Philosophie – Gummihund https://www.buckelpistenfahren.de Kompendium zum Buckelpistenfahren Thu, 30 Apr 2026 15:30:24 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4.19 Anwendungen von „Gummihund“ https://www.buckelpistenfahren.de/anwendungen-von-gummihund/ https://www.buckelpistenfahren.de/anwendungen-von-gummihund/#respond Sun, 18 Sep 2016 10:01:35 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=392 .flex_column.av-er2cw-dc73764df40abf8c1c67cee01faa9cc6{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Sechs Erkennungsmerkmale von Gummihund

Habt Ihr hier schon ein paar Beiträge gelesen und Euch ein paar Seiten angeschaut? Das ist formidabel. Dabei ist Euch vielleicht aufgefallen, dass für den Begriff „Gummihund“ insgesamt sechs Kriterien gelten. Falls diese Euch noch nicht ganz klar sind und Ihr sie nicht nennen könnt, dann zählen wir sie hier nochmal auf:

  1. Das Spektakel spielt sich auf einem Niveau weit oberhalb des Üblichen ab.
  2. Die Sichtbarkeit des Könnens ist da.
  3. Das Können ist begehrenswert.
  4. Die Tätigkeit muss Spass beim Ausführen machen.
  5. Wenn man eine gewisse Leistungsgrenze erreicht hat, sollte man aufhören weiter nach Unterschieden zu fragen.
  6. Jeder macht es so, wie nur er es macht. Man sieht die individuelle Persönlichkeit des Ausübenden.

Wir schauen nun über den Tellerrand unseres Themas hinaus und versuchen ein paar andere Bereiche auf die soeben genannten Eigenschaften von „Gummihund“ abzuklappern. Mir, der ich diese Webseite mache, fallen da ein: Wellenreiten, Tischtennis, Klavierspielen, die Computer von Apple, Wirtschaftswissenschaften und die Genesis aus der Bibel. Ja, auch ein Bibeltext ist in dieser Liste enthalten, das klingt zunächst überraschend.

Wellenreiten

Wir kennen nicht viele Sportarten, die dem Buckelpistenfahren so nahe kommen, wie das Surfen. Statt auf zwei Brettern steht man auf einem. Die eine Aktivität findet im Sommer statt, die andere wird im Winter, bei Minusgraden. Auch ein Wellenritt dauert nicht lange. Die Fähigkeiten der Ausübenden sind kaum bewertbar, ein objektiver Wettkampf gestaltet sich schwierig. Jede Welle verläuft anders. Jeder Surfer hat seine eigenen Ansätze.

Manch ein Junge und Mädchen hat das brennende Bedürfnis, diesen Sport auszuüben, nachdem sie ihn einmal gesehen hat – so wie das Buckelpistenfahren. Aber wer schafft es schon in jungen Jahren bis nach Kalifornien oder Hawaii? Wellenreiten dauert nicht lang, es ist intensiv und ohne einen gewissen Aufwand an Training und Anfahrtskosten nicht zu realisieren.

Tischtennis

Beim Tischtennis werden die Bälle so fix über den Tisch gedroschen, dass ein Auge ohne Übung nicht nachvollziehen kann, was da gerade passiert. Bei Leuten, die das gut machen, werden die Bälle auf die gleiche Weise beantwortet, so dass tatsächlich Ballwechsel entstehen. Da sind Reflexe am Werk, mit denen ein normaler Mensch, wenn er ehrlich ist, nichts mehr zu tun hat. Auf einer Tischtennisplatte im Hinterhof eines Hauses kann man schon einmal mit Kraft dem kleinen Ball eine Ohrfeige geben und dann landet der Ball sogar ab und zu auf die Platte – aber dieser Schlag ist damit noch lange nicht beantwortet. Im Profisport aber drischt es sich hin und her.

Hier ergeben sich Ballwechsel, die die Wahrnehmungsfähigkeit der Zuschauer darüber, was man mit Händen und Schlägern machen kann, signifikant erhöhen. Somit ist der Punkt eins, der von der Sichtbarkeit des Könnens, ohne Einschränkung erfüllt.

Allerdings wird bei Tischtenniswettkämpfen nach Siegern gesucht. Also wird im Sinne von „Gummihund“ dem „Aufhören der Suche nach Unterschieden“, nicht entsprochen. Dieses Kriterium wird nicht erfüllt. Somit ist Tischtennis kein „Gummihund“, es ist etwas anderes. Es ist ein Wettkampfsport mit seinen Vor- und seinen Nachteilen.

Elvis Presley

Wir möchten nun Elvis Presley ansprechen, einen Sänger, der als junger Mann Dinge gemacht hat, die den Eindruck erwecken, ihn hätte jemand angetickt, mit einem vitalisierenden Zauberstab. Es ist der Elvis der Musikstücke „Jailhouse Rock“ und „Hount Dog“. Schaut es Euch die Videos bei Gelegenheit mal an und wundert euch über das, was Ihr seht – falls Ihr das nicht bereits getan habt.

Das was wir da sehen, ist ausgereift und es ist für jeden sichtbar. Man möchte es imitieren. Und genau hier kommt die Schwierigkeit: Dieser Elvis lässt sich nun mal überhaupt nicht nachstellen. Ich habe eine Imitation – also eine, die gut war – noch an keinem Ort auf diesem Planeten entdecken können. Diese Fähigkeiten scheinen nicht öffentlich freigegeben zu sein. Somit ist Elvis kein ‚Gummihund‘ sondern etwas anderes, vielleicht sogar besser. Der Rock’n Roll von Elvis Presley ist lebendiger als Gummihund und fällt damit aus dem Rennen heraus. Er ist wirklich enorm gut.

Der junge Elvis unterscheidet sich so von uns Menschen, wie der Mensch sich von einem mechanischen Roboter unterscheidet. Meiner Meinung nach. Der Amerikaner konnte seine Beine und Hüfte beschleunigen wie Feuerwerkskörper. Keine Ahnung wie er derartiges gemacht hat. Er präsentierte bis dato unbekannte Bewegungsabläufe und besaß nicht nur eine, sondern genau genommen zwei Stimmen: eine hohe und eine tiefe Stimme. Er konnte ohne Anlaufschwierigkeiten mit all diesen Fähigkeiten umgehen, der junge Elvis, damals.

Irgendwann hat auch ihn das allgemeine Elend eingefangen. Dieses Elend kennt so viele Wege, um zu uns Menschen zu dringen und sich zu bedienen und auf einige von uns scheint es einen ganz besonderen Appetit zu haben.

Der Fairness halber noch ein Link zu den afroamerikanischen Originalen dieser Musik, die Elvis Presley so gut angewendet hat.

Klavierspielen

Bleiben wir beim Musik machen und suchen uns jetzt ein Instrument aus. Welches Instrument suchen wir uns aus? Das dürfte eigentlich egal sein, aber nehmen wir doch zum Beispiel das Klavier.

Auch Klavierspieler agieren weit oberhalb dessen, was ein Normalbürger so für möglich hält und das Können ist zweifelsohne auch anzuhören. Wir kennen keine Weltmeisterschaften im Klavierspielen – jedenfalls habe ich solche Wettbewerbe nicht wahrgenommen. Ein Klavierspieler ist für das geübte Ohr individuell erkennbar. Also passt einiges in Bezug auf die fünf Punkte.

Nur eine Sache fehlt noch: Die Sichtbarkeit fehlt. Viele Musiker arbeiten sich intensiv und auch erfolgreich daran ab, die Musik im gewünschten Sinne, also den Absichten des Komponisten gemäß, aufzuführen. Aber im Publikum sitzen – grob geschätzt – zwei Drittel an Leuten, die das nicht hören und ehrlich gesagt froh sind, wenn sie den Konzertsaal wieder verlassen dürfen. Ein Klavierspieler wirft irgendwelche Perlen vor die Säue. Er hat Menschen im Publikum sitzen, die aus gesellschaftlichen Gründen in Konzerte gehen, und die sich langweilen und denen der musikalische Anschluss fehlt. Daher würde ich sagen: Das Können ist nicht sichtbar und wir streichen somit Definition Nummer 2 aus unserer Liste.

Slalomlauf

Klar, der Slalomlauf ist ein Wettkampfsport und somit wird ein Punkt in unserer Liste verletzt. Ich möchte aber folgendes zu bedenken geben: Alle Weltcupläufer unter den ersten dreißig Startern sind meiner Meinung nach radikal gut. Jeder Einzelne davon. Da man sie international auftreten lässt, beherrschen sie ihr skifahrerisches Handwerk, und zwar ordentlich. In einem Slalom auf Weltniveau kommen die ersten zehn Läufer oft innerhalb von zwei Sekunden ins Ziel. Wisst Ihr wie wenig Abstand zwei Sekunden auf dieser Strecke sind? Es ist ein Wimpernschlag. Ich würde all diesen Läufern den Weltmeistertitel geben und hätte noch nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei.

Die Apple – Computer

Nun ein ganz anderer Bereich, die High-Tech Spielzeuge des 20. Jahrhunderts. Eine Leidenschaft von jungen Männern – und möglicherweise auch Millionen von Frauen – sind technische Geräte bei der Markteinführung. Ältere Apparate sind dann nicht mehr so interessant. Alles so schön bunt hier im High-Tech-Laden. Wir beziehen uns nun auf die Geräte der Firma Apple in den letzten Jahrzehnten. Wer es nicht weis: Apple ist eine Firma, die Computerhardware und Betriebssysteme herstellt.

Stand der Dinge war lange Zeit: Man musste als Interessierter oder Student der Informatik in ein Rechenzentrum gehen, damals, in den 70-er Jahren, als es los ging, und bekam dann ein paar Stunden Zugang an einem Institutsrechner verabreicht – zumeist nachts – und konnte so ein Gerät in einem Schrank in einem Institut für Informationsverarbeitung ausprobieren. Eine zähe Angelegenheit.

Auf einmal stand so ein Ding auf dem Tisch und es sah sogar ordentlich aus. Ich selbst habe als Schüler einen frühen Tischrechner namens „Apple IIe“ anschalten und bedienen dürfen. Das Ding verstand sogar eine Programmiersprache namens „Pascal“, eine höhere Programmiersprache, bei der man die Probleme auf einem schönen Abstraktionsniveau angehen konnte. Eine Sensation. Die ersten Apple-Geräte waren eine Befreiung aus der Enge. Man konnte endlich Dinge tun, die man noch nie zuvor machen konnte und von denen man ehrlich gesagt auch gar nicht wusste, dass man sie auch machen wollte. Ein schönes Spielzeug eben.

Später, in den 80-er Jahren, gab es aufgrund von grundsätzlichen Problemen beim Arbeitsspeicher, dem sogenannnten RAM oder auch Random Access Memory, eine neue, noch nicht zu überwindende Hürde. Der Arbeitsspeicher war nämlich auf 1 Megabyte begrenzt, was eine Million Speichereinheiten sind. Da brachte die Firma Apple einen Apparat heraus, der das Problem vernichtete. Auch er konnte das, was man sich bisher nur erträumen konnte. Er nannte sich MacIntosh, was übrigens der Name einer englischen Apfelsorte ist. Die Computer wurden grafisch. Neben diesem Kubus lag jetzt eine Maus auf dem Tisch. Der Macintosh war aus einem Guss hergestellt. Er war begehrenswert, hatte ein Design, das ohne Frage ein Alleinstellungsmerkmal war und somit sehen wir: auch Punkt 5 (von der individuellen Persönlichkeit) ist erfüllt.

Das Gleiche geschah später mit iPods, tragbaren Musikabspielgeräten, die unzählige Lieder abspielten. Auch iPhones, fingerbedienbare Geräte mit Bildschirm, die zum Telefonieren geeignet waren, waren zu ihrer Zeit ein Aufreger. Dann kamen Tablets, wir kennen das heute ja. Derzeit gibt es das alles für geringe Kosten (z.B als Einplatinenrechner Raspberry Pi für 30 Euro), aber damals wie gesagt: Eine Sensation.

Immer, wenn Apple ein Gerät herausbrachte, kamen andere Firmen, die etwas lieferten, was „sehr gut“, besser oder billiger war: schnellere Prozessoren, bessere Grafikauflösung, mehr Speicher. Aber die Geräte von Apple waren ein rundes Produkt, eines, das „gut“ war. Gut waren die Software, gut die Hardware und alles harmonierte miteinander – und das ist Punkt 4 unserer Definition von Gummihund: Man erzeugt eine extrem hohe Messlatte und fragt nicht mehr nach den Unterschieden.

Somit war Apple eine Zeit lang „Gummihund“. Heute ist diese Firma vielleicht anders am Markt positioniert, aber damals war das definitiv so. Heute gibt es keinen tyrannischen Chef namens Steve Jobs mehr, der keine Gnade mit seinem Personal kennt und sich eine Freude daraus machte, neue Produkte so zu präsentieren, dass junge Männer sie – und wie gesagt natürlich auch Frauen – erwerben wollen.

Allerdings brauchen wir heute keine Firma wie „Apple“ mehr, würde ich sagen und wozu auch? Um autonome Autos zu bauen? Oder Roboter? Wer wünscht sich denn sowas?

Eine ganz normale Katze ist doch auch autonom. Ich kenne eine Katze, die klettert mir sofort auf die Schultern und beginnt dann, wie eine Verrückte zu schnurren. Ich weis nicht, warum die Katze das macht.

Die automatisierte Wirtschaft

Die automatisierte Wirtschaft könnte das werden, was die Apple Computer einst waren: Eine Befreiung.

Auch diese umorganisierte Wirtschaft hätte die Aufgabe, eine Warenmenge zu erzeugen, die weit oberhalb des gegenwärtigen Niveaus liegt (Punkt 1 unserer Definition), wo alle Bedürfnisse komfortabel aufgefangen sind, aber dann ist es gut. Übersetzt heißt das: Wer ein schönes Paar Skischuhe hat, braucht nicht zwei, wer ein Mittagessen auf der Skihütte bekommt, braucht nicht zweimal oder dreimal zu essen. Wer eine Million Euro besitzt, muss nicht 100 Millionen haben. (unser Punkt 4). So wie die Tiere im Wald. Wenn ein Tiger eine Antilope verspeist hat, liegt er auf seinem fetten Bauch und schläft. Die anderen Tiere haben in dieser Zeit keine Angst mehr vor ihm. Wenn man eine Million auf dem eigenen Konto liegen hat, dann sollte man sich ausruhen dürfen und nicht noch mehr Energie in die Beschaffung von zusätzlichem Reichtum investieren müssen.

In einer Wirtschaft, die „Gummihund“ ist, existiert jedes lebensnotwendige Konsumgut in hoher Qualität und kostenfrei. Aus welchem Grund sollten wir auch Sachen produzieren, die nicht brauchbar und robust sind? Der Betriebsmodus der Wirtschaft braucht nicht weiter beschleunigt zu werden (Punkt 4).

Es wird dann so sein (Punkt2): Wenn jemand an einen Zwetschgenkuchen denkt und Hunger hat, so wird er feststellen, dass dieser Kuchen aus unbekannten Gründen bereits seit Stunden im Kühlschrank liegt – wer dieses Szenario nicht für realistisch hält, jeder passable Programmierer schreibt gerne den Algorithmus dafür. Die Wissenschaft, die sich um solche Belange kümmert, nennt sich übrigens Verwaltungswissenschaft und nicht Volkswirtschaft, wie man denken könnte. Das Studienfach Volkswirtschaftslehre analysiert vor allem die Fließrichtung des Informationsmittels Geld und derartige Vorlesungsrunden muss man erst einmal durchstehen. Das ist manchmal schwierig, würde ich sagen.

Auch die Industrie soll „Gummihund“ werden. Sie produziert oberhalb des gegenwärtigen Niveaus, muss aber nicht weiter beschleunigt werden, in dem Sinne, dass es mehr und technologischer und billiger wird. Und dann können wir schauen, dass es aus einem Guss wird, nicht verzettelter Firmen- und Nationenwettbewerb. Jede Region der Welt bekäme eine eigene Persönlichkeit (Punkt 5). Die Gegenwart hat doch heute – außer in der Medizin und Raumfahrt – alles Know-How bereit liegen, das wir brauchen. Viel gesellschaftliches Wissen liegt brach, aus welchen Gründen auch immer – und könnte doch in wenigen Jahren reaktiviert werden. Zum Beispiel das Wissen darüber, wie man Buckelpiste fährt.

Die Genesis

Am Ende unserer Untersuchungen gelangen wir zur Genesis, dem Entstehungsbericht der Bibel. Das erscheint etwas überraschend. Aber es ist einigermaßen folgerichtig. Ich versuche auch zu erklären, warum.

Vielleicht hat der eine oder oder andere ein Exemplar der Bibelgeschichte im Haus herumliegen, das soll vorkommen. Wir erfahren gleich zu Anfang des Textes, was sich ereignet hat, oder haben könnte, damals, im Laufe der Weltentstehung:

  • Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und Gott sah das Licht, dass es gut war;

Aha. Das Licht. Gott schuf Meere, und Tiere und Bäume und Berge und Schnee usw. und – eine erste Einschätzung – es war gut. Wir kennen das ja. Und am Schluss heißt es:

  • Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut

Merkt Ihr was? Da muss sich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen haben. Der Erfasser des Ursprungstextes dachte möglicherweise, dass, wenn so dermaßen viele Sachen als „gut“ zu bewerten sind, dann sei die Zusammenstellung all dieser Dinge etwas „sehr Gutes“. Ich sehe das nicht so. Die ursprüngliche Ansage war meiner Meinung, dass das Ergebnis, der fertige Planet, „gut“ sei oder „richtig gut“. Aber eben nicht „sehr“ gut. Wir sehen das an der anschließenden Aussage:

  • Und am siebten Tag ruhte Gott.

Das heißt, es war gut und brauchte nicht verbessert zu werden, um „sehr gut“ zu werden. Sonst hätte der Schöpfer ja weiter „geschöpft“ – oder wie sollen wir die Arbeit eines Gottes bezeichnen? Und trotzdem sprengt das Ergebnis jeden Rahmen. Oder etwa nicht? Habt Ihr Euch schon mal eine Stubenfliege angeschaut? Habt Ihr die Fähigkeiten dieser simplen Fliege mal mit den technischen Kennzahlen eines Formel-1 Rennautos  verglichen?

Wer den Umstand nicht kapiert, dass unsere Hemisphäre eine ausgefeilte Sache ist, der sollte mal im französischen Les Arcs auf 1600 Metern Quartier beziehen, am besten im März – dann zur Abenddämmerung hin einen Balkon in westlicher Richtung suchen und finden, mit dunkel bebrillten Augen einen Platz auf einer Holzbank einnehmen, auf den richtigen Moment warten und die zunehmend rotfarbene Scheibe in geschätzten 300 Kilometern Entfernung am Ende des Isère-Flusstals zum Horizont hin fallen lassen und anschließend immer noch der Meinung sein, dies sei keine hervorragende Sache.

Man kann von der Bibel halten, was man möchte. Wenn am Ende herauskommt, dass unsere Gummihund-Ideen bereits vor Jahrtausenden angewendet wurden, dann können wir dem Text doch eine gewisse Legitimation geben.

Das war’s

An diesem Punkt enden unsere Gummihund-Überlegungen, denn dies ist der letzte Beitrag des Kompendiums, diesen gesammelten Überlegungen zu der Fragestellung, was sich hinter der Tätigkeit des Buckelpistenfahrens alles verbirgt. Nun werde ich nichts mehr hinzufügen. Hier haben wir einen sauberen Schlussschwung gemacht und Ihr habt Euch sogar die Mühe gemacht, ein wenig darin zu lesen. Nicht schlecht. Jetzt ist es erzählt und Ihr könnt was anderes machen. Vielleicht ist jetzt einer von Euch dran, mir zu erklären, was für ein Anfängerprodukt „Gummihund“ doch ist, und der mir alles auf den Kopf stellt.

Ich habe mir im Lift sagen lassen, dass bald eine Umbenennung stattfinden soll. Der Ausdruck „Busenpiste“ passe besser zu unserem Sport als der aktuelle Name. Habt Ihr das verstanden? Busen statt Buckel. Feminine Schönheit statt Verkrüppelung.

Nur zu. Habt keine falschen Hemmungen. Das Buckelpistenfahren scheint sowieso anfällig zu sein für Umbenennungsbemühungen. Ich verabschiede mich und habe die Ehre.

Neben dem Nova-Hang in Gaschurn befindet sich bekanntlich ein Sessellift, und unser altes Team wird bald wieder in diesen Lift einsteigen und hochfahren, die Würfel fallen lassen und mit einer kontrollierten Aktion auf dem Hang alle Krähen in der Umgebung aufscheuchen. Das ist so sicher wie sonst was.

Wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja mal bei so einer Gelegenheit.

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Bis auf die Zähne https://www.buckelpistenfahren.de/sport-ist-nicht-nur-kampf/ https://www.buckelpistenfahren.de/sport-ist-nicht-nur-kampf/#respond Thu, 01 Feb 2007 20:14:23 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=519 .flex_column.av-2u20f-462539394c30b83349242cee8d1a9758{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Bis auf die Zähne

Überlegungen zu Wettkampfsportarten – 2007

Eine Ansage für alle, die es mit der körperlichen Anstrengung nicht so wichtig nehmen: Der Körper jedes Lebewesens braucht Bewegung, um seine Bewegungsfähigkeit nicht zu verlieren. So auch der Mensch. Also sitzt der typische Mensch nicht nur auf dem Gesäß vor der Spielkonsole, sondern treibt ab und zu Sport. Er tut dies am liebsten in der Natur. Wenn er es sein lässt, so wird er sehen, was mit ihm passiert. Sport sollte ein Anlass sein, die Sportsachen anzuziehen und etwas zu machen, was mal sinnvoll oder mal weniger sinnvoll ist. Es geht auch darum, die eigenen Grenzen zu entdecken. Wir beschäftigen uns in diesem Kapitel nochmals mit dem Wettkampfsport.

Der Wettkampfsport ist ja an und für sich nichts verkehrtes, aber nur, wenn man ihn nicht allzu ernst nimmt. Zugegeben: Wettkämpfe sind ein öffentliches Ereignis, zu dem Leute kommen. In der Regel sind die Karten bunt gemischt und all wollen wissen, wie es ausgeht. Es hat natürlich keinen Sinn beim Mannschaftssport eine Jugendmannschaft gegen einen Verein in der ersten Liga anzusetzen. Aber wenn zwei Gruppen auf vergleichbarem Niveau miteinander agieren, dann können die Teilnehmer und Besucher am Abend zusammen sitzen, Rauschelimos konsumieren und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen.

Wobei wir auch feststellen müssen, dass viele Buckelpistenfahrer zunächst Wettkampfambitionen hatten, und zwar im klassischen Bereich des Torlaufs, die sich dann nicht erfüllten und sich daher anderen Sachen zuwandten. Mittelfristig wird kaum einer den Übergang zur Buckelpiste bereut haben.

Heute drängen Elitesportler immer willensstärker in Richtung Sieg, als seien sie ungeborene Kinder oder Säuglinge, die sich durch den engen Geburtskanal der Mutter drücken müssen, um zum Leben zu gelangen. Kann ein Sportler nur dann existieren und überleben, wenn er die Konkurrenz platt macht? Die Steigerung einer Goldmedaille ist der Rekord, also ein Sieg über alle Wettkämpfe der letzten 100 Jahre. Es scheint ja immer ein besonderes Ereignis zu sein, wenn derartiges geschieht. Man erlebt in diesen Momenten so eine Art Hauch der Ewigkeit. Oho! Na bitte.

Hochleistungssport ist ein Selbstläufer geworden, der die Anstrengungen der Teilnehmer fordert, aber zum Großteil auch vernichtet. Warum vernichtet? Na ja, was bringt Dir denn Dein Willen, wenn andere Sportler auch einen Willen haben, aber aus unbegreiflichen Gründen mehr Talent als Du haben oder aus begreifbaren Gründen bessere Trainer und Trainingsmöglichkeiten erhalten? Zu den wenigen Leuten auf dem Siegerpodium zählen nämlich Dutzende von weiteren Leuten, die sich nicht weniger bemüht haben und am Ende nur dekorativ herumstehen. Wir sehen drei entspannte Stars, die in die Kameras winken und hören ihre Landeshymnen. Was ist mit den anderen?

Leistungssport

Leistungssportler trainieren vom Aufstehen bis zum Abend und haben wenig Zeit, sich um solche Sachen, wie eine reguläre Berufsausbildung zu kümmern. Ein Risiko, welches sie durchaus geplant eingehen. Eine Methode, sich aus diesem Engpass herauszuwinden, ist, sich ein zusätzliches Einkommen zu besorgen. Das heißt, sie versuchen so präsent zu werden, dass Einkünfte daraus entstehen. Dann passt es und sie können bei Wunsch eine Familie ernähren und ein Lebensziel wäre erreicht. Bei bildenden Künstlern und Musikern ist das nicht anders. In den meisten Fällen wird dieser Plan allerdings nicht realisiert und niemand bekommt etwas davon mit. Somit ist diese Ergebnisorientierung beim Sport eine Verschwendung menschlicher Potentiale. Meint Ihr nicht? Na gut. Ein Leistungssportler kann später Sportlehrer werden, oder Trainer in seinem Bereich. Ein Kreativer kann als Lehrer tätig sein.

Gold, Silber, Bronze

Bei Sportübertragungen wird das immergleiche Spielchen gespielt: Die Betreiber verteilen Gold, Silber und Bronze. Eine todernste Angelegenheit für die Chipsfresser vor den Fernsehern. Denn das sind ja die wahren Spezialisten. Diese Typen haben kein Interesse daran, Bewegungsideen und psychologische Details aufzuspüren. Nein. Sport ist so etwas wie ein Würfelspiel. Man kuckt, wie der Würfel fällt, und denkt nicht über vergangene Würfelspiele nach.

Wenn eine olympische Medaille ins Verhältnis zur Förderung der Athleten gesetzt wird, dann ist eine Medaille einen Haufen Geld wert: Anscheinend zwei bis drei Millionen – jedenfalls bei olympischen Wettkämpfen. Es geht um ökonomische Fragen. Hierüber darf man sich nicht lustig machen, schon gar nicht im aktuellen Sportstudio.

Eddy the eagle

Mit wenigen Ausnahmen. Eine Figur, die wie eine Seifenblase kurz mal aufpoppte und dann wieder verschwand, hieß Eddy „The Eagle“ und seine Geschichte ereignete sich 1988 bei den olympischen Spielen in Calgary. Eddy war ein britischer Skispringer. Nun, wir wissen alle, dass das Skispringen in Großbritannien wohl noch nie eine Hochkonjungtur erlebt hat. Irgendwie hatte es Eddy aber gerade darum geschafft, in die Olympiamannschaft aufgenommen zu werden. Eddy war ein bedauernswert aussehender Einzelgänger, mit einem krummen Lächeln und einer Brille aus Panzerglas, und er zeigte uns wirklich desaströse Auftritte. Dennoch – oder gerade darum – kitzelte er die Zwerchfelle der Zuschauer. Wenn alle Teilnehmer so um die 120 Meter sprangen, schaffte Eddi immerhin siebzig davon. Er sprang in jedem Durchgang als erster, denn der erste Springer ist in der Regel derjenige, der die kürzesten Sprünge macht. Er erzeugte damit aufgeräumte Stimmung. Wir waren jedes Mal froh, wenn dieser ‚Adler‘ seine Wirbelsäule nicht vollständig durch einen Sturz zertrümmerte. Die Zuschauer begannen sich im Laufe der Veranstaltung nur noch für das Schicksal dieses „Eddy the Eagle“ zu interessieren. Die anderen Trainer fanden das total doof und haben dafür gesorgt, dass derartige Inkompetenz nicht mehr an den Start gehen darf.

 



Humorlosigkeit

Oder nehmen wir die Frauen beim Skisprung. Seit einigen Jahren dürfen junge Frauen wettkampfmäßig von der Schanze runter springen und man merkt, wie unernst diese Truppe das Spiel um die ersten, zweiten und dritten Plätze sieht. Ist es nicht eine Leistung jenseits aller Kritiken, als Frau überhaupt auf den Schanzentisch herauf zu klettern – und sich dann abzustoßen? Das sage ich als jemand, der junge Wettkämpferinnen kennt und der schon mal versucht hat, als Trainer per dekret Mut einzufordern und der damit gescheitert ist. Aber die Reporter merken nichts davon, bleiben stoisch bei der Sache, auch wenn sie ironisch grinsende Frauengesichter mit der Kamera einfangen. Fahrt Ihr da mal runter, Ihr lieben Reporter, diese Schanze der Mädels.

Der Leistungssport ist humorlos geworden und vielleicht war er das schon immer. Da sich das Buckelpistenfahren für Wettkämpfe nicht wirklich eignet, können wir feststellen, dass sich uns gewisse Freiheiten erhalten haben. Ein Gummihund in unserem Sinne braucht keinen Wettkampf zu gewinnen. Er darf ab und zu einen Jugendlichen mit einem belebenden Stab berühren und die Leute, die weniger Potential besitzen, auf den Boden der Tatsachen stellen. Das ist seine Aufgabe. Mehr nicht. Er sammelt keine Metallmünzen und will sie sich nicht um den Hals binden. Er benötigt auch keine schwarzen Gürtel.

Nachtrag

Wir haben diesen Eddie wohl weniger ernst genommen, als er sich selbst. Ich habe aber gehört, dass er im Alter von 50 Jahren noch einen doppelten Salto mit Kopf-vor vom 10 Meter Turm ins Wasser springt. Damit erfüllt er die Kriterien von ‚Gummihund‘ und hat sich unseren Respekt verdient. Kennt Ihr jemanden persönlich, der derartiges hinbekommt? Da muss ich passen, ich kenne keinen.

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Die Prüfung https://www.buckelpistenfahren.de/die-pruefung/ https://www.buckelpistenfahren.de/die-pruefung/#respond Sat, 28 Dec 1996 20:43:16 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=68 .flex_column.av-2cz04-593a0495b3690afe308809f7df54d514{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Die Prüfung

Seltenheit

Buckelpistenfahren ist derzeit, da brauchen wir nicht drum herum reden, eine selten praktizierte Sportart. Um uns Gummihunde aktiv werden zu lassen, müssen einige Faktoren zusammen kommen:

Eine ordentliche Kondition der Ausübenden und wenig Körpergewicht – jedes Kilo muss ausgefedert werden. Dann jahrelanges Üben und Erweitern der eigenen Fähigkeiten unter Anleitung oder zumindest mit Anschauungsmaterial – also anderen Buckelpistenfahrern in Reichweite. Drittens: Ausreichend viel Schnee auf der Piste, also mindestens 70 cm, damit die Buckel nicht mit Erde und Steinen durchsetzt sind. Keiner mag die Geräusche, die entstehen, wenn Gesteinsbrocken in die Gleitflächen hinein schlagen. Viertens: Die Beteiligten dürfen sich nicht verletzt haben.

Wenn alle Voraussetzungen vorhanden sind, dann geht die skifahrerische Post ab. Alleine fahren die Hunde, zu zweit oder sogar zu fünft, denn Buckelpistenfahrer stellen vielleicht den hundertsten Teil der Population dar.

Fahren sie mit oder gegeneinander? – Beides würde ich sagen.
Abends, nach einem ausgiebigen Buckeltag kann es passieren, dass die Hundemeute, falls sie aneinander Gefallen findet, zu einer Hütte an der Piste geht. Die Rituale in dieser Hütte sind Teil des Verfahrens, sich etwas zum Nase-an-Nase-Reiben zu suchen. Einige Buckelpistenfahrer haben bei diesen Gelegenheiten auch schon ab und an einen Punkt des nachhaltigen Interesses finden können, sagen leise ausgespochene und stark tendenziös gefärbte Gerüchte, die sich aber hartnäckig halten.

Die Hunde stehen nach dem Skifahren nicht bleich und desinteressiert in der Ecke rum, solange die Musik überzeugend und rythmisch ist, sondern sie tanzen. Ihr wollt die Gründe für dieses Verhalten wissen? Ganz einfach:

Kuckt Euch diese Vorschläge an, dann kapiert Ihr es.

Notenverteilung

Um eine Bewertung der Präsentationen in der Buckelpiste zu ermöglichen, muss man Kriterien anlegen. Das ist nicht so einfach wie bei den Disziplinen des Torlaufes, wo ganz unkompliziert eine Stoppuhr zum Einsatz kommt. Die verschiedenen Persönlichkeiten der Fahrer erhalten bei Wettkämpfen keine Wertschätzung. Alle Vorgänge zwischen Start und Ziel werden auf eine Zahl abgebildet. Die Bewertung entscheidet und jeder hat mittlerweile in der Hosentasche eine Stoppuhr parat. Wir müssen eine Schablone anfertigen, nach deren Vorgaben wir die Aktionen abmessen. Dadurch wird die Ökologie der Ansätze beschnitten und der Wettbewerb ein wenig langweilig gemacht.

Auf einer regelmäßig ausgefahrenen Wettkampf-Buckelpiste sehen alle Schwünge eher uniform aus. Das war nicht immer so. Damals, zu Zeiten der Ski-Akrobatik, ist nicht selten mal ein Ski abknallt oder ein unerwarteter Schlag passiert. Dann ist man halt auf einem Ski weitergefahren, was soll’s, oder ohne Ski auf blanken Skischuhen – auch das war zu sehen. Das hat das Amusement gefördert, darüber konnte man ausgiebig lachen. Solche Dinge wurden „Recoveries“ genannt. Man brauchte nur irgendwie die Ziellinie erreichen. Der Rest war dann nicht so wichtig. Die Reflexe, die bei Sturzmanövern zur Geltung kamen, wurden auch bewertet, schließlich heißt der Sport „Freestyle“. Auch wir könnten, Jahrzehnte später, diese Freiheit durchaus weiter geschehen lassen, denn das ist immer noch möglich. Bei heutigen Wettkämpfen werden diese Dinge allerdings unterdrückt oder zumindest nicht wahrgenommen.

Das Gute an Wettkämpfen

Das Gute an Wettkämpfen ist, dass immer ein paar Gleichgesinnte unterwegs sind – andere Leute mit vergleichbaren Interessen sind da, und man macht nicht alleine sein Ding. Bei organisierten Rennen sind die Buckel allerdings so präpariert, dass sie wie Treppen von einer höheren Etage ins Erdgeschoss hinabführen. Alles ist regelmäßig angelegt.

Zu den aktuellen, im Fernsehen übertragenen Wettkämpfen kann ich sagen, dass ich noch nie oder selten Leute gesehen habe, die sich so fix bewegen wie diese Typen – und wehe, einer widersetzt sich dieser Aussage. Ist doch so.  Sie bewegen ihre Körper extrem fix, auch im Vergleich zu Leichtathleten oder Schwimmern, die ja auch ihre Bewegungen machen. Jeder Körperteil bewegt sich: Die Beine, klar, dann die Arme beim Stockeinsatz und der Oberkörper mit Beuge- und Streck- Bewegungen.

Das Verhalten bei Wettkämpfen

Ich kann mich noch an die erste Olympiade erinnern, bei der diese Sportart –  wahrscheinlich sogar dummerweise – im Programm war. War es in Tignes in Frankreich? Das waren noch originale Hot-Dogger. Keiner der Typen machte den Eindruck, unbedingt aufs Treppchen hoch kommen zu müssen. Nach dem Finallauf schauten diese Typen zur Anzeige hoch – das macht erst mal jeder Athlet – aber sie fingen dann an, die Augen zu rollen und Grimassen zu schneiden. Da war ihnen ein Ziel schnuppe, das normalerweise nicht vernachlässigt werden durfte. Die persönliche Platzierung? – Ist uns doch total egal, meinten sie – und kasperten herum bei einer Veranstaltung, bei der so viel Geld gedruckt wird.

Ihr glaubt es nicht? Die Aufnahmen liegen in den Archiven der Sender und wer sucht der findet.

Die Notwendigkeit von Wettkämpfen

Derzeit gibt es Buckelpistenkämpfe meines Wissens nach nur auf nationaler, europäischer und Welt-Ebene – nicht darunter. Müssen die Hunde eigentlich gegeneinander kämpfen? Kämpfen, wie moderne und humorbefreite Gladiatoren, nur damit die Zuschauer sagen: oha, der da ist der 14. und der sogar der fünfte in der Weltrangliste? Warum nicht mal anders: Schau an, da sind ein paar ganz seltene Exemplare anwesend und es ist doch schön, so etwas mal zu in echt sehen.

Eine Prüfung und ihr Für und Wieder

Ich habe einen Lösungsvorschlag zu diesem Problem entwickeln können. Ich denke, wir können über einen Nachweis nachdenken – oder auch nicht. Ich sage das nun Folgende nicht in der vollen Härte des Gesetzes, sondern eher gummiartig – nicht mit zusammengebissenen Zähnen, sondern unter dem Vorbehalt des soeben erwähnten Augenrollens und Grimassierens.

Bei Kampfsportarten wie dem Judo gibt es gewisse Vorgaben und wenn die erreicht sind, bindet sich der Athlet einen Gürtel um den Bauch, ein Band, das – mit dem wachsenden erworbenen Können – immer dunkler wird. Könnten wir solche Gürtel nicht auch an Buckelpistenfahrer verteilen?

Ich stelle mir das so vor: Wir haben drei Hänge in drei Skigebieten. Es handelt sich um längere und steilere Buckelpisten. Nun werden Prüfungen abgelegt: Zuerst sollen die Hunde zeigen, dass sie sauber und ohne tricksen zu müssen, die Buckel befahren können. Die Beine schwingen hochfrequent und der Oberkörper bleibt ruhig. So, wie sich das gehört.

Diese Leistung sollen die Fahrer aber gut hinbekommen. Wenn diese Präsentationen aussehen als seien sie dabei, die ältesten Gesetze des Skifahrens auf eine gekonnte und eigene Weise neu zu erschließen, wenn sie das Extremste aus den „Ärmeln“ schütteln und es aussieht, als würde sie genau das bereits langweilen, dann sind sie bereit für folgenden Schritt.

Sie bekommen die Möglichkeit, das Reich der Freiheit an zu testen – einen Ort, von dem aus alles möglich ist.

Wie das geht? Nun, sie dürfen die Piste in gerader Linie durchfahren. Eine Schussfahrt in der Buckelpiste. Wenn sie das ohne Fehler absolvieren, bekommen sie ein Zertifikat überreicht. Wer eine derartige Prüfung auf den Hängen besteht, bekommt einen Titel zugesprochen – der wie auch immer lautet, z.B. geprüfter Buckelpisten-Freestyler. Wäre das denkbar?

Das wäre dann aber die einzige Prüfung. Mehr braucht es nicht. Denn dieser Test würde zwei Gruppen voneinander trennen: Die, die diese Messlatte nicht überwinden können, lernen noch. Die anderen befinden sich in komfortabler Höhe – dort, wo alles möglich ist. Welche Probleme sollen in den Buckeln auch auftreten, die größer sind, als die einer kontrollierten Schussfahrt? Wenn jemand diesen Bereich erreicht hat – also eine Buckelpiste in gerader Linie nimmt – ist das eine gute Leistung und wir sollten von da an aufhören, das Können, welches auf gewisse Weise vollendet ist, weiter zu bewerten.

Der Vorteil einer derartigen Prüfung wäre: Wir bräuchten nicht ständig und in ermüdender Weise fragen: „Wer ist gut, wer ist sehr gut, wer ist sehr sehr gut“. Die kleinen Unterschiede würden nicht mehr entscheiden. Wobei ja bei den Wettkämpfen immer nur einer siegt und die anderen verlieren. Ob Du jetzt 1% schlechter bist, als der Beste, oder 5%, oder 10% das ist doch egal, anders als bei den Rennläufern. Wenn Du diesen Bereich erreicht hast, ist Dein Können akzeptabel.

So die Idee.

Aber wollen wir überhaupt eine Prüfung?

Unser Sport wird nicht betrieben, um Auszeichnungen zu erhalten. Der Genuss besteht in jeder einzelnen Fahrt. Leichtathleten ärgern sich, wenn sie nicht ab und zu an ihre Topleistungen anschließen können. Wir Buckelpistenfahrer ärgern uns nicht und erheitern uns über jede Performance irgend eines Tages, auch wenn sie nicht die beste Leistung unseres Lebens darstellt.

Buckelpistenfahrer agieren auf einem Niveau, dass unbekannt ist. Die Zuschauer sehen und staunen. Und sollen jetzt auch noch schwarze Gürtel hinzu kommen?

Freestyle ist ein traditioneller Begriff für unseren Sport. Der Ausdruck Freestyle entstand aufgrund der Ski-Lehrplänen der 70-er Jahre. Die Verfechter dieser alten Pläne behinderten unsere Freiheitsliebe auf alle möglichen Weisen: „Ich sehe, es macht Dir zwar Spaß den Hang so runter zu fahren, und wir knirschen dabei mit den Zähnen, aber so, wie Du das machst, so ist das nicht in Ordnung.“ Und sie konnten auf gewalzter Piste ihre Meinung auch erklären. Ihre Vorgaben, wie die Außenskibelastung, die  Hoch-Tief-Bewegung, der Abdruck vom Talski im richtigen Moment etc., auf die wir Freestyler schon längere Zeit keinen Bock hatten, existieren seit der Einführung der Carving-Ski nicht mehr. Na so was.

In den Buckeln wird niemand überredet. Niemand wird angepflaumt. Keiner versucht einen Teilnehmer von der eigenen Vorgehensweise zu überzeugen. Manche lassen sogar Fragen nach den eigenen Methoden unbeantwortet. Es passiert mitunter, dass enthusiasmierte Laien (= begeisterte Leute) auf die Frage, was sie denn falsch machen, von den Könnern kein Wort als Antwort erhalten. Der sehr gute Buckelpistenfahrer rammt einen Keil zwischen das, was MAN im Leben so treibt, und seinem eigenen Ansatz. Die Leute sehen einen flügge gewordenen Hund nicht mehr als normalen Mitbürger an. Er wird zu einem Dinosaurier aus alten Tagen. Aus Tagen, die schon längst vorbei sind und – wer weis das schon – vielleicht einst mal wieder kommen werden.

Warum ich das sage? Nun, man hat nicht den Eindruck, dass ein so schöner Sport eine Neuerfindung sein kann. Aber das ist ein eigenes Thema.

Das Schweigen hat seinen Grund: Jeder merkt in den Hügeln, wenn es nicht gut läuft – im Gegensatz zur flachen Piste. Wenn Du auf flacher Piste hängst und stolperst, merkst Du es nicht, denn du kommst auch „verklemmt“ und mit unlogischen Bewegungen den Hang runter. In der Buckelpiste herrscht Klarheit. Hier muss nicht drüber gesprochen werden.

Die Klarheit tritt so offen zu Tage, dass zu einer Idee von Abzeichen oder schwarze Gürteln nur erheitert geantwortet werden kann.


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Materialprobleme https://www.buckelpistenfahren.de/materialprobleme/ https://www.buckelpistenfahren.de/materialprobleme/#respond Wed, 01 Mar 1995 20:44:51 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=71 .flex_column.av-2aqoj-4580c539ad697807945a84ead336e197{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

Temporäre Materialprobleme

Wer 60 Jahre lang Ski fährt, verbraucht in seinem Leben ungefähr 10 – 20 Paar Skischuhe. Die wollen alle erst mal eingekauft werden. Dass da unter Umständen mal eine faule Nuss dabei sein könnte, ist also alleine aufgrund der Menge nicht unwahrscheinlich. Mein schönstes Skischuherlebnis begann vor einigen Jahren und bereitet mir bis heute eine nicht enden wollende Quelle der Freude. Aber ich habe das Problem sicher bald gelöst, es kann nicht mehr lange dauern.

Ich war 21 Jahre alt und die Präzisionswaffe der Marke Lange war deutlich in die Jahre gekommen.  Ich ging zu meinem Händler. Es sollte ein Rennmodell sein. Mein Händler hat mich freundschaftlich an die Schulter gefasst und gesagt, er habe da was für mich, und zwar genau das Richtige. Er nahm einen gelben Lange-Schuh aus seiner Kollektion – und viel kosten tat er auch nicht. Ich schaute mir das Exemplar an, aber mir gefiel das Ding nicht, denn es war kein Rennmodell. Was sollte ich mit einem Komfortschuh anfangen – in Rente gehen oder was? Der Mann hakte ein, dass der Schuh für die gebotene Qualität zu billig sei  – wohl eine „dumme“ Preispolitik des Herstellers. Er hat mir das drei mal an diesem Abend erzählt und ich habe diese Aussage einfach nicht verstehen wollen.

Manchmal sollte man hören statt zu denken. Ich habe mir dann einen anderen Schuh besorgt, und natürlich zum Schäumen, und natürlich einen Rennschuh – aber irgendwie den Falschen. Ich hatte mir jenes Modell ausgesucht welches später Dale Begg-Smith verwendet hat: Einen Raichle-Schuh mit elastischer Biegelinie. Dale Begg-Smith war ab etwa 2010 regelmäßig im Buckelpisten-Weltcup zu sehen und er hatte eine aufregende und gleichzeitig beruhigende Art durch das Gelände zu fahren. Meine Auswahl beim Kauf war also so falsch nicht.

Bereits beim Einschäumen merkte ich: Hoppla, da stimmte irgendwas nicht. Reichte der Platz am Vorderfuß vielleicht ganz und gar nicht? So war es dann leider. Ein Jahr später landeten die Dinger in der Tonne, aber seitdem ist der Wurm drin. Ein Lederschuh passt sich mit der Zeit an den Fuß an, denn Leder dehnt sich bekanntlich. Ein Skischuh besteht aus Plastik und da gibt überhaupt nichts nach. Wenn es weh tut, dann solltest Du sofort was tun und nicht auf ein fügsames Wunder hoffen. Einige Sportgeschäfte bieten einem an, die Schuhsschale zu erhitzen und auszuweiten. Das mit dem Ausweiten ist so eine Sache: Die Beule hält vielleicht ein paar Stunden, aber dann zieht sich der Schuh wieder zusammen, wie ein Luftballon, aus dem man die Luft entweichen lässt. Anschließend hat die Kokosnuss wieder ihre alte Form. Eine Schale aus Plastik vergisst ihre Ursprungsform nicht und ein korrektes Ausweiten ist auch millimetergenau durchzuführen. Solche Feinjustierungen kann nicht jeder beliebige Mensch, der zufällig in einem Geschäft herumsteht und eine Weitungsmaschine anschalten kann, einfach so und erfolgreich durchführen.

Bei mir klemmte es jedenfalls danach. War anfangs nur ein temporäres Problem. Ich probierte verschiedene Workarounds, arbeitete mit Pflastern, dicken Socken, Bandagen. Jeder Fuß schmerzte an anderer Stelle. Das eine Problem war die rechte Seite, denn mein rechter Fuß ist breiter. Auf der linken Seite knickt mein Fuß beim Auftreten etwas ab und seit dem Urlaub mit den engen Schuhen habe ich dummerweise eine Cocktailtomate statt einem Innenknöchel. All das war und ist leider ziemlich doof.

Ein permanenter Schmerz hat übrigens Auswirkungen. Man gewöhnt sich an, eine Wunde, die schmerzt, beim Fahren verstärkt zu reizen. Das wird dann richtig lustig. Je länger man rummacht, desto präsenter werden die Probleme. An den betroffenen Stellen wachsen die Knorpel weiter und benötigen dann noch mehr Platz. Überbeine entstehen. Irgendwann steckt man tatsächlich in einer Daumenschraube. Auch weit entfernt von den Füßen, am Oberkörper hast du Probleme, kannst dich nicht mehr richtig ausbalancieren. Dann passt irgendwie gar nichts mehr. Du fühlst dich wie eine Kippstange, die permanent umgeschmissen wird. Deine Fähigkeiten kannst Du nicht mehr anwenden und Du verletzt Dich bei Situationen, die mal ein Klacks waren. So kommt Eines zum Anderen: Enger Schuh, versauter Stil und das mit der Kondition ist auch so eine Sache.

Man wird mürbe und stellt dumme Fragen: Schaue sich einer doch diese Betonschuhe an, die mit Stahlfedern an die Ski geschraubt sind. Unsere Gelenke müssen sich doch verdrehen, gar brechen aufgrund der dort auftretenden Kräfte. Schützen denn keine Erlasse die menschlichen Knochen? Ist der ganze Skisport nicht eine Ungerechtigkeit gegen das Skelett und die zugehörigen Bänder?

Zu jedem Problem existieren noch Steigerungen – da will ich gar nicht dran denken. Das temporäre Problem habe ich seit etwa 30 Jahren, aber mir fallen immer neue Methode ein. In einige Sportläden sollte ich nicht mehr reingehen und das ist keine Kritik an deren Hilfsbereitschaft.

Tipp zum Schluss

Als Tipp kann ich den Kandidaten unter Euch sagen,  die vergleichbare Probleme haben – vielleicht auch als beobachtende Freunde, Eltern oder Skilehrer dieser Betroffenen und die dieses Kapitel lesen: Nehmt immer die alten Schuhe in den ersten Tagen des folgenden Urlaubs mit, sofern möglich und verschleppt nicht die Druckstellen und versucht nicht so die Urlaubszeit zu überstehen. Und wenn nichts hilft? Dann gebt in der Not halt mal tausend Euro vor Ort aus. Denkt daran, dass später Rat teuer ist. Und es ist normal, dass man irgendwann mal einen Missgriff tut. In den meisten Skigebieten gibt es Verkäufer, die sehr von sich überzeugt sind und Euch die Welt anhand einer Schuhsoleneinlage erklären. Beißt die Lippen zusammen, finanziert ihnen die Sache und so geht es weiter. Kennt Ihr den Spruch: „Gefahr liegt im Verzug“? Ein temporärer Schmerz kann sonst noch temporärer werden.

Ich gebe also zu, dass ich Probleme habe, aber ich habe sie nicht aus Verletzungsgründen. Vielleicht hätte ich diese Schwierigkeiten tatsächlich bekommen, wenn ich weiter und ungebremst so gefahren wäre, wie in meinen frühen Tagen.


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Der Name https://www.buckelpistenfahren.de/begrifflichkeit/ https://www.buckelpistenfahren.de/begrifflichkeit/#respond Mon, 05 Oct 1992 16:36:28 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=61

Gummihund

Ich erkläre nun, warum diese Internetseite „Gummihund“ heißt. Ihr befindet Euch auf der Seite buckelpistenfahren.de – eine Webseite, welche eine Verknüpfung zu dem Begriff „Gummihund“ besitzt. Ihr erfahrt nun, was es damit auf sich hat. Die Interpretation, die wir hier vorstellen, hat also etwas mit dem Skifahren zu tun.

Die erste Idee, der Anstoß kam von außen. Der Funke zündete nicht in den Bergen, also nicht in den Alpen in Österreich, Frankreich oder im Mittelgebirge des Schwarzwalds – nein. Er zündete in Tschechien, meinem Geburtsland. Der Name „Gummihund“ entstand weitab jeglicher Schneeansammlungen – und fast schon in einer anderen Zeit. Die Situation ereignete sich um das Jahr 2000 herum bei einem Gespräch mit einem älteren Herrn, einem tschechischen Freund meines Vaters, der Vojta genannt wurde –  ein übrigens durchaus typischer Name, so wie mein Name auch. Jeder zehnte Tscheche heißt Vojta oder Pavel. Nur so als Info.

Vojta war damals etwa 65 Jahre alt. Er ist aus Gründen, die mir unbekannt waren, nicht mehr aktiv Ski gefahren. Auf den Pisten gesehen habe ich ihn nicht, aber den Gerüchten nach konnte er als junger Mensch ganz brauchbar Ski fahren. Er hat mehrere Sportarten gemacht: Leichtathletik, Hochsprung, Tennis und Kajakfahren – was man eben so machen konnte in einem Land, das von innen her verschlossen war. Sozialismus nach russischer Prägung halt, wie er vor 1990 noch nicht abgeschafft war.

Also quatschten wir ein wenig und ich berichtete ihm ein paar ganz, oder relativ normale Sachen im Bezug aufs Buckelpistenfahren – ihr wisst ja vielleicht Bescheid – und erzählte, dass ich so eine Art von Internetseite zu dem Thema starten wollte. Ich war mir noch nicht sicher, ob ich das Projekt machen wollte – möglicherweise ja, vielleicht auch nicht. Vojta ließ mir ein paar Minuten Zeit und beobachtete mich. Ich strengte mich richtig an bei meinem Lieblingsthema. Er reagierte überhaupt nicht auf die Ausführungen, die ich in  seine  Richtung losballerte – was schon seltsam war, bei der sich steigernden Wucht meiner Geschichten. Als ich dachte, dass da nichts mehr kommen würde, passierte ein Ereignis, was mich zunächst völlig überrumpelte – Vojta gab unvermittelt und laut das Wort von sich, um das es hier geht: „Gummihund“ – also das deutsche Wort, nicht die tschechischen Übersetzung. Ich hielt an und machte eine Pause. Ich erkundigte mich, was er meinte und er wiederholte nochmals fröhlich und mit herumfuchtelnden Armen seine Kreation: „No Jeschisch Maria, wir kennen das doch, was du meinst. Wir nennen das ‚Gummihund‘.“ Er ist richtig euphorisch geworden. Wenn ein Tscheche „Jeschisch Maria“ sagt und mit den Armen fuchtelt, dann sollte er sich erst mal wieder beruhigen, bevor es weiter geht.

Ein Hund aus Gummi? Was sollte das denn sein?

Obwohl, wenn man es dann genauer betrachtet, dieses Konstrukt macht durchaus Sinn. Das war ja mal interessant. Wir haben dann noch weiter gequatscht, über Dinge, an die ich mich heute nicht mehr erinnere. Auf jeden Fall habe ich die Eingangstür zu seinem Haus zufriedener zugezogen, als ich sie aufgemacht hatte. Vojta hatte also geantwortet und seinen Senf abgegeben, so war er halt. Ich schaute am Mobilfunkgerät nach – noch niemand hatte den Begriff „Gummihund“ öffentlich erwähnt geschweige denn als Webseite registriert. Dieses Wort könnte nützlich sein, auf lange Frist, wenn sich einige Leute dran gewöhnt haben – überlegte ich auf dem Nachhauseweg.  Ich blieb stehen und ging dann weiter. Wer hätte das gedacht. Manchmal lohnt es sich, mit den Leuten zu reden. Buckelpistenfahren könnte “Gummihund” heißen, wenn ich den Vorschlag übernehmen würde, das so einzurichten. Ich sprang ein paar mal auf dem linken Bein und balancierte auf einer Mauer – es hat mich aber nicht umgeworfen. In diesem Alter warfen mich solche Aktionen noch nicht zu Boden. Nun wurde tatsächlich der Plan logisch und realisierbar, ein Kompendium zu machen – man kann ja alle Themen um diese Worthülse herum bauen. Eine weitere Frage kam dann später, bei den nächsten Schritten: Die Nachverfolgung der nun entdeckten Lücke, die Frage, wo dieser Name geblieben ist – weil ich ihn, und ich habe ein großes Hörvermögen in diesem Bereich – noch nie gehört hatte.

Ganz verschwunden ist sie nicht, die Kombination zwischen Hunden und Skiakrobaten. Der Vergleich lebte weiter, und zwar als „Hot Dogging“. Die Sportler in den USA nannten sich „Hot-Dogger“, also „heiße“ Hunde. Ein Hot-Dogger zu sein bedeutete, dass man die Buckelpiste möglichst in der Falllinie nahm. Der Oberkörper sollte ruhig bleiben, nur die Gliedmaßen unterhalb der Gürtellinie sollten Bewegungen ausführen und die ankommenden Buckel ausgleichen. Damit hatten die US-Amerikaner zum ersten Mal beschrieben, was wir tun – oder wenigstens zu tun versuchen. Ich hatte mich schon häufig gefragt, was ein Fast-Food-Gericht mit Buckelpistenfahren zu tun hat, anscheinend nicht viel. Vielleicht ist der Name durch die deutsche Sprache durchgesickert und dann angepasst worden. Dies ist in der Tat ein wissenschaftlicher Durchbruch für die akademische Buckelpistenforschung! Wir können auch sagen, dass diese Information nicht viele Menschen interessiert auf diesem Planeten. Die Bezeichnung „Hot-Dogger“ gehörte jedenfalls ein paar Jahre lang zum Standardvokabular vor und hinter dem Nordatlantik.

Auf das „Gummi“ im Namen muss ich nicht näher eingehen – oder doch? Nehmt etwa die Stoßdämpfer von Mountainbikes: Die sind elastisch. Wir titulieren einen Menschen als „Hund“, wenn er eine Tätigkeit rücksichtslos verfolgt und auch eine innere Veranlagung dafür besitzt – z.B. als „schlauen Hund“ oder „schnellen Hund“. Hund nennt sich, wem außer dem, was er gerade macht, alles andere egal ist. In vergleichbarer Weise funktioniert das Buckelpistenfahren. Wir machen die Eckwerte des Skifahrens platt, sie werden uns schnuppe. Dabei werden auch Sachen vernachlässigt, um die wir uns vernünftigerweise kümmern sollten.

Seit dem Herbst 2016 besitze ich die Internetpräsenz www.buckelpistenfahren.de. Wie ich dazu gekommen bin, weis ich nicht. Sie war plötzlich frei. Möglicherweise hatte sie zuvor jemand besessen, der sich sein Knie verdreht oder das Genick gebrochen hat oder schlimmeres und der dann keine Lust mehr hatte. Vielleicht ist auch der Geist von Rudi Dutschke der Verursacher für den Inhaberwechsel, denn dieser Geist steckt ja bekanntlich hinter allem. Ich weiß es nicht. Die österreichische Seite buckelpistenfahren.at war im Januar 2018 auch noch frei und zu haben, aber ich habe die Gelegenheit zu Übernahme nicht genutzt, die kann sich jemand anders holen. Ihr habt den Namen „Rudi Dutschke“ schon mal gehört, oder nicht?

Gedanken zu Gummihund

Anfänger können Buckelpisten nicht leiden. Buckelpisten stellen Leidensprüfungen dar und die Abfahrten darin erzeugen Notsituationen, die möglichst vermieden werden sollten – und das ist unsere Chance.

Denn Gummihunde sehen das – sprechen wir mal in der dritten Person über sie, weil es welche gibt, die viel besser fahren als ich  – anders. Sie freuen sich – und böse Zungen sagen: gehässig und schadenfroh – über jede Gelegenheit, ihr Können zu demonstrieren. Sie vollbringen erstaunliche Dinge, und können für 10, 20 oder 30 Sekunden die Gesetze der Körpermechanik außer Kraft setzen.

Buckelpistenfahren ist ein Sport, der die Möglichkeiten des menschlichen Körpers ausschöpft. Ein Individuum kann in vielen Richtungen und unterschiedlichen Formen Sport betreiben, aber in der Buckelpiste ist das Können klar zu sehen. Das Hot-Doggen spielt sich in Bereichen ab, zu denen die normale Skifahrer, wenn sie ehrlich sind, nicht allzu viele Berührungspunkte haben.

Wir sollten jedoch nicht hineinstecken, was nicht hineingehört. Buckelpistenfahren ist eine Sportart und keine Kunstform. Mit Tätigkeiten im kreativen Bereich können wir die Welt umfangreicher erschließen. Künstlerisch können wir die ganze Spanne unseres Daseins abbilden und dabei auch – wenn wir möchten – die leisen Nuancen. Aber Buckelpistenfahren ist nun ganz und gar nicht leise.

Buckelpistenfahrer haben Aggressionen, die sich keiner erklären kann und können einem ganz schön auf die Nerven gehen. Bei ihnen heißt es: „jetzt aber los“, „lasst uns mal den Hang hinunter jagen“. Sanfte Regungen fehlen meist. Die Fahrer dreschen den Hang hinunter und stoßen wie Irre in die Welt hinein. Mehr nicht und weniger nicht. Die Sachen, die in der Buckelpiste geschehen, können woanders verarbeitet werden – zum Beispiel in Büchern, in Abbildungen oder auf Internetblogs. Dass wir solche Sachen noch nicht so häufig sehen, liegt vielleicht daran, dass der Sport auch noch nicht lange betrieben wird – oder daran, dass die entsprechenden Typen vor lauter Sportaktivitäten und Krafttraining keine Zeit zum Textschreiben haben und manch einer wartet schon auf das erste Filmchen zum Thema Freestyle.

Hotdogger gehen einem Sport nach, bei dem keiner zu Schaden kommt. Sie üben zwar Körpergewalt aus und bauen das hauseigene Testosteron ab, aber sie verletzen niemanden. Sie haben keine Gegner und besiegen niemanden. Auch Frauen können übrigens dieses Hormon besitzen und abbauen. Wobei Buckelpistenfahrer die Leute auf eine andere, besondere Art vermöbeln: Indem sie es ihnen „zeigen“.

Buckelpistenfahrer gehen ans Limit. Alle Möglichkeiten werden gnadenlos ausgeschöpft. Die Akrobaten beherrschen ihre Körper und agieren in Bereichen, in die man eigentlich nur langsam eintreten kann, wenn überhaupt.

Manchmal passiert folgende Situation: Einigen Typen kommt es gerade nach ihren flüssigsten Fahrten vor, als stünden sie erst am Anfang ihrer Entwicklung und wollten endlich mal loslegen, etwas zur Sache beizutragen. Nach ordentlichen Fahrten stellen sich Momente ein – wo die Akteure zurück auf den Hang schauen und durchatmen. Diese Augenblicken bleiben in Erinnerung, so lange, wie die Erinnerungsfähigkeit vorhanden ist. Ganz überblicke ich das nicht, aber ich vermuten mal.

Ein zusätzliches, nicht notwendiges Additiv sind die Reaktionen der Umherstehenden. Den Hang verdreschen macht doppelten Spaß, wenn du von diesen Kommentaren hörst oder mit schmaler Lippe eigene Kommentare abgeben musst.

Jede saftige Fahrt ist verbunden mit einem Abschied. Sportler spüren in jungen Jahren einen fast schon nahenden Kollaps, wenn sie merken, dass sich da etwas verändert in ihrem Körper. Sie stellen fest, dass sie ihre liebsten Kräfte im frühen Erwachsenenalter hergeben müssen. Diesen Verlust an Kraft und Ausdauer können sie nur kompensieren, indem sie lernen, vorsichtig und kräfte sparend zu fahren.

So richtig aus der Bahn schlägt es uns, wenn wir einen Opa jenseits der 40 erspähen, der über die Buckel zuckelt, uns langsame Rotationen in der Luft zeigt und dabei seine langen Haare in die Kurven schmeißt.

Skifahren funktioniert fast wie Schwertkampf. Ein bisschen angepasst natürlich: Die Stahlkanten der Skier entsprechen den Klingen von Schwertern. Die Klingen sind an den Beinen anmontiert. Wenn Sportler auf planem Gelände „carven“, schneiden sie an der Kante entlang in den präparierten Schnee, der wie ein Stofflaken unter ihnen liegt. In den Buckeln führen sie einen schnellen Kampf und fechten mit schnellen Positionswechseln.

Wir hatten mal einen deutschen Dichter, den wir oberhalb von tausend Höhenmetern „Hannes–Wolfi“ nennen würden, und der  tatsächlich ein ganzes Theaterstück nur um das Thema herum geschrieben hat, dass seine männliche Hauptfigur nichts finden konnte, kein Erlebnis, das ihm wert sei, erlebt zu werden. Man glaubt es kaum. Wir Buckelpistenfahrer haben dieses Problem aber sowas von vernichtet. Damit endet auch schon unser Interesse an Hannes-Wolfi.

Hier fülle ich eine Internetseite mit Inhalt und ich berichte Euch, was ich weiß oder zu wissen glaube. Irrtümer von meiner Seite sind natürlich nicht ausgeschlossen. Einige Akteure schweigen komplett und erklären niemandem, was sie da tun. Das ist zu akzeptieren. Wer nach getaner Vorstellung mit keinem redet – und das kommt vor, glaubt es mir – der behandelt alle Zeugen des Spektakels gleich. Kein Interessierter kommt zu kurz. Wenn ein Hund hemmungslos fährt, ist sein Können ein Besitz, den er keinem anderen weggenommen hat. Die anderen Zuschauer stöhnen zwar, wenn die besten Hunde unterwegs sind, aber die Präsentationen verkleinern das Können von niemandem. Nur das relative Können schwindet, der eigene Standpunkt wird schwach – im Bezug zu den gerade demonstrierten Möglichkeiten. Möglichkeiten eröffnen sich, die alles Bisherige erweitern oder – noch besser – auf den Kopf stellen.

Ihr seht wohl: Wenn ihr bereit seid zu trainieren, und zwar intensiv zu trainieren – und wer sollte das nicht sein, der einmal einen echten Gummihund gesehen hat – dann könnt Ihr ein Abenteuer erleben.

Das Abenteuer heißt Buckelpistenfahren und ist auch nicht viel schlechter als rückwärts wieder vom Mount Everest runter zu fallen.

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Willkommen https://www.buckelpistenfahren.de/einleitung/ https://www.buckelpistenfahren.de/einleitung/#respond Thu, 10 Sep 1987 09:28:48 +0000 http://www.buckelpistenfahren.de/?p=353 .flex_column.av-thy7l-1ef2fbf5bd06b14fd719051d186ebaa0{ border-radius:0px 0px 0px 0px; padding:0px 0px 0px 0px; }

HÄ?

Buckelpistenfahren

Das Buckelpistenfahren ist eine Form des alpinen Skifahrens. Wenn viele Leute über eine Piste fahren, dann entstehen mit der Zeit Hügel und Buckel und diese Unterlage als Fahrrinne zu nehmen, ergibt eine nicht zu unterschätzende Art, um sich die Zeit zu zerstreuen. Solche Dinge sagen die einen.

Nur ist das im Augenblick niemandem bewusst.

Das liegt an dem Umstand, dass in den Alpen viel planiert wird. Die Pisten werden also eben und glatt gemacht. Warum? Weil die Touristen möglicherweise Angst vor dem Gelände bekommen könnten und wegbleiben würden, so dass Stille und Einsamkeit auf den Skipisten herrschen würde. Eine derartig ungünstige Situation möchte natürlich kein Liftbetreiber absichtlich auf seinem Gelände einrichten.

Aktuelle Situation

Wie auch immer. Der Buckelpistensport ist kein Breitensport. In den frühen 80-ern hat das anders ausgesehen: Da gab es bei 5.000 Wintersportlern im Skigebiet, nun,  immerhin so um die 10 Exemplare, die Buckelpisten gefahren sind und um die 5 davon haben es richtig krachen lassen.

Aber wer weis, vielleicht kann sich hier noch etwas entwickeln. Potential hat dieser Sport nämlich durchaus. Vielleicht wird Buckelpistenfahren mal in Richtung eines europäischen „Zen“ oder „Kung Fu“ gehen, mit dem, was dazugehört: Meistern, Schülern, historischen Treffpunkten und Initiationsriten. So die Meinung der Leute, die das Thema kennen.

Andere Sportarten

Auch andere Sportarten haben Elemente dessen ausgebildet, was den Buckelpistensport ausmacht. Wenn sich Skateboardfahrer oder Mountainbiker hier umschauen, dann sagen sie wahrscheinlich: „Ja das kennen wir doch“. Die Ideen dieser Webseite sind an anderen Stellen anwendbar, so dass sich Einstiegspunke bieten. Gummihund ist nicht nur skifahrensrelevant.

Ihr wollt wissen, woher der Name Gummihund kommt? Die Frage ist nachvollziehbar und hier wird’s erklärt.


Kein Wettkampfsport

Die Gegenwart konzentriert sich – der allgemeinen Tendenz folgend – auf das Wettkampfgeschehen. Man muss gewinnen, um etwas darzustellen. Klar, nachvollziehbar, das sind die Spielregeln. Aber auf Buckelpisten werden keine Rennen gewonnen. Die Veranstalter von Wettkämpfen haben auch Schwierigkeiten die Qualitäten der Fahrten zu bewerten – hier gibt es einige Fehlentscheidungen. Außerdem achten die Kampfrichter überhaupt nicht auf weiches und verschleißfreies Fahren – sonst hätte ein gewisser Dale Begg-Smith alle Weltcuprennen gewonnen, an denen er teilgenommen hat, selbst wenn er nur Grätschen und einfache Schritte  in der Luft gemacht hätte statt der üblichen Saltos.

Buckelpistenfahren könnte der Prototyp für etwas sein, was auf mittlere Sicht mehr Spaß macht als Konkurrenzsport. In der Buckelpiste reicht Dir eine Fahrt für eine gewisse Initial-Aufmerksamkeit. Machst Du drei Fahrten, dann vergessen Dich all die unschuldigen Zuschauer am Hang nie wieder und bist Du zu alt geworden für den Wettkampf, so ist das nicht weiter schlimm. Aber es funktioniert nur in echt und nicht am Bildschirm. Jeder darf mitmachen – und wer‘s nicht kann, fällt wenigstens auf lustige Weise auf seine Nase. Am Abend haben alle etwas erlebt.

Mit Brettern über verschneite Hänge zu fahren ist eine Beschäftigung, die – im Vergleich etwa zum Fechten oder Ballett – noch neu ist,  aber die sich so etabliert hat, dass sie alt werden wird. Vor dem 20. Jahrhundert existierten keine Buckelpisten, so dass da keine Tradition entstehen konnte. Wenn sich heute niemand für „Gummihund“ interessiert, vielleicht bekommen wir ein Publikum in der Zukunft, denn möglicherweise möchte jemand wissen, was bei den Anfängen, den „Early Days of Hot-Dogging“, so passiert ist. Das sollte dann jetzt und hier geschehen. Wobei ich als Kind nicht die erste Generation der Hot-Dogger gesehen habe, die quatsch machenden Kindsköpfe, nach Orientierung suchenden und sie gleich wieder verlierenden Kerle, sondern die zweite Generation von Fahrern, die „Cool Generation“, die das Thema bereits überraschend gut begriffen hatten. Wir lassen nochmals Revue passieren, was man am Ende des 20. Jahrhunderts erleben konnte. Das hatte, wie Ihr merken werdet, interessante Aspekte. Ihr hört hier von drückender Enge und Protest, von einem Aufbruch in den 70-ern und einer Ankunft nach Jahrzehnten, Ihr hört von Erkenntnissen des eigenen Unvermögens – die einem motivierend durchs Hirn schießen, vom Spaß an der Virtuosität und ihrem sich irgendwann ankündigenden Ende. Von Buckelpistenfahren zu Zeiten des Millenniums eben. Ein paar Jahre wird diese Seite noch abrufbar sein, schauen wir mal.

Die Dinge entwickelten sich. Wir befinden uns seit den frühen Zeiten auf der Suche nach einem „heiligen Gral“ – genauer auf der Suche einem Stil, der nachhaltig ist – also einer Methode, mit der man lange am Geschehen teilnehmen kann und wir haben sie bereits am Horizont aufflackern sehen, diese endgültige Technik. Diese Frage ist jedem Buckelpistenfahrer mal durch den Kopf gegangen, den es abends gezwickt hat in den Gelenken.

Ich war Mitglied einer eingeschweißten Truppe von Buckelpistenfahrern, bestehend aus Jogi, Frank, Andreas, Bernd, Stefan und Netti, die sich teilweise noch nicht mal kannten. Richtig furchteinflößend konnte eigentlich nur Jogi fahren.

Dieses Kompendium in einer Viertelstunde

Diese Webseite ist auch das einzige Kompendium zum Thema. Anfangs nannte ich diesen Auftritt einen „Blog“. Mit diesem eher zufälligen Titel versuchte ich in die Wikipedia aufgenommen zu werden – aber dort hieß es nach fünf  Minuten emotionslos, ein Blog sei unseriös. Daher der Wechsel zum Kompendium und demnächst versuche ich es vielleicht wieder.

Sollte jemand eine zweite Anlaufstelle anfertigen, korrigiere ich mich natürlich und schreibe „eine von mehreren Abhandlungen“. Das wäre wunderbar und ich hätte meine kollegiale Freude am Eintauchen in andere Sichtweisen – aber hier ist nichts verfasst worden. Niemand hat das Bedürfnis, detailliert über unseren Sport zu berichten.

Natürlich hat sich hier einiges angesammelt und vielleicht habt Ihr gar keine Gelegenheit, diesen Text ausführlich zu studieren, in dieser bekanntlich so schnelllebigen Zeit, heutzutage. Daher stelle ich gleich ein paar Seiten vor, also eine Auswahl, wo Ihr mal ausprobieren könnt, ob der Text was für Euch ist.

Und das war’s, schon ist Gummihund vorgestellt und ihr dürft mitreden. Die Geschichten und Überlegungen gehen bis in die Zeit von 1975. Schon ganz schön lange her das Ganze.

Wenn Euch Gummihund nicht interessiert, dann könnt Ihr eventuell gut einschlafen bei den Texten. So konnte mein Jugendfreund, Nachbar und ehemaliger Skischüler Markus immer super einschlafen, wenn ich ihm in unserer Unterkunft im Allgäu abends ein Kapitel vorlas … ist das nicht toll? Keine Pillen nötig, keine Behandlungen, einfach nur aus Gummihund vorlesen lassen und schon kommt der gewünschte Schlaf über Dich. Mein Neffe Cedric konnte auch nicht einschlafen, aber ich habe ihm nichts vorgelesen. Er gehörte zu den Leuten, die kein Interesse am Skifahren hatten – sowas kommt vor und ist natürlich akzeptabel und überhaupt kein Problem.

Bebilderung

Dieses Kompendium ist mit Bildern versehen. Es handelt sich meist um Zeichnungen. Fotos wären vielleicht interessanter gewesen, aber es ist irgendwie nicht so einfach zu knipsen. Mir jedenfalls passieren ständig Missgeschicke, ich bin da so unkoordiniert. In Liftschlangen werden die Apparate angestoßen und das verzieht die Optik und die Dinger sind anschließend nahezu unbrauchbar. Außerdem werden die Apparate immer teurer in letzter Zeit und mit Mobilfunkgeräten kann man irgendwie auch keine guten Fotos machen.

Niemand wird übrigens durch Fotoaufnahmen zur Buckelpiste kommen. Auf Bildschirmen sieht dieser Sport eher langweilig aus, und so entsteht kein Schaden, die Fototechnik einfach außen vor zu lassen.

Die Motivation

Bevor das Internet aufkam, existierte im deutschen Sprachraum nichts verwertbares, da war kein Text aufzutreiben, der einem half, egal in welchen Regalen man suchte. Auch eine Suche im englischsprachigen oder französischsprachigen Raum hat kein Resultat gebracht. Manchmal ist einem langweilig und dann setzt man sich ans Schreibgerät – alleine deshalb, weil etwas haften geblieben sein könnte, etwas, das man noch näher kennen lernen möchte. Wenn man einen Text nicht findet, soll man ihn selbst schreiben. Wenn man eine Musik nirgends hört, soll man sie produzieren, wenn man Bilder nicht sieht, soll man sie auf die Leinwand bringen. Definitiv. Das hat – wie wir alle wissen – der stets besoffene Tom Waits gesagt, kurz bevor er sich entschloss, die menschliche Lebenswelt und das ganze Universum auf eine nahezu fürchterliche – wenn nicht gar tendenziös gefärbte – Weise zu beleidigen, indem er das selbst unter aufgeklärten Leuten nur schwer zu ertragende Album namens „Frank’s Wild Years“ aufnahm.

Vielleicht hilft dieser Bericht irgendeinem Idioten unter Euch beim Erlernen des Sportes. Ob ihr nun einigermaßen Ski fahren könnt oder noch übt oder einfach am Rande interessiert seid – als Betrachter und Publikum sollt Ihr nicht vor verschlossenen Toren stehen, denn ich habe diese Webseite frei zugänglich gemacht. Welch ein Kunststück, eine Webseite frei zugänglich zu machen. Nach der Lektüre dieser Seiten könnt Ihr dann mal vor Ort schauen was da los ist, und ob ihr Lust habt an der Teilnahme beim Tanz auf dem Vulkan. So schwer ist Buckelpiste nun auch wieder nicht zu lernen, vor allem nicht, wenn ihr die notwendigen Informationen aufgenommen habt.

Und was ist jetzt mit denen, die nicht Ski fahren, keine Helis springen und nicht auf Rindviechern Rodeo reiten, wie schätzungsweise 90 Prozent der Bevölkerung? Nun, Buckelpistenfahren ist auch nur eine Art von Leistungssport und dieser spielt sich ja nicht außerhalb des öffentlichen Interesses ab. Wenn ich dennoch den einen oder anderen von Euch auf neue Aspekte im sportlichen Dasein aufmerksam machen werde –  wobei ich nicht sagen möchte, dass hier jemand unaufmerksam ist – dann ist das doch was. Wir Buckelpistenfahrer sind leicht verrückt, revolutionär und auch etwas sadistisch. Das heißt: Wir übersehen gerne, dass es uns stören sollte, wenn andere durch uns leiden.

Viel Spaß also bei dieser kleinen, vielleicht tatsächlich etwas unseriösen aber fröhlichen Reise zu den Ursprüngen des Hot-Doggings.

Wie?

Ja, das fehlt noch: Pavel Frejka heiße ich.
Wozu es noch länger verheimlichen.

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