, ziehen sich also bewusst schlicht an. Das Gegenteil, eine Art Papageienkleidung, war auch schon da. Ich habe eine alte, bunte Jacke im Schrank, die ich heute für kein Geld der Welt mehr anziehen würde, aus heutiger Sicht ist derartiges eher zu vermeiden.

Ein Buckelpistenfahrer kleidet sich entsprechend der aktuellen Skimode und variiert nur ein wenig damit. Er möchte nicht durch äußere Faktoren beeindrucken, sondern auf seine Weise.

Bindung

Am besten sind elastisch gehaltene Bindungen, bei denen die Vorder- und Rückbacken nicht fest mit dem Ski verschraubt, sondern auf einer elastischen Schiene befestigt sind. Gut finde ich auch Halterungen, bei denen die Vorderbacke leicht diagonal auslöst, so dass Ihr bei misslungenen Aktionen zuverlässig vom Material befreit werdet.

Als Buckelpistenfahrer schraubt Ihr eure Bindungen etwas fester zu, als der Normalskifahrer, weil Ihr sonst bei jeder Gelegenheit aussteigen würdet – aber übertreibt es nicht damit. Es sieht zwar toll aus, wenn der rote Skalenteil der Stahlfeder ausgefahren ist, und ihr mit damit die Buckel herunterrast. Aber ihr habt hoffentlich viele Skifahrten vor euch liegen und besitzt nur einen, schlecht zu reparierenden Körper.
Aus diesem Grund solltet Ihr z.B. jedes Jahr am Anfang mit 2 Einstellung weniger loslegen als im Vorjahr.

Helme

Helme schützen nicht nur vor einem Sturz, sondern auch davor, dass man auf den „Autobahnen“, zu denen die Pisten heutzutage geworden sind, zusammen gefahren wird. In der Buckelpiste passiert sowas seltener, aber wenn Ihr über Schanzen springt, solltet ihr Helme verwenden. Diese Kopfbedeckungen gelten heutzutage als schick und werden nicht mehr als Attraktrivitätsbremsen gesehen – aber wem sage ich das.

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Kondition https://www.buckelpistenfahren.de/kondition/ https://www.buckelpistenfahren.de/kondition/#comments Sat, 20 Aug 2016 19:57:05 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=78 .flex_column.av-1vkgu-46b8098964244561d9eacd17447efad6{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Kondition

Eine Buckelpistenfahrt dauert mehrere Sekunden und in seltenen Fällen bis zu einer halben Minute. In dieser kurzen Phase müsst Ihr Eure Kräfte mobilisieren, die Muskel übersäuern und arbeiten nicht mehr aerob – so hat man das mir mal gesagt, in einem Kurs für Trainer.

Das heißt, ihr müsst eine Fähigkeit trainieren – den sogenannten Kurzzeit-Kreislauf. Die diesbezügliche Trainingsform nennt sich Intervalltraining und sie ist nicht ganz einfach durchzuführen und strengt doch etwas an. Ihr solltet eine halbe Minuten maximale Leistung regelmäßig üben, d.h. im Schwimmbecken ein paar mal hintereinander 50 Meter schwimmen, im Sportstadion 200 Meter laufen oder irgendwas vergleichbares tun. Seid keine Einzelkämpfer, sondern meldet Euch im Sommer in einem Verein welcher Art auch immer an, wo das Niveau einigermaßen intensiv ist. Mit Konkurrenz und eingebunden in einer Trainingsgruppe treibt man sein eigenes Fleisch verlässlicher an als unter Eigenregie – ein paar ausgebildete Leiter mit Trainingsplänen in den Händen, die bei Euch herumstehen und euch beraten, sind auch nicht schlecht. Aus nahe liegenden Gründen empfehle ich Schwimmen als Vorbereitungssport für den Winter.

Ich selbst war bei unseren örtlichen Wasserballern dabei, einer bemerkenswerten Truppe, konnte mich aber nicht integrieren, denn eine Sache habe ich nicht abgeliefert: Ich habe nicht an den Spielen teilgenommen und damit zum Teilnehmer an den Wettkämpfe gemacht – die Mannschaft war immerhin in der Bundesliga aktiv. Dafür hatte ich die dicksten Oberschenkel von allen – was den Wasserballern aber auch sowas von egal war.

Der Zustand meiner Beine war auch ein Thema, wenn ich mir Jeans kaufen wollte, denn die Hosen in den Kleidergeschäften waren immer zu eng. Heute ist die Suche einfacher geworden und der Einkauf macht mir keine Schwierigkeiten mehr.

Wasserball in der Bundesliga ist übrigens kein Karnevalsverein. Als Spieler musst du dich klar entscheiden und deine Energie voll in diese Tätigkeit investieren – und nicht sowas nebenher machen wollen. Im Schwimmbecken war ich also eher die untergeordnete Nummer. Den Unterschied von Sommer und Winter hat man auch am Verhalten einiger hübscher Teenagerinnen nachverfolgen können, was dann Rückschlüsse auf deren charakterliche Dispositionen zur Folge hatte.

Man ist doch der gleiche Junge, ob man jetzt unkoordiniert Bälle durch das Wasser wirft und viel Wasser dabei schluckt oder flüssig Ski fährt, oder? Suchten diese Mädchen tatsächlich die Nähe meiner betroffenen Person oder folgten sie bloß einem sozialen Status, den sie unbewusst wahrnehmen? Vielleicht hat dieses Verhalten auch mit der biologischen Evolution zu tun, die ja schon seit Millionen von Jahren erfolgreiche Lebewesen hervorbringt. Keine Ahnung.

Das Phänomen poppt auch bei anderen Gelegenheiten auf: Das Ansehen eines ausgebildeten Buckelpistenfahrers kann tatsächlich so groß werden, dass er alleine durch seine Präsentationen bis in die oberen Posten von wichtigen Unternehmen hinein gehievt wird – und zwar ohne irgend eine Zusatzqualifikation. Das behaupte ich einfach mal an dieser Stelle. Auch die Manager von Unternehmen haben nämlich Ideen und freuen sich, wenn diese vor Ihren Augen verwirklicht und sogar übertroffen werden.

Gut, wir sind ein wenig abgeschweift. Zurück zum Thema:

Für unseren Sport wichtig sind die Oberschenkelmuskeln, die Gesäßmuskel und der lange Rückenstrecker. Wenn Ihr euren Kreislauf trainiert habt und die Möglichkeit findet, z.B. als Instruktoren ein paar Wochen im Jahr auf dem Schnee zu verbringen und auch jeden Tag in den Pausen die Buckelpisten besucht, dann wachsen diese Muskel sozusagen von alleine. Sobald Ihr eine Grundkondition besitzt, ist der Rest ganz einfach: Ihr könnt Euren Körper dadurch trainieren, dass Ihr ins buckelige Gelände rein fahrt. Wenn das mal keine Ansage ist.

Je leichter ihr seid, desto weniger Gewicht müsst Ihr auffangen, Muskel mildern Stöße. Wenn Ihr eine gute Rumpfmuskulatur besitzt, entlastet dies das Rückgrat, voluminöse Beinmuskel schonen die Knie.

Wenn Ihr beweglich werden wollt, solltet Ihr wirklich was tun. Ein Training verschiebt die Leistungsgrenze nur dann nach oben, wenn ihr in die schmerzhafte Zone reingeht. Wirksames Training ist also unangenehm – aber dann kommt das Resultat: Ihr marschiert nach hause und erlebt im Körper, Euren Muskeln, eurem Kreislauf und bis in die Fingerspitzen hinein, dass sich da etwas getan hat. Das deckelt dann das Ganze in positiven Sinne. Ihr erlebt ein angenehmes Kribbeln – und nimmt das wahr als Euren persönlichen Unterschied zwischen der großen Langweile, die sich einstellt, wenn man keine Ideen hat, was man so tun soll den ganzen Tag über – und brauchbaren Momenten in jungen Jahren.

Ein potentieller Buckelpistenexperte hat also keinen Zeitmangel im Training, aber zwei Stunden am Tag genügen dann doch für das, was ihr an Grundausstattung benötigt.


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Ausgereifter Stil https://www.buckelpistenfahren.de/873-2/ https://www.buckelpistenfahren.de/873-2/#respond Mon, 05 Jan 2009 13:57:53 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=873 .flex_column.av-h0itt-4f8b938298aca45e07571bc44586e2d0{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Ausgereifter Stil

Hier auf dieser Webseite, in diesem Blog mit seinen Texten geht es um Vintage-Buckelpistenfahren aus dem späten 20. Jahrhundert, um Erzählungen und Überlegungen aus Zeiten, wo das Buckelpistenfahren noch unterkühlt war und eine Verblüffung produzierte, die den ganzen Hang erfasste und der niemand entgehen konnte – was die Situation völlig veränderte. Aber diese Vorgänge sind schon lange vorbei und nahezu vergessen.

Video aus dem Jahr 2009

Was uns diese Jungs hier zeigen, ist eine schicke Sache, das kann sich sehen lassen – ist aber heutzutage fast verschwunden, außer eben manchmal bei Youtube. Sie präsentieren uns eine entspannte Technik, eine, die richtig ausgereift und zufriedenstellend ist und am Ziel ankommt.

Ich war in den 1980-ern der Meinung, man müsse es auf folgende Art machen: Ich zog alle Register, die ich hatte und das waren damals schon ein paar – um dann unerwartet auf ein Körperteil jenseits der Füße zu plumpsen, also auf meine Gesäßmuskeln oder auf meine Fresse. Diese Vergnügungen waren ganz brauchbar und bildeten meine bevorzugte Art des Amüsements und ein Unglück ist eigentlich nie passiert.

Das Video mit seinem kühlen und beherrschten Inhalt ist anders gestrickt und für mich und meine Altersgenossen zugegebenermaßen Zukunftsmusik geblieben, obwohl wir uns ein wenig in diese Richtung hin entwickelt haben – aber bestimmt nicht bis in diese Stufe hinein. Nicht mehr so experimentell wie bei mir, aber beeindruckend – und wie lange hat der Buckelpistensport für das Erreichen dieses Niveaus benötigt? Seit dem Start Anno 1970 – wo alle noch fröhlich und etwas unkoordiniert waren – etwa 40 Winter. Außerdem sind es mehrere Fahrer, die uns hier auf die Nerven gehen. Das Ganze sieht auch nicht grenzwertig aus, in dem Sinne, als würden die Typen Dinge tun, die sie überfordern und ihre Gelenke schädigen und langfristig demolieren. Sie zeigen uns das Leistungsvermögen, welches wir Buckelpistenfahrer schon immer gesucht und in Gedanken herbei gewünscht haben. Unser Endziel, der heilige Gral unseres Sports sozusagen.

Stari Vrh

Und das nicht mal in den Alpen, sondern auf einem relativ kurzen Hang auf dem Balkan. In Slovenien gibt es keine Pisten von fünf Kilometern Länge. Es braucht auch nicht mehr, als die 200 Meter am „Stari Vrh“.

Wir Buckelpistenfahrer haben mit kürzeren Hängen übrigens kein Problem. Und noch nicht mal einen Lift benötigen wir streng genommen. Wir können zwischen den Fahrten, die doch einigermaßen anstrengenden sind, zur Entspannung auch etwas anderes tun – also zum Beispiel den Hang wieder hochlaufen. Eine Buckelpiste muss auch nicht steil sein, um Laune zu machen. Sie muss nur ausgefahren und bucklig sein.

Im Ruhrgebiet existiert eine Skihalle mit einer Streckenlänge von ein paar hundert Metern. Zum normalen Skifahren ist das natürlich zu kurz. Man fährt oben los und drei Atemzüge später hat man den Hang schon hinter sich. Aber wenn man dort Buckelpisten entstehen lassen würde, dann wäre das etwas anderes. Dann könnte dieses Angebot auch für uns sportlich orientierte Menschen interessant werden. Ein nüchterner Planer kann diesen Gedanken übrigens noch weiter treiben: Wie wäre es, wenn wir eine derartige Halle im heißen Wüstensand oder in den Niederlanden bauen würden?

Das mit dem Wüstensand ist keine Spekulation mehr. Man könnte auch von Hallen auf dem Mond oder Mars spekulieren – wo jeder Mondbesucher die tollsten Sachen machen kann: Etwa einen doppelten Salto springen, ohne ihn je vorher geübt zu haben. Oder einen achtfachen Salto, wenn er auf der Erde bereits den Doppelten springen kann. Wer weiß heute schon, was alles getan werden werden kann in den nächsten Jahrhunderten und was nicht.

Nachtrag

Das war jetzt mal ein kurzer und zugegeben leicht alberner Ausflug in die Zukunft. Das ist schon albern, wenn man von Skihallen auf dem Mond redet.

Falls Ihr Euch eher für vergangene Dinge interessiert  – weil ihr zum Beispiel einen Buckelpistenfahrer gesehen habt und Euch wundert, wieso dieser Sport aus der Mode gekommen ist – dann seid ihr hier richtig und vielleicht auch ein wenig neugierig? Das Buckelpistenfahren kam vor Jahrzehnten gut an, konnte sich sehen lassen und machte auch Laune beim Ausprobieren.

Und jeder altgewordene Hot-Dogger aus den 1980-ern, sofern er noch einigermaßen laufen und mit Euch sprechen kann, wird auf Aufforderung hin tief einatmen, einen Moment lang zurück schauen, mit seinen zittrigen Augen an der Decke entlang fahren und dann sagen:

„Das Buckelpistenfahren soll tot sein?
Niemals, es lebe das Buckelpistenfahren!“

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Kontakt

Hier möchte ich von der Geschichte dieser Webseite reden und einen Wunsch an Euch herantragen.

Die Seite ist seit 2003 online.

Ich bin mittlerweile tatsächlich über 18 Jahre alt geworden und habe mich beruhigt, denn irgendwann erwischt es jeden – so wie alle Skifahrer in meiner Umgebung, die auch mal saubere Sachen gemacht haben. Als ich dann älter wurde, dachte ich mir:  Die Ansichten zum alpinen Wintersport könnten doch ein Thema für eine Abhandlung sein. Ich habe also in den Jahren 2000 – 2003  und auch danach nochmals über die Schulter geschaut und festgestellt, wie abenteuerlich Buckelpistenfahren eigentlich sein kann. Egal ob jemand meine Webseite nun besuchen wird oder nicht – und es sieht ja nicht danach aus. Gleichzeitig habe ich ein Buch über die Einwohner Lispoms geschrieben, aber darüber möchte ich jetzt nicht näher eingehen.

Wer Arme und Beine besitzt, im richtigen Alter ist und Buckelpisten besucht, kann sich – ein bisschen Dickköpfigkeit vorausgesetzt – eigene, weiche Knie entwickeln. Warum auch nicht. Er oder sie soll andere Skifahrer beobachten und ein wenig trainieren. Schneller kommt er voran, wenn er oder sie irgendwo eine Trainingsgruppe ausfindig macht und dort einsteigt.

Derzeit bin ich der einzige, der hier Texte schreibt, aber das muss nicht so bleiben. Vielleicht möchte jemand von Euch ein paar Dinge los werden zum Thema Gummihund und Buckelpistenfahren? Wie lebt es sich im 21. Jahrhundert auf Buckelpisten? Was gibt es neues zu erzählen, oder wiederholen sich die alten Erlebnisse in anderen Variationen und Formen?

Schreibt mir einfach ein paar Sätze und lasst mir den Text zukommen. Es wäre mir eine Freude, Beiträge von Euch, natürlich mit Euren Namen versehen, in diese Internetseite aufzunehmen. Der Menuepunkt  „Geschichten“ braucht dringend Text-Nachschub. Es wäre dann ungefähr der zweite fremde Beitrag nach diesem Ersten. Meine Mailadresse: ( pafre10[ät]googlemail[dot]com )

Die technische Geschichte dieser Webseite

Die erste Version von Gummihund.de entstand im Jahr 2003 und war noch fest in HTML codiert. Dann kam eine Seite mit Typo3, die dann aber irgendwann offline stand.

Der Grund der Unterbrechung war: Es gab Autos mit eingebauter WLAN-Antenne, die durch die Straẞen fuhren und stehen blieben, wenn sie ein ungeschütztes Netzwerk entdeckten. Zugegeben, man soll nicht denken, Verschlüsselung sei Luxus. Was dann genau passierte, ist nicht ganz klar, jedenfalls waren drei Tage späte alle meine persönlichen Seiten kontaminiert. Im Angesicht des Angriffs lag die Entscheidung nahe, gleich etwas Neues zu machen. Insofern seht Ihr hier eine zweite Version von Gummihund oder „Gummihund reloaded“.

Version 3.0 – 2016

Anschließend bin ich dann zu WordPress gewechselt. So kommt man einfach schneller zum Ziel. Wir sind also derzeit bei der dritten Version. Ihr wisst nicht, was “Typo3” und “Wordpress” ist? Nicht schlimm, ich erkläre es Euch: Beides sind Softwaresysteme, mit denen man Internetseiten ins Netz stellt. Das kann ja nicht jeder wissen …

Ich kenne das, denn ich verdiene mein Geld mit solchen Dingen. Ich bin von Beruf Webdesigner.


David Hasselhoff soll mir ähnlich sehen. Man kann es sich nicht aussuchen. Da ich mich entschlossen habe, keine Bilder von mir zu zeigen, aus Gründen, die sich mir nicht ganz erschließen, bekommt er hier ein schönes Bild gesetzt.

Also: immer locker bleiben.

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